Auf Rossmann-Parkplatz

Betrüger verkauft gefälschte Marken-Kleidung: Mann aus Langen lässt sich nicht täuschen

Als der Täter einen Beutel mit Klamotten zückte, wurde ein Langener misstrauisch. (Symbolbild)
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Als der Täter einen Beutel mit Klamotten zückte, wurde ein Langener misstrauisch. (Symbolbild)

Ein Mann hat versucht, auf einem Rossmann-Parkplatz offensichtlich gefälschte Kleidung zu verkaufen. Es ist nicht das erste Mal.

Langen – Der Mann nannte sich Mario. Um die 45 Jahre war er alt, vielleicht auch 50, offensichtlich Italiener, er sprach aber sehr gutes Deutsch. Schnell begann er, sein Gegenüber in ein Gespräch zu verwickeln. Mario war charmant, einschmeichelnd, verteilte Komplimente, erzählte von seinem Haus am Gardasee.

So begann für einen Langener die Begegnung mit einem mutmaßlichen Trickbetrüger auf dem Parkplatz vor der Rossmann-Drogerie in der Elisabeth-Selbert-Allee. Doch dass hier etwas nicht stimmte, merkte der Langener zum Glück noch rechtzeitig. Stutzig wurde der Senior, als „Mario“ einen Beutel öffnete. Darin waren angeblich Klamotten der Edelmarke Armani, die der Mann zum Schnäppchenpreis anbot – offensichtlich Fälschungen.

Betrüger in Langen ist wohl kein Ersttäter

Der Langener ging nicht darauf ein und lief davon. Später brachte er den Fall zusammen mit seiner Frau auf der Polizeistation Langen zur Anzeige. Dabei fiel ihm ein, dass er vor einigen Jahren vermutlich auf einem Dreieicher Parkplatz von dem gleichen Mann angesprochen worden war. Damals hatte der Täter allerdings mehr Erfolg: Er verkaufte dem Langener einige Lederjacken. Da der Senior nicht genug Geld dabei hatte, fuhr er sogar extra zu einem Bankautomaten, um Scheine abzuheben.

Zu Hause stellten sich die schicken Jacken dann als Kunstleder heraus. „Meinem Mann ist das natürlich alles sehr peinlich“, schildert seine Ehefrau in einer E-Mail an unsere Redaktion. „Aber wir haben Angst, dass der Täter das öfter macht und ältere, leichtgläubige Menschen über den Tisch zieht.“

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Polizei ermittelt gegen Betrüger auf Langener Parkplatz

Wie Polizeisprecherin Andrea Ackermann auf Anfrage erklärt, laufen die Ermittlungen zu dem Vorfall auf dem Rossmann-Parkplatz noch. Der Langener habe aber genau richtig gehandelt, indem er nicht auf das Angebot eingegangen sei und Anzeige erstattet habe. Sollte der Täter gefasst werden, kann er sich auf eine saftige Strafe gefasst machen: „Betrug ist kein Pappenstiel“, betont Ackermann. Konjunktur habe die Masche aber nicht. „Das kommt immer wieder mal vor. Derzeit gibt es aber keine Häufung in diesem Deliktsbereich, auch im Raum Langen nicht“, so die Sprecherin.

Generell rät Ackermann in einem solchen Fall: „Wenn einer wenig Geld für tolle Sachen will, dann müssen alle Alarmglocken angehen.“ Am besten sei es, einfach weiterzulaufen, nicht auf das Gespräch einzugehen und die Polizei zu rufen. „Wenn es geht: vom Täter unbemerkt, damit man sich nicht selbst in Gefahr begibt – und damit wir direkt vorbeikommen und ihn kontrollieren können“, empfiehlt Ackermann. (Manuel Schubert)

Vor dem Amtsgericht Langen muss sich ein Mann wegen Betrugs verantworten. Der 29-Jährige kommt mit einem blauen Auge davon– möglicherweise ist er selbst ein Opfer.

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