Auch neue Schilder präsentiert

Austoben auf Spielplätzen künftig länger erlaubt

Fachdienstleiterin Martina Waidelich präsentiert gemeinsam mit den jungen Künstlern Wave (rechts) und Can eines der neuen Schilder für die städtischen Spielplätze. Nicht irritieren lassen: Das Foto entstand in der Tarsus-Anlage, auch wenn das Schild zum Spielplatz Dreieichring gehört.

Langen - Auf Langens Spielplätzen darf künftig abends länger gespielt werden. Zudem erhalten alle Plätze neue Schilder, auf denen nur noch ein einziges Verbotssymbol zu sehen sein wird.

22 städtische Spiel- und fünf Bolzplätze gibt es in der Stadt. Was auf ihnen erlaubt ist und was nicht, regelt die „Nutzungsordnung für die Spiel- und Freizeitflächen in Langen“. Diese hat der Magistrat jetzt überarbeitet. Die größte Neuerung ist, dass die Plätze länger geöffnet sind. Sie dürfen künftig offiziell bis 22 Uhr genutzt werden. Bisher war um 20 Uhr Schluss.

„Mit dieser Entscheidung bringen wir zum Ausdruck, dass sich die Spiel- und Freizeitflächen mehr und mehr zu Begegnungsräumen mit generationsübergreifenden Angeboten entwickeln sollen“, sagt Martina Waidelich, die Leiterin des Fachdienstes Migration, Jugend, Spielplätze: „Wir wollen Leute auf diese Grünflächen einladen, egal, ob sie sechs, 16 oder 60 sind.“ Beispiele dafür seien die Plätze an der Tarsus-Anlage, im Birkenwäldchen oder am Farnweg, wo es Angebote für Ältere wie Boule und Tischtennis gebe. „Wenn sich Eltern und Großeltern gerne auf den Plätzen aufhalten, ist das für alle gut. Das hat auch etwas mit sozialer Kontrolle und Sicherheit zu tun“, betont Waidelich.

Wer dabei nur an Störenfriede denke, die bis tief in die Nacht Party machten, verkenne die Realität. Denn die große Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen komme zum Spielen, um sich zu treffen, im Grünen zu sitzen und um sich zu unterhalten – und nicht um Radau zu machen. Die Fachdienstleiterin weist zudem darauf hin, dass die 22-Uhr-Regelung im Einklang stehe mit den allgemeinen Ordnungsvorschriften. Demnach erlaube es der Gesetzgeber, bis 22 Uhr mit der Bohrmaschine zu arbeiten und entsprechenden Lärm zu verursachen. „Warum also soll das, was in den Häusern nebenan erlaubt ist, auf den Spielplätzen verboten sein?“

Apropos Verbotshinweise: Damit sind die neuen Schilder, die Mitarbeiter der Kommunalen Betriebe im Frühjahr als Ersatz für die in die Jahre gekommenen und teilweise kaputten Hinweistafeln aufstellen, nur noch sehr spärlich ausgestattet. Genauer gesagt gibt es bloß noch ein Piktogramm mit einem Sicherheitshinweis. Es besagt, dass auf den Spielplätzen Helme und Halsbänder (zum Beispiel für Schlüssel) tabu sind, weil Kinder dadurch an Spielgeräten hängen bleiben können. Auf andere Reglementierungen hat der Magistrat verzichtet. „Die allermeisten Menschen wissen, wie man sich auf einem Spielplatz verhalten muss“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt. So sei eigentlich jedem klar, dass Müll oder die Hinterlassenschaft eines Hundes dort (wie anderswo auch) nichts zu suchen haben und sie auch nicht zum Fahrradfahren angelegt wurden. „Und diejenigen, die sich nicht daran halten, lassen sich auch von Schildern nicht zurückhalten.“

Unverkennbar tragen alle Schilder die Überschrift „Familienfreundliche Stadt“. Dann folgt ein Spielplatz-Bild mit Langener Altstadtsilhouette, gestaltet von den beiden „Montagsmalern“ Wave und Can. Sie beteiligen sich an einem Angebot der städtischen Koordinationsstelle Jugendarbeit im Pavillon vor der Ludwig-Erk-Schule. Kinder und Jugendliche können dort einmal die Woche unter Anleitung von Künstlern malen und gestalten. Wer mitmachen möchte, ist montags ab 15 Uhr an der Bahnstraße 42b willkommen.

Auf den Spielflächen gibt es immer wieder besondere Aktionen, zum Beispiel mit dem Dragomobil (dem städtischen Spielmobil), das mit seinen Utensilien wie Bällen oder Stelzen zusätzlichen Spaß verbreiten soll. Die Schilder bieten deswegen Platz genug, um solche Termine ankündigen zu können.

Der Spielplatz in der Tarsus-Anlage am Stresemannring bekommt im Frühjahr übrigens nicht nur neue Schilder, sondern auch Ersatz für die abgebaute Holzburg. Sie war marode und nicht mehr standsicher, berichtet Waidelich. Eine Reparatur wäre zu teuer geworden. Ob es aber wieder eine Burg gebe oder etwas anderes, sei noch nicht entschieden. (ble)

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