Wegen Sanierungsarbeiten:

Bahnbrücke wird gesperrt

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Fast 50 Jahre alt ist die Brücke über die Bahnlinie – jetzt ist eine Grundsanierung erforderlich: Unter anderem müssen die Auflageelemente, auf denen die Brücke auf den Pfeilern liegt, ausgetauscht werden. Dazu wird das Bauwerk komplett angehoben.

Langen - Das verspricht ein Verkehrschaos: Die Brücke zwischen Südlicher Ring- und Mörfelder Landstraße wird nach den Osterferien für mehrere Monate komplett gesperrt. Grund sind Sanierungsarbeiten an dem Bauwerk über einer der wichtigsten Bahnlinien der Republik. Von Markus Schaible 

Umgeleitet wird hauptsächlich über die Nordumgehung.
Es ist die wichtigste Verbindung für Fahrzeuge zwischen dem Ost- und dem Westteil der Stadt: die Brücke über die Bahnstrecke Frankfurt-Darmstadt, die auf der einen Seite an die Südliche Ringstraße, auf der anderen an die Mörfelder Landstraße angebunden ist. Rund 20.000 Fahrzeuge rollen täglich darüber. Was passiert, wenn der Verkehrsfluss nicht reibungslos vonstattengeht, konnten die Langener zuletzt 2003 und 2004 erleben: Damals hatte zuerst das damalige Amt für Straßen- und Verkehrswesen Frankfurt ein defektes Dehnungselement ausgetauscht, ein Jahr später ließ die Stadt einen neuen Fahrbahnbelag aufbringen. Das ganz große Chaos blieb damals allerdings aus; es war immer eine Fahrspur offen, der Verkehr wurde per Ampel geregelt. „Wir können die Brücke ja nicht komplett sperren, sonst steigen uns die Oberlindener aufs Dach“, hatte der seinerzeitige Erste Stadtrat Klaus-Dieter Schneider unserer Zeitung gesagt.

Nun, dieses Mal muss es allerdings sein: Nach fast 50 Jahren ist eine Grundsanierung der am 12. September 1969 im Beisein von Bundesverkehrsminister Georg Leber eingeweihten Brücke unabdingbar. Und das geht nur mit Vollsperrung. Denn unter anderem werden die Auflageelemente (auf denen die Brücke auf den Pfeilern liegt) ausgetauscht. Dazu muss das komplette Betonbauwerk um eineinhalb Meter angehoben werden – und das bei unablässig darunter fließendem Zugverkehr.

„Drei Jahre hat es gedauert, mit der Bahn die Termine abzusprechen“, berichtet Erster Stadtrat Stefan Löbig. Noch bis Ende Januar läuft die Ausschreibung der Arbeiten, danach gilt es letzte Details zu klären. Vorausgesetzt, es gibt keine bösen Überraschungen (beispielsweise, dass kein einziges Angebot eingeht oder der Preis weit über dem Ansatz im städtischen Haushalt liegt), werde im April mit der Baustelleneinrichtung begonnen; die Vollsperrung dürfte dann Anfang Mai starten. Neun Monate hat das beauftragte Ingenieurbüro veranschlagt, vielleicht, so hofft Löbig, findet sich ja eine Firma, die es etwas schneller hinbekommt.

Sobald der Bauzeitenplan im Detail feststeht, werden Hinweisschilder aufgestellt, blickt Löbig voraus. Zudem wolle die Stadtverwaltung die Bevölkerung „über alle Kanäle“ informieren: Flyer werden verteilt, es ist eine Bürgerinfoveranstaltung geplant, Langener Unternehmen können sich beim Business-Frühstück aufklären lassen. Denn eines ist klar: Die Umleitungssituation ist nicht einfach.

Bilder vom Brückenabriss auf der A3

Gelenkt werden soll der Verkehr vor allem über die Nordumgehung. Einzige innerstädtische Möglichkeit, von Ost nach West (und andersherum) zu kommen, ist die Unterführung zwischen Liebig- und Paul-Ehrlich-Straße (Leerwegtunnel); diese ist allerdings relativ eng, die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt. Begegnungsverkehr von Lastwagen oder Bussen könnte dort zu kritischen Situationen führen.

Für Feuerwehr und andere Rettungsfahrzeuge steht ferner die Unterführung im Loh zur Verfügung. Für den normalen Verkehr ist diese allerdings gesperrt. „Wir haben auch schon Absprachen mit der Feuerwehr Egelsbach getroffen, die uns unterstützt, beispielsweise bei Einsätzen in Oberlinden“, berichtet Löbig.

Und was passiert, wenn bei der Ausschreibung kein Angebot eingeht oder der preisliche Rahmen gesprengt wird? „Nun, die Brücke ist zumindest nicht so marode, dass sie dann gesperrt werden müsste“, sagt Löbig. Vor einer Neuausschreibung müssten dann aber erneut „tausende Gespräche“ für einen neuen Zeitplan geführt werden. Das würde die Sanierung voraussichtlich um zwei bis drei Jahre verzögern.

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