Erneuter Vorstoß für Anschluss an Regionaltangente West

„Bahnlinie bis Langen verlängern“

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Symbolbild

Langen - Erneuter Vorstoß für einen Anschluss Langens an die Regionaltangente West: Einstimmig erteilten die Stadtverordneten dem Magistrat den Auftrag, sich bei den entsprechenden Stellen dafür stark zu machen, dass die geplante Bahn nicht in Buchschlag, sondern in Langen endet. Von Markus Schaible 

Das Thema taucht in so ziemlich allen Wahlprogrammen auf: Langen soll an die Regionaltangente West, also die Schienenverbindung vom Westkreis über den Frankfurter Flughafen in den Hochtaunuskreis, angeschlossen werden. Nach aktuellem Stand wäre in Neu-Isenburg bzw. in Buchschlag Schluss. Und das schmeckt Langens Kommunalpolitikern gar nicht, zumal die Befürchtung besteht, dass dann auch der Regionalbahnhalt nach Dreieich verlegt werden könnte, damit dort das Umsteigen von einem in den anderen Zug möglich wäre. Ein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen und ein einstimmiger Beschluss, das sieht erst mal so aus, als würden alle einmütig an einem Strang ziehen. Doch da die jetzige Initiative wahrscheinlich Jahre zu spät kommt, ist dennoch Platz für gegenseitige Vorwürfe. Warum sie zu spät kommt, hatte zuvor im Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr Fachbereichsleiter Carsten Weise erklärt: Nach vielen Jahren der Planung sei das Projekt jetzt kurz vor dem Planfeststellungsbeschluss, „da fangen sie nicht wieder von vorne an“. Dies hatten die beiden Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft übrigens bereits im Mai 2014 den Kommunalpolitikern erklärt.

Sie hatten damals zudem erklärt, dass nur ein Beitritt der Stadt zu dieser Gesellschaft auch direkten Einfluss auf die Planung bedeutet hätte, rief Weise in Erinnerung. „Das würde uns 50.000 bis 70.000 Euro kosten ohne Aussicht auf Erfolg“, ergänzte Erster Stadtrat Stefan Löbig (Grüne). Und es würde bedeuten, dass sich Langen auf jeden Fall an den Planungskosten in Millionenhöhe beteiligen müsste, selbst wenn die Stadt nicht davon profitiere, so Weise. Denn, auch das hatten die RTW-Planer vor knapp zwei Jahren betont, der Anschluss Langens sei aus technischer Sicht nur mit riesigem Aufwand realisierbar.

EU-Urteil: Diese Rechte haben Bahnkunden

Sowohl CDU als auch FWG-NEV reklamieren für sich, bereits früher den Anschluss Langens an die Regionaltangente gefordert zu haben. Dies sei damals aber sowohl von der Verwaltung als auch der SPD vehement abgelehnt worden, kritisierte Jörg Nörtemann (CDU). Bei Rainer Bicknase (SPD) hört sich das ein wenig anders an: Vor 20 Jahren, nachdem Langen intensiv und letztlich erfolgreich für den zweiten S-Bahn-Halt gekämpft hatte, sei einhellige Meinung gewesen, erst einmal etwas Zurückhaltung zu üben. „Aus heutiger Sicht haben wir damals einen Fehler gemacht.“ Als unredlich kritisierte er die CDU für Aussagen in Wahlkampfprospekten: Dort werde „den Verantwortlichen an der Spitze des Langener Rathauses“ die Schuld zugeschoben. Verschwiegen werde, dass es sich nicht um die heutige rot-grüne Verwaltungsführung handle, sondern um die vor etlichen Jahren, in der neben einem SPD-Bürgermeister ein CDU-Mitglied für den Verkehrsbereich zuständig war.

Letztlich waren sich aber alle einig: Der Magistrat solle noch einen Versuch unternehmen, vielleicht geht ja doch noch was.

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