Große Lösung wieder umstritten

B 486: Ausbau mit zwei oder vier Spuren?

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Nach der Kreuzung mit der K 168 geht es auf die enge Strecke Richtung A 5: Ein Ausbau ist notwendig – aber wie?

Langen - Autofahrer, vor allem Berufspendler, sehnen ihn seit Langem herbei: den Ausbau der B 486 zwischen Langen und der A 5. Hessen Mobil überarbeitet derzeit mal wieder die Pläne, will aber noch immer eine vierspurige Straße. Von Markus Schaible

In Langens Verwaltung sieht man dies aber mittlerweile ganz anders, fürchtet eine starke Zunahme des Verkehrs auf Mörfelder Landstraße/Südlicher Ringstraße.

Annähernd 35 Jahre wird bereits über einen Ausbau des 4,8 Kilometer langen, schnurgeraden Stücks durch den Wald nachgedacht. Doch die Planungen kommen so schleppend voran wie meistens der Verkehr auf dem schmalen Teerband zwischen Autobahn und dem Abzweig zur K 168 Richtung Egelsbach. Aufgrund von „Einwendungen von Betroffenen während der Anhörung“ im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens „war es erforderlich, die Planunterlagen in größerem Umfang zu überarbeiten“, teilt Stefan Hodes, Sprecher der Straßenbaubehörde Hessen Mobil, mit. Es sei beabsichtigt, dies im zweiten Quartal des Jahres abzuschließen und die Anhörung dann mit einer Offenlage der neuen Unterlagen fortzusetzen, so Hodes weiter. Das zuständige Regierungspräsidium werde nach Abschluss der Anhörung beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung den Planfeststellungsbeschluss beantragen. Wann dies sei, wann der Bund die Gelder bereitstelle und wann letztlich mit dem Bau begonnen werde, könne nicht gesagt werden, so Hodes.

„Im Jahr 2020 über 40.000 Fahrzeuge in 24 Stunden“

Wohl kann er aber sagen, was geplant wird: nach wie vor ein vierstreifiger Ausbau (20 Meter breit) mit begrüntem Mittelstreifen, Radweg auf der Südseite und beidseitigen Wildschutzzäunen. Für Fußgänger und Radfahrer soll eine Brücke gebaut werden, ebenso ist eine „Grünbrücke“ östlich der Helenenbrunnenschneise für den Wildwechsel vorgesehen. „Gemäß der aktuellen Untersuchung beträgt die Verkehrsmenge für den Prognose-Fall im Jahr 2020 über 40.000 Fahrzeuge in 24 Stunden“, teilt Hodes mit. Damit sei laut der geltenden Regelwerke ein vierspuriger Ausbau gerechtfertigt.

Im Rathaus sehen dass die Fachleute gänzlich anders: „Wenn das Verkehrsaufkommen vier Spuren erfordert, die dann in die zweispurige Nordumgehung münden, passt da was in der Argumentation nicht“, sagt Fachbereichsleiter Carsten Weise. Die Stauprobleme, die es derzeit an der Autobahnanschlussstelle gibt (und die dort gelöst werden könnten), würden dann an den Ortsanfang von Langen verlagert. Doch dort haben die Autofahrer eine Alternative: durch die Stadt. „Der Verkehr würde bei einer verstopften Nordumgehung auf die gerade vor ein paar Jahren beruhigte Ortsdurchfahrt mit Mörfelder Land- und Südlicher Ringstraße drängen.“

Nackt im Auto? Was im Verkehr erlaubt ist und was nicht

Nackt im Auto? Was im Verkehr erlaubt ist und was nicht

Zwar gibt es auch in Langen einen politischen Beschluss für einen vierspurigen Ausbau, dabei sei aber von anderen Voraussetzungen ausgegangen worden. Und da kommt Weise nicht umhin, ein paar deutliche Worte gen Norden zu senden. „Die regionale Verkehrsplanung fußt auf mehreren Säulen“, sagt er, „und da gehört die Südumfahrung Buchschlag dazu. Die Stadt Dreieich kippt das gesamte regionale Konzept, indem sie sagt: Wir wollen die Umfahrung nicht mehr. Und verschärft damit die Situation bei uns. Das kann nicht sein.“ Zumal auch die Offenthaler Umgehungsstraße zu mehr Verkehr führe, weil das dortige Nadelöhr weggefallen, die B 486 also attraktiver geworden sei. Weise: „Die Lösung kann aber nicht sein, dass der regionale Verkehr durch Langen fließt!“

Der Fachbereichsleiter weiß auch, was Langen braucht: „Eine vernünftige Anbindung an die A 5, eine sichere, breit ausgebaute, zweispurige Straße mit abgegrenztem Radweg und Wildschutzzäunen. Da ist auch der Waldverlust geringer.“ Da Hessen Mobil weiterhin an vier Spuren festhalte, seien die Planer aufgefordert worden, Lösungen für die genannten Probleme aufzuzeigen. Und danach werde es in Langen auf einen politischen Abwägungsprozess hinauslaufen, ob die Stadt weiterhin eine große Lösung befürwortet oder einen zweispurigen Ausbau fordert.

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