Autofreies Wohnquartier

Bebauungsplan soll ehemaliges Rodehau-Gelände entwickeln

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Zwischen Weserstraße (vorne), Moselstraße (hinten) und Liebigstraße (links an der Bahn) soll auf dem Rodehau-Areal ein Wohnquartier entstehen.

Langen - Es ist ein weiterer Baustein in der Entwicklung des Mega-Wohngebiets Liebigstraße. Für das sogenannte Rodehau-Areal möchte der Magistrat jetzt einen Bebauungsplan aufstellen, damit dort Wohnungen entstehen können.

Sie war einst ein bedeutender Name am Wirtschaftsstandort Langen: Bis Anfang der 1990er Jahre stellte die Rolf Rodehau Metallwarenfabrik an der Moselstraße unter anderem Servierwagen für Passagierflugzeuge her. Dann machte das Areal als verdreckter Schandfleck Schlagzeilen, bis es die Stadtwerke kauften, das Fabrikgebäude abrissen und das Gelände einzäunten. Seither lag es viele Jahre größtenteils brach oder wurde als Lagerfläche genutzt. Doch nun steht im Zusammenhang mit dem Mega-Projekt Wohngebiet Liebigstraße eine Reaktivierung an.

Das rund 13.000 Quadratmeter umfassende Gelände ist nach den Worten von Erstem Stadtrat Stefan Löbig ein zentraler Abschnitt innerhalb der geplanten Entwicklung. Zu ihr zählen außerdem – südlich angrenzend – das frühere Stadtwerke-Areal (Wohnungen, ein Hotel und Geschäfte) sowie die Abschnitte Liebigstraße Süd (ehemaliges Gleisschwellenwerk, das gerade abgerissen wird) und Liebigstraße Nord (unter anderem mit dem Wertstoffhof, der an die Darmstädter Straße umzieht). Insgesamt stehen an der Liebigstraße bis hin zur Nordumgehung und zur Hans-Kreiling-Allee rund 28 Hektar Grund und Boden für die Errichtung von etwa 1 200 Wohnungen zur Verfügung. Die Stadt betreibt damit die größte Wohnungsbauoffensive seit Entstehung des Stadtteils Oberlinden in den 1960er Jahren.

Für das Projekt haben die Stadtwerke sowohl ihr früheres Betriebsgelände als auch das ehemalige Rodehau-Areal an Investoren verkauft; Letzteres ging im vergangenen September an die FRANK-Heimbau Main/Taunus GmbH, ein Unternehmen der FRANK-Gruppe. Inzwischen sind alle für die Bebauung vorgesehenen Grundstücke an der Liebigstraße in der Hand von Investoren und Projektentwicklern. Löbig betont, dass sich der neue Stadtteil neben ansprechender Architektur durch Familienfreundlichkeit und ökologische Werte auszeichnen soll. „Das wird ein hochwertiger und attraktiver Standort mit zwei S-Bahn-Haltestellen, einem Regionalbahnhalt, besten Anbindungen an überregionale Straßen und einer guten Nahversorgung.“

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Der Bebauungsplan für das Rodehau-Gelände soll auf einem städtebaulichen Konzept mit einer Mischung aus Geschosswohnungsbau und Reihenhäusern fußen. Erarbeitet werden soll er von einem Planungsbüro in Abstimmung mit der Stadt und auf Kosten des Investors. Die FRANK-Gruppe (ein mittelständisches Immobilienunternehmen mit Hauptsitz in Hamburg und Niederlassungen in Kiel und Hofheim im Taunus) will auf der Fläche 105 Wohnungen in mehrgeschossigen Gebäuden, 13 Reihenhäuser und zwei Tiefgaragen verwirklichen. Die Reihenhäuser liegen an der Moselstraße. Zur Bahn hin sind auf einer Garagenzeile zwei viergeschossige Gebäude plus Staffelgeschoss geplant, verbunden durch einen verglasten Mittelbau. Dieser Riegel soll eine schallschützende Wirkung für die dahinter liegenden Häuser haben. Für die Bewohner in der vordersten Reihe ist zudem an eine Lärmschutzwand aus Glas vor einem begrünten Innenbereich gedacht.

Im Osten sollen dreigeschossige Gebäude mit Staffelgeschoss an eine alleenartige Erschließungsstraße angrenzen. Im Süden entlang der Weserstraße sollen die Vorgärten der geplanten Mehrfamilienhäuser aufgrund der auf der gegenüberliegenden Straßenseite beabsichtigten sechsgeschossigen Nachbarbebauung nach Westen hin angelegt werden.

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Durch die Anordnung der Gebäude ergeben sich zwei kleine Plätze als Treffpunkte im Quartier, das von Fuß- und Radwegen durchzogen, aber komplett autofrei sein wird. Auch Besucherparkplätze werden in den ober- und unterirdischen Garagen angeordnet. Zufahrt haben im Notfall nur Rettungskräfte. Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan ist heute Abend Thema im Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr. Im Zuge des weiteren Verfahrens wird es auch eine Beteiligung der Öffentlichkeit geben. (ble)

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