Kinderrechte für jeden sichtbar

Albert-Schweitzer-Schule Langen weiht neu gestaltete Zaunfiguren ein

Die ganze Albert-Schweitzer-Schule hat sich auf dem Gehweg versammelt, um die neu bemalten Zaunfiguren zu bestaunen. Eine Figur wird noch mal umgestaltet und soll eine dunkle Hautfarbe bekommen.
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Die ganze Albert-Schweitzer-Schule hat sich auf dem Gehweg versammelt, um die neu bemalten Zaunfiguren zu bestaunen. Eine Figur wird noch mal umgestaltet und soll eine dunkle Hautfarbe bekommen.

Die Albert-Schweitzer-Schule in Langen hat einen Aktionstag zu Kinderrechten veranstaltet und als sichtbares Zeichen dazu ihre Zaunfiguren aufgehübscht. Eine soll sogar eine neue Hautfarbe bekommen.

Langen – Wie lange es die Zaunfiguren an der Albert-Schweitzer-Schule schon gibt, weiß Schulleiterin Barbara Busch gar nicht genau: „Ich schätze, es sind fünf Jahre.“ Seitdem haben die Figuren gelitten: Regen und Sonne haben die Farben gebleicht und abblättern lassen. Was besonders schade ist: Die Botschaften, die die zehn Kinderfiguren verbreiten sollten, waren nicht mehr zu lesen. Denn zu jeder Figur gehört eines von zehn Kinderrechten der UN-Kinderrechtskonvention, auf das nach außen für jeden sichtbar am Schulzaun aufmerksam gemacht wird.

Nun strahlen die Figuren wieder in leuchtenden Farben und auch die Kinderrechte sind wieder lesbar. Dort heißt es zum Beispiel: „Kinder haben das Recht auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung“ oder „Kinder haben das Recht auf Spiel und Freizeit“. Deswegen findet in der Grundschule, die sich seit 2010 unter dem Motto „Macht Kinder stark“ als Demokratie-Grundschule für die UN-Kinderrechte einsetzt, jährlich das Kinderrechtefest statt – wenn es keine Pandemie gibt.

Nach einem Jahr Pause werden diesmal zunächst die von den Schülern neu bemalten Zaunfiguren eingeweiht. Als alle Kinder vor dem Schulhof auf dem Gehweg Platz gefunden haben, präsentieren diejenigen, die an der Neugestaltung beteiligt waren, ihren Mitschülern ihr Werk. Aber einem Schüler fällt etwas auf: Alle Kinder haben eine weiße Hautfarbe. Dabei sind nicht alle Kinder an der Schule weiß. „Deswegen werden wir auf jeden Fall einer Kinderrechte-Zaunfigur eine dunkle Haut geben“, gibt Busch bekannt. Eine Jungen-Figur mit dem passenden Spruch „Kinder haben das Recht auf Gleichheit“ wird bald dunkelhäutig sein. Busch freut sich, dass die Idee von Schülerseite eingebracht wurde: „Sonst ist es keinem aufgefallen. Wir können von den Kindern noch viel lernen.“

Die Schüler haben die Figuren, die die Kinderrechte vermitteln, neu bemalt und die Schrift ausgebessert, damit jeder die Botschaft am Zaun lesen kann.

Der gewohnte Unterricht steht an diesem Schultag ausnahmsweise nicht im Vordergrund. Jede Klasse hat zum Kinderrechtefest eine Station auf dem Schulhof aufgebaut, die sich mit jeweils einem der Kinderrechte befasst. Meistens geht es darum, zu spielen: Dosen werfen, Seilspringen oder Seifenblasen fangen. Die Klasse 1c hat sich unter anderem einen Parcours ausgedacht, durch den die Kinder laufen müssen. Das Schwierige dabei: Sie müssen eine Wasserbombe auf den flachen Händen balancieren. Sicherlich ist das Spielen eines der Kinderrechte, das in der Corona-Pandemie bei vielen das ein oder andere Mal zu kurz gekommen ist. Die Kinder genießen es, im Freien wieder ohne Maske die Stationen zu erkunden und Spaß zu haben. Seit einer Woche ist an der Grundschule draußen die Maskenpflicht aufgehoben.

Auch das Recht auf Gesundheit hat eine Station bekommen. Bei frischem Obst können sich die Kinder erholen und neue Energie tanken. Beim Basteln von Friedenstauben werden die Schüler kreativ und bekleben die Papiertauben mit bunten Federn. „Die hängen wir auf und dann sollen sie Frieden machen, damit wir uns nicht streiten“, erklärt ein Schüler beim Basteln. Wie sehr sich die Kinder darüber freuen, ohne Masken über den Schulhof rennen zu dürfen, zeigt sich bei der Station zur freien Meinungsäußerung. Hier kann jeder aufschreiben, was ihm in der Schule gefällt, und was nicht. Immer wieder steht auf der negativen Seite das Wort „Maske“. Aber die Schüler sehen es auch oft positiv und schreiben, dass sie froh sind, die Masken öfter abnehmen zu dürfen. (Theresa Ricke)

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