Aktion „Langen räumt auf“

Auch Flüchtlinge bei Müllsammeln

Langen - Zigarettenstummel und Papierschnipsel, leere Flaschen und Dosen, aber auch größere Entsorgungen wie alte Stühle und Skateboards – so lautet die reichliche Ausbeute von „Langen räumt auf“. Von Daniel Untch 

Immer bei „Langen räumt auf“ mit dabei: Roland Heil und die Kinder der Jugendrotkreuzgruppe waren wieder fleißige Müllsammler.

Aufgerufen hatte der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) gemeinsam mit den Kommunalen Betrieben der Stadt. Der Frühjahrsputz ist die erste der insgesamt 14 Abfallsammelaktionen, die es in Langen über das Jahr verteilt gibt. Wie bereits in den vergangenen Jahren können die Organisatoren reichlich Helfer begrüßen, die zusammenkommen, um einen Vormittag für ein schöneres Stadtbild zu investieren. „Wir haben etwa 180 Helfer“, zeigt sich Walter Metzger, Vorsitzender des VVV, hochzufrieden. Treffpunkt der Aktion ist auf dem Parkplatz des Rathauses. Dort werden die Helfer ausgestattet mit allen nötigen Arbeitsutensilien, insbesondere Greifzangen und natürlich jeder Menge Müllsäcke. Mit von der Partie sind einige „übliche Verdächtige“, die von Jahr zu Jahr dabei sind. So etwa das Jugendrotkreuz, Lehrer und Schüler der Geschwister-Scholl-Schule gemeinsam mit einigen Eltern und der Arbeiter-Samariter-Bund. Auch eine Gruppe von Flüchtlingen ist mit dabei und packt ordentlich mit an.

Nach einer kurzen Einführung verteilen sich die Teilnehmer in Gruppen überall in der Stadt, um dem Müll zu Leibe zu rücken. Rund um die Skater-Anlage sind die Schüler der Scholl-Schule an der Arbeit. „Wir sind jedes Jahr mit dabei, das ist schon eine richtige Tradition“, erzählt Lehrerin Stephanie Chambers. Besonders auffällig sind sehr viele Zigarettenstummel, die richtig Arbeit machen. „Die Raucher sind wirklich die größten Umweltverschmutzer“, so Chambers. Aus den vergangenen Jahren weiß die Gruppe von interessanten Funden zu berichten. „Alte Computer, Liegestühle, auch mal ein kaputtes Sofa“, so lautet die Aufzählung mehrerer Schülerinnen.

Ein paar hundert Meter weiter im Belzborn ist Roland Heil mit seiner einsatzstarken Gruppe vom Jugendrotkreuz zugange. Auch die Lebensretter sind traditionelle Teilnehmer des Frühlingsputzes. „Das ist eine sehr schöne Aktion, bei der wir uns natürlich gerne beteiligen“, sagt Heil. Obwohl der Vormittag zu diesem Zeitpunkt noch jung ist, hat die Gruppe schon einiges entdeckt, was nicht in die Gebüsche oder an den Straßenrand gehört. „Wir haben bereits einen alten Bürostuhl und ein halbes Skateboard gefunden, außerdem ein Gebüsch voller Styropor“, fasst Heil zusammen. Die jungen Helfer sind gerade mit der Zerlegung des Styropors beschäftigt, denn die großen Platten passen sonst nicht in die Müllsäcke.

Rhein-Main: Hier liegt der Müll am Straßenrand

Zum Glück für die fleißigen Helfer spielt das Wetter mit. Es ist zwar keineswegs so sonnig wie noch einen Tag zuvor, doch es bleibt trocken, was viel wert ist. So ist der große Container, den die Kommunalen Betriebe auf dem Rathausparkplatz postiert haben am Ende des Frühlingsputzes gut gefüllt. So viel Müll in so kurzer Zeit zeigt, dass sich die Aktion mal wieder gelohnt hat und wohl leider auch jedes Jahr aufs Neue lohnen wird. Denn die Müllentsorgung im öffentlichen Raum scheint für viele Leute eine Selbstverständlichkeit zu sein. Die freiwilligen Helfer dürfen sich derweil in der Stadthalle mit einem ordentlichen Mittagessen stärken, denn so viel Einsatz macht natürlich hungrig und soll belohnt werden.

Rubriklistenbild: © Untch

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