Kinderbücher von Andrea Schuler

Die Feuerwehr ist weiblich

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Andrea Schuler

Langen - Nicht nur Jungs träumen davon, zur Feuerwehr zu gehen. Die immer größer werdende Zahl von Frauen in den Feuerwehren zeigt, dass Löschschlauch, Rettungsschere oder Atemschutzmasken im Einsatzfall nicht nur in Männerhände gehören. Von Markus Schaible 

Allerdings ist dies offenbar noch nicht bis in die Buchverlage vorgedrungen – diese Erfahrung hat zumindest Andrea Schuler gemacht: Die 32-Jährige ist Brandschutzbeauftragte bei der Langener Stadtverwaltung und Mitglied der hiesigen Einsatzabteilung und hat als Mutter zweier Söhne natürlich etliche Kinderbücher über die Feuerwehr zu Hause. In den allermeisten seien nur Männer abgebildet. In den neueren würden zwar ab und zu auch Feuerwehrfrauen gezeigt – „aber die sind dann in der Zentrale und funken oder sie waschen nach dem Einsatz die Autos“.

Mit der Realität habe das nichts zu tun. Im Ernstfall trage sie genauso wie ihre männlichen Kollegen die Atemschutzausrüstung und gehe mit dem ersten Trupp rein ins brennende Gebäude. Beim Blick in die Bücher deshalb eine logische Frage von Anton (2) und Felix (6): „Und wo bist du, Mama?“

Die Antwort von Andrea Schuler ist seit Kurzem im Buchhandel erhältlich: Für „Wenn ich groß bin, werde ich auch Feuerwehrfrau“ ist die Brandschützerin unter die Autoren gegangen. Seit ihrer Jugend ist Andrea Schuler in der freiwilligen Feuerwehr aktiv. „Mein Vater ist auch Feuerwehrmann und war immer mein großes Vorbild“, erzählt sie. Schon als Kind verbrachte sie viel Zeit auf der Feuerwache in ihrem Wohnort Dieburg. „Als ich dann selbst zur Feuerwehr durfte, ging mein größter Wunsch in Erfüllung“, schwärmt sie.

Impressionen der Buchmesse 2014

Buchmesse 2014: Impressionen

2003 begann sie als Verwaltungsfachangestellte in Langen; seit 2004 ist sie zudem aktives Mitglied in der hiesigen Einsatzabteilung der freiwilligen Feuerwehr. Dort ist sie eine von 15 Frauen – bei insgesamt rund 100 Floriansjüngern eine sehr hohe Quote, wie auch Bürgermeister Frieder Gebhardt weiß.

Ihre zweite große Leidenschaft, die Malerei, kam ihr beim Entstehen des Buches natürlich sehr gelegen: „Ich habe mein Fachabitur in Kunst gemacht“, berichtet Andrea Schuler. So stammen die Zeichnungen komplett von ihr. Und die kleine Geschichte ist natürlich „sehr autobiografisch“, allerdings musste sie die Tochter „erfinden“, sagt sie und schmunzelt.

Gedacht ist das Buch über die Feuerwehrfrau Bea für die Altersgruppe von vier bis zehn Jahren – „zum Vorlesen oder selbst lesen“. Und da sie von jungen Lesern bereits gefragt wurde: „Wie geht es weiter?“, denke sie schon über eine Fortsetzung nach. Das Werk umfasst 25 Seiten und ist im Sonderpunkt Verlag erschienen. Nachdem die Erstauflage von 300 Büchern in kürzester Zeit vergriffen war, wird gerade nachgedruckt.

Andrea Schuler: „Wenn ich groß bin, werde ich auch Feuerwehrfrau“, ISBN 978-3-95407-048-0, 9,90 Euro

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