Kreativ, aber auch gesellschaftskritisch

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Ein Werk von Waltraud Bussmann, das derzeit im Kulturhaus zu sehen ist.

Langen - Es ist eng im Saal des Kulturhauses Altes Amtsgericht – und es ist auch eng an den Wänden im gesamten Haus. Vom Erdgeschoss durch alle Flure bis in das Obergeschoss zieht sich die Reihe der Kunstwerke der Art People.

Im Saal selbst finden sich weitere Bilder und zur Vernissage läuft eine Bilder-Musik-Installation in Zusammenarbeit mit der Musikschule. „Yes, wir werden immer größer und das freut mich sehr“, begrüßt der Initiator und Leiter der Art People, Richard Williams, die Künstler sowie die kunstinteressierten Gäste.

Bevor die Besucher auf die Kunstwerke „losgelassen“ werden, stellt sich die Gruppe erst einmal vor. Es wird das „Manifest“, also die Grundsatzregeln für ein Mitwirken, vorgelesen: „Art People ermutigt das Zusammentreffen verschiedenster Seiten der Gesellschaft. Art People will die Leidenschaft, genannt Kunst, fördern und erkunden; wir sprechen nur Menschen an – und wollen nur diejenigen erreichen – die regelmäßig an ihrer Kunst arbeiten. Art People will Kreativität fördern, die einen möglichst farbenfrohen und inspirierenden Lebensort stimulieren; dieses schließt regelmäßige Veranstaltungen und Treffen ein, um frische Ideen in der Gruppe einzubringen.“

Die Mitglieder der Art People stehen für ganz unterschiedliche Formen der Kunst.

Wie Williams erläutert, will die Gruppe für die Kunst arbeiten und Ausstellungen in Galerien oder anderen Orten fördern, um die Kreationen in der Öffentlichkeit zeigen zu können. Die Künstler selbst sollten aber auch daran interessiert sein, an der Gruppenexpansion mitzuwirken. Vordergründiges Ziel sei es jedoch, die Qualität der Arbeit zu verbessern. „Wir treffen uns jede Woche im Pavillon in der Bahnstraße und besprechen Kunstwerke, die jeder mitbringen kann – wir üben Kritik, wenn dies erwünscht ist“, betont Williams.

Das Spektrum der jetzt ausgestellten Werke reicht von der rein fotografischen Kunst – wie sie Detlev Möbius zeigt – über gegenständliche Motive, die auch gesellschaftskritische Themen aufgreifen, bis hin zu experimentellen Arbeiten. Bekannt ist das Umweltschutzengagement von Richard Williams, der sich mit seinen Bildern für die Rettung der Meeresschildkröten einsetzt. Sein neuestes Projekt ist die künstlerisch erarbeitete Kritik an den „flüssigen Drogen“, wie er die verschiedenen Energy-Drinks nennt. Im vergangenen Jahr hat er in Langen, aber auch in Rumänien und Ungarn an den Wegesrändern leere Dosen dieser Drinks gesammelt und zu einem Kunstwerk gestaltet. „Die Industrie fängt mit ihrer Werbung schon bei den Kindern an und versucht, sie so an sich zu binden“, kritisiert der Künstler.

Die Ausstellung im Kulturhaus Altes Amtsgericht, Darmstädter Straße 27, ist noch bis zum 15. Februar zu sehen – montags bis freitags von 8 bis 21 Uhr, an Wochenenden auf Anfrage bei der Volkshochschule (06103/910460, E-Mail: vhs@langen.de oder auf Facebook)

Mittlerweile reicht der Kreis der Mitglieder der Art People weit über die Grenzen der Sterzbachstadt hinaus. Ein wichtiges Medium der Kontaktaufnahme ist das soziale Netzwerk Facebook. Wer Interesse hat, in der Gruppe mitzuwirken, kann sich beim wöchentlichen Treffen (dienstags ab 19 Uhr im Pavillon in der Bahnstraße 46/Romorantinanlage) einfinden – nähere Infos gibt es direkt bei Richard Williams, E-Mail: oldgate@live.de

lfp

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