Anwohner rund ums Alfa-Hochhaus genervt

Trinkgelage auf dem Parkdeck

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Tagsüber herrscht auf dem Parkdeck an der Westendstraße reger Betrieb, spät abends treffen sich dort zunehmend Gruppen zum lautstarken Bechern. Was es zu trinken gab, ist an den Hinterlassenschaften der Ruhestörer deutlich nachzuvollziehen.

Langen - Das Areal rund ums Alfa-Hochhaus hatte nicht immer den besten Ruf. In den vergangenen Jahren ging’s mit der Aufenthaltsqualität jedoch merklich bergauf. Von Cora Werwitzke

Umso mehr fürchten Anwohner einen Rückfall in alte Zeiten, denn die Polizei muss dort im Moment wieder häufiger Präsenz zeigen, als ihr lieb ist. Grund sind spätabendliche Trinkgelage, die sich wochenends auf dem Parkdeck neben der Rewe-Filiale abspielen.

„Mit ihrer Grölerei bringen diese Trunkenbolde die Bewohner der nahe gelegenen Wohnhäuser um ihren Schlaf, außerdem hinterlassen sie jedes Mal eine riesige Sauerei“, reklamiert ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Kurz vor Ladenschluss um 22 Uhr“, hat er schon häufig beobachtet, „decken sie sich im Rewe mit Hochprozentigem ein, bevor sie auf dem Parkdeck loslegen.“ Dabei handele es sich nicht um Bewohner aus dem Alfa-Hochhaus, führt er weiter aus. Denn: „Wenn es die Polizei irgendwann schafft, die alkoholisierten Leute zum Verlassen des Parkdecks zu bewegen, dann lässt sich an ihrem Gegröle auf der Straße noch deutlich verfolgen, dass sie in Richtung Nordend weiterziehen.“ Zwei Gruppen seien zu identifizieren – eine eher jüngere und eine sehr hart gesottene Truppe Männer – eventuell aus Osteuropa, so die Vermutung.

Erdgeschoss ist privat, offenes Parkdeck öffentlich

Erst vor wenigen Jahren wurde das Parkdeck aufwendig saniert. Das Erdgeschoss ist privat, das offene Parkdeck darüber eine öffentliche Fläche. Wer von oben einen Blick über die hüfthohe Mauereinfassung wirft, sieht die Partyüberreste: Plastikbecher, Chips-Verpackungen, Wodka-Flaschen. Eine Dornenhecke grenzt an das Parkdeck, deshalb liegen diese Überbleibsel dort unberührt von Reinigungsversuchen, die die Stadt regelmäßig unternimmt. Dabei stoßen deren Reinigungskräfte laut besagtem Anwohner auch durchaus auf Kot im Treppenhaus – „eine Zumutung!“

Die Stadt hatte er schon Anfang 2013 über die Zustände informiert. „Anstatt, dass es besser geworden wäre, hat sich die Lärmbelästigung noch intensiviert.“ Es scheine, als würden sich die Unruhestifter stets an der Grenze zum Erlaubten bewegen – „das frustriert natürlich“.

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Polizeisprecherin Andrea Ackermann bestätigt, dass Beamte dieses Wochenende und das davor zum Parkdeck gerufen wurden. „Am vergangenen Freitag war erst die Citystreife, dann die Polizei vor Ort.“ Im Endeffekt seien vier Jugendliche aufgefordert worden, den Platz zu räumen und ihren Müll mitzunehmen. Im Rathaus ist man sich der beständigen Lärmbelästigung in dem Wohn-Karree ebenfalls bewusst. „Wir stehen wegen dieser Problematik im engen Kontakt mit der Polizei“, sagt Ordnungsamtschef Manfred Weil, der zunächst mal die Besitzverhältnisse aufklärt: „Das Parkdeck gehört einer Eigentürmergemeinschaft.“.

Von mehr als 100 vor allem privaten Anteilseignern sei die Stadt der größte Eigner. „Auch wenn es für die Anwohner vordergründig so aussieht, als würde im Moment nichts unternommen werden“, sagt Weil, „läuft im Hintergrund mehr, als erkennbar ist.“ Personendaten seien erfasst, alles rechtlich Mögliche werde getan. „Bestenfalls wird sich die Sache in Kürze erledigen, schlechtestenfalls allerdings nur örtlich verlagern“, weiß der Chef des Ordnungsamts aus Erfahrung.

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