Suche nach der Wahrheit

Autorin Cornelia Härtl liest in Langen aus neuem Borowski-Krimi

Hinter Plexiglas: Cornelia Härtl las aus „Leise Wut“.
+
Hinter Plexiglas: Cornelia Härtl las aus „Leise Wut“.

Erst vergangene Woche hat sie ihr neues Buch im Rahmen der Frankfurter Buchmesse offiziell vorgestellt. Nun ist Cornelia Härtl mit „Leise Wut“ auf Lesereise durch die Region und hielt die Premierenlesung in der Buchhandlung Litera.

Langen – Die gebürtige Schwäbin und mittlerweile „oigeplackte“ Langenerin begann vor rund 20 Jahren mit dem Schreiben. Seit über zehn Jahren veröffentlicht sie Kurzromane und Storys: Unter ihrem Klarnamen Sozialkrimis und unter dem Pseudonym Carla Wolf heitere Romane wie die Langener Schmunzelkrimis, darunter „Tod im Krötsee“. Zuvor trieb sie sich beruflich in Luxushotels als Marketing-Managerin oder bei (ehrenamtlichen) sozialen Projekten herum. Sie sagt selber: „Viele der Charaktere und Geschichten, die ich heute beschreibe, tragen einen Funken in sich, der irgendwann einmal in der Realität übergesprungen ist.“ Auch darum geht es im dritten Teil der Lena-Borowski-Krimis. Die Autorin versichert: „Jeder Band ist in sich abgeschlossen und daher auch unabhängig von den Anderen lesbar.“

Ein totes Kind. Das Jugendamt am Pranger. Die Presse sucht nach Schuldigen. In „Leise Wut“ ist die mutige Offenbacher Sozialarbeiterin Lena Borowski gerade aus dem Urlaub heimgekehrt, als sie durch einen Anruf und die mysteriöse Botschaft „Holen sie Toby“ mit dem Fall eines ihrer Ex-Schützlinge konfrontiert wird. Nach einem vergeblichen Versuch, die Mutter und ihren Sohn in ihrer Dietzenbacher Wohnung anzutreffen, werden am nächsten Tag der gewaltsame Tod des Jungen und der Selbstmord der Mutter bekannt, woraufhin Lena suspendiert wird. „War sie zuständig?“ oder „Hatte die Mutter noch gelebt, als sie am Tag zuvor vor der Tür stand“, fragt sich die Sozialarbeiterin immer wieder. Als schließlich auch noch die Skandalpresse über Schlampereien im Jugendamt berichtet und der Tod des Jungen auf allen Nachrichtenkanälen präsent wird, steht für Lena fest, dass dies kein gewöhnlicher Fall wird und sie für Aufklärung sorgen muss.

Wut und Spannung von Offenbach bis Menorca erwarten den Leser im dritten Borowski-Teil. Man taucht jedoch auch in Milieus ein, die niemand so genau kennt – oder kennen will. Kinder, die zur Ware werden, und eine Sozialarbeiterin, die um ihren Ruf kämpft – dorthin entführt die Autorin ihre Leser in „Leise Wut“. Der vierte Band ist bereits in Arbeit und wird bis Jahresende fertig sein, verspricht Härtl. „Darin gehe ich mit Lena Borowski in eine andere Richtung – weg von den sozialen Milieus, hin zu einem stärkeren Blick in ihr privates Leben.“

„Wir sind überglücklich, dass wir trotz Corona diese Lesung veranstalten können“, freut sich Litera-Inhaberin Beate Neiß. „Durch Unterstützung des Lesefonds des Fördervereins Buch für gedruckte Literatur können wir in dieser Zeit wenigstens Lesungen mit maximal 20 Personen organisieren. Und die Autoren werden damit ebenfalls ungemein unterstützt.“ Neiß kann daher verkünden, dass die nächste Lesung – ebenfalls in kleiner Runde – am 12. November stattfinden wird. Dann ist einer der erfolgreichsten Autoren Deutschlands, Wolfgang Hohlbein, zu Gast. (Von Moritz Kegler)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare