Ausbau der B 486

Planer halten an vier Spuren fest

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Langen - In Politik und Verwaltung formiert sich Widerstand gegen einen Ausbau der Bundesstraße 486 mit zwei Spuren je Fahrtrichtung. Von Markus Schaible

Doch die Aussage von Hessen Mobil ist an Deutlichkeit nicht zu überbieten: „Wir haben den ganz klaren Auftrag, vierspurig zu planen“, erfuhren die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Bau und Verkehr jetzt. Die Planungen für den Ausbau der Strecke zwischen Langen (Kreuzung K 168) und der Autobahn 5 sind – wieder einmal – in einer entscheidenden Phase. „Wir beabsichtigen, Ende Juni die Planfeststellung zu beantragen“, erklärte Ralf Rothenstein von der hessischen Straßenbaubehörde den Politikern. Das Anhörungsverfahren werde dann vermutlich nach der Sommerpause beginnen. Vom Verkehrsaufkommen sei nach den Richtlinien ganz klar ein vierspuriger Ausbau nötig, so Rothenstein. Und das sei vom Auftraggeber Bund auch gefordert.

Geplant sei, die bestehende Fahrbahn zu belassen, da nördlich davon Bannwald sei. Südlich sollen zwei weitere Spuren (getrennt durch einen Grünstreifen) entstehen und daran anschließend ein (ebenfalls abgetrennter) Rad- und Gehweg. Für Radfahrer und landwirtschaftliche Fahrzeuge, die die B 486 queren wollen, ist eine Brücke (mit Abfahrt und der Einfädelmöglichkeit für Kfz auf die Bundesstraße) vorgesehen. Ein zweites Bauwerk über die Straße wird eine Wildbrücke, links und rechts der Straße werden Wildzäune aufgestellt.

3500 Fahrzeugen mehr pro Tag

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Auf der neuen vierspurigen Strecke wird laut Rothenstein mit 3500 Fahrzeugen mehr pro Tag gerechnet. Dies führe zu einer Erhöhung des Aufkommens auf der Nordumgehung um 1200 Kfz, auf der K 168 um 800 und auf der Ortsdurchfahrt Mörfelder Landstraße/Südliche Ringstraße um 900. Wer jetzt rechnet und sich fragt, wohin die restlichen 600 Fahrzeuge verschwinden: Rothenstein wusste darauf keine Antwort, da die Verkehrsprognose (die übrigens auf Zahlen aus dem Jahr 2000 fußt) von einem externen Büro vorgenommen wurde. Er betonte aber, dass im Laufe des weiteren Verfahrens („Die Planfeststellung zieht sich bestimmt über zwei Jahre hin“) die Verkehrsuntersuchungen aktualisiert würden.

Rothenstein machte auch klar, dass es Ziel sei, den Autobahnanschluss zu entlasten. Wegen des dortigen „Flaschenhalses“ (Verengung der B 486 von vier auf zwei Spuren direkt nach der Abfahrt) komme es im Berufsverkehr ständig zu Staus bis auf die Autobahn. Vorwürfen aus dem Ausschuss, das Problem werde nur vor die Tore Langens verlegt, weil ja auch die Nordumgehung nur zweispurig ist, ließ der Hessen-Mobil-Mann nicht gelten. Während an der Anschlussstelle der Verkehr auf eine Spur komprimiert werde, erfolge in Langen eine Aufteilung Richtung Nordumgehung, Egelsbach und Innenstadt.

Langens Innenstadt entlasten

Eingestehen musste er allerdings, dass Ausbaumaßnahmen auf der B 486 östlich von Langen (unter anderem Ortsumfahrung Offenthal) und der Wegfall der Südumgehung Buchschlag („Sie hätte Entlastung gebracht“) für mehr Verkehr sorgen. Doch mit weiteren Maßnahmen könne Langens Innenstadt entlastet werden. Denkbar sei, die Leistungsfähigkeit der Nordumgehung zu verstärken, um an den Anschlüssen den „Widerstand“ zu reduzieren, während dieser Richtung Ortsdurchfahrt gleichzeitig verstärkt werde. Sprich: Für Autofahrer soll es möglichst unattraktiv sein, Langen zu durchfahren.

Speziell die Grünen überzeugten die Argumente wenig: „Sie bauen da eine Stadtautobahn hin. Der Stau ist immer da, nur an anderer Stelle“, sagte Dietrich Bachmann. Die Autobahnauffahrt könne auf einfache Weise so umgebaut werden, dass es keinen Rückstau gebe. Dagegen würde eine größere Straße immer mehr Verkehr anziehen. Nutznießer seien die Lkw-Fahrer und die Spediteure, weil eine mautfreie „Parallelautobahn“ zur A 3 entstehe.

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Ein einheitliches Meinungsbild gab es im Ausschuss aber nicht. Während sich FDP und Unabhängige Wählervereinigung UWFB klar für vier Spuren aussprachen (und die Grünen natürlich dagegen), hat beispielsweise die SPD noch Beratungsbedarf. Der Grünen-Antrag, Langen solle die bisherigen Beschlüsse revidieren, wird deshalb in der nächsten Sitzungsrunde erneut diskutiert. Bleibt die Antwort auf die Frage von Erstem Stadtrat Klaus-Dieter Schneider: „Was passiert eigentlich, wenn wir eine Verbreiterung mit nur zwei Spuren und Radweg fordern?“ Dazu Rothenstein: „Wir als Fachbehörde werden bei vier Spuren bleiben und ihre Stellungnahme ganz normal durcharbeiten.“

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