Ausstellung in den Kunsträumen

Was Langen so TypIsch macht

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Fotografen mit Selbstauslöser: Rainer Kraus und Olaf Hermann mal vor und nicht hinter der Kamera. Gemeinsam stellen sie in den Kunsträumen aus.

Langen - Aller guten Dinge sind drei: Nach den beiden erfolgreichen Ausstellungen „Salon der Kunst“ und „Salon der Fotografie“ in den Kunsträumen Oberlinden (ehemaliger Supermarkt im Einkaufszentrum) mit jeweils vierstelligen Besucherzahlen folgt nun als Abschluss die Fotoausstellung „TypIsch“.

Hinter dem zweideutigen Titel verbergen sich eigentlich gleich drei Ausstellungen, nämlich die Serie „Gesichtspunkte“ und die sportlichen Momentaufnahmen „Habe die Ehre/ Puls 200“ von Rainer Kraus sowie die druckfrischen „TypIsch“-Porträts von Langener Geschäftsleuten, die Olaf Hermann angefertigt hat. .

Besonders spannend sei der Kontrast zwischen „Gesichtspunkte“ und den „TypIsch“-Porträts, sagt Olaf Hermann. Denn teilweise sind die gleichen Menschen abgebildet – im Abstand von rund 25 Jahren. Denn „Gesichtspunkte“ ist keine neue Serie. Die Schwarz-Weiß-Werke von Rainer Kraus entstanden bereits Anfang der 1990er-Jahre und zeigen bekannte Langener in ihrem Alltag. Indem er einzelne Menschen in den Mittelpunkt stellte, verlieh Kraus seiner Heimatstadt ein optisches Profil. Fotos von 50 Frauen und Männern waren in der 1993 eröffneten Ausstellung und dem in einer Auflage von 500 Exemplaren erschienenen Katalog abgebildet. Einige der Protagonisten sind auch in der Neuauflage der Ausstellung zu sehen.

Dass ein handwerklich gutes Porträt mehr ist als ein Schnappschuss mit dem Smartphone, beweist Kraus auch mit seiner Reihe „Habe die Ehre/ Puls 200“. Knapp 30-mal lichtete er Athleten direkt nach einem Leistungstest ab und zeigt, dass ein Leben als Sportler trotz allem Talent Fleiß, Schmerz und Disziplin bedeutet. Viel Zeit blieb Kraus für die Momentaufnahmen nicht: Die Erholungsdauer der Profis liegt bei 60 bis 90 Sekunden.

Einen Kontrast zu den monochromen „Gesichtspunkte“-Bildnissen bietet Olaf Hermann den Besuchern der Kunsträume. Seine „TypIsch“-Aufnahmen präsentieren Langener Einzelhändler und Gastronomen in ihrem Milieu und geben dadurch sehr persönliche Einblicke in den Alltag und die Vielfalt der örtlichen Geschäftswelt. Vor Hermanns Objektiv landeten unter anderen Britta Schwalm (Brittas Schmiede), Monika Eigl-Anthes (Welt der Weine), Julia Scholz (Maison de la Glace), Joachim Bentrup (Bentrup Tee und mehr), Silke Bentlin und Markus Striegel (Café Beans), Marie und Anna Sehring (Blumen Stubb) und Beate Neiss (Litera).

Die Idee zu „TypIsch“ entstand durch Kontakte zur örtlichen Wirtschaftsförderung und Hermanns Interesse an Stadtentwicklung und -marketing. „Die Gesichtspunkte-Serie von Rainer Kraus hat mich schon immer enorm beeindruckt“, erzählt Hermann. Bei den „TypIsch“-Porträts ginge es aber nicht um einen Vergleich zwischen damals und heute. „Die Fotos sollen das Besondere zeigen, dass die Langener Geschäftswelt auszeichnet: Kleine, feine Läden, kreative Gastronomiekonzepte, Fachhandel und Service – eben typisch Langen.“ Konzeptionell wollte der 51-Jährige flexibel bleiben und vor allem die Persönlichkeit der Porträtierten wirken lassen.

„Damit die Werke ihr Dasein nach der Ausstellung nicht im Dunkeln fristen, werden sie den Geschäftsleuten überreicht“, sagt der Schöpfer. Künftig könne dann das Konterfei der Inhaber die Läden zieren. J ble

Die Vernissage beginnt am Sonntag, 25. März, um 17 Uhr im ehemaligen Supermarkt am Farnweg 79. Musikalisch untermalt wird die Eröffnung vom Duo InTact. Zu sehen sind die Bilder in den „Kunsträumen“ bis 29. April jeweils samstags von 15 bis 18 und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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