Bahnreisende „vergiftet“ oder „infiziert“?

Langen/Frankfurt - Große Aufregung am Langener Bahnhof: Rettungskräfte haben heute Morgen das Bahnhofsgebäude weiträumig abgesperrt, nachdem gleichzeitig fünf Reisende über gesundheitliche Beschwerden geklagt hatten. Von Markus Schaible

Regionalbahn 15344, 7.30 Uhr, Darmstadt: Fünf Fahrgästen wird urplötzlich übel, sie haben ein Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Händen. Acht Minuten später rollt die Bahn, die von Heidelberg nach Frankfurt unterwegs ist, im Langener Bahnhof ein.

Die Betroffenen steigen aus; die ersten Rettungskräfte treffen ein. Fast im Minutentakt kommen weitere Helfer am Bahnhof an: Notarzt, Rettungswagen, die Langener Feuerwehr, später auch Feuerwehren aus verschiedenen Kreiskommunen, Polizei, Bundespolizei.

Einsatzkräfte errichten ein Zelt

Vor dem Bahnhofsgebäude errichten die Einsatzkräfte ein Zelt; dort werden die vier Patienten erstversorgt. Parallel dazu laufen in Frankfurt die Untersuchungen an: Gleis 13 im Hauptbahnhof wird gesperrt, die Feuerwehr beginnt, den mittlerweile eingelaufenen Zug „mit ihren elektronischen Riechern“ (so der Frankfurter Polizeisprecher Manfred Vonhausen) zu durchkämmen.

Bilder vom Einsatzgebiet am Bahnhof Langen

Großeinsatz: Bahnhof gesperrt 

Allerdings: „Ohne Ergebnis“, sagt Vonhausen. Und es kommt noch besser: Die Patienten sind mittlerweile im Krankenhaus, doch auch ihre Untersuchung ergibt nichts Greifbares, so der Polizeisprecher. Auch hätten sich keine weiteren Fahrgäste gemeldet, die Beschwerden hatten.

Im Laufe des Vormittags stellt sich dann heraus, dass die Betroffenen offenbar kurz vor Auftreten der Beschwerden von einem Unbekannten im Zug einen Zettel erhalten haben, auf dem irgendetwas von „vergiftet“ oder „infiziert“ gestanden haben soll. Wo der Mann genau ausstieg, ist unklar. Um eine mögliche Infizierung des übergebenen Zettels auszuschließen, hat das LKA Hessen diesen untersucht. Es konnte keinerlei Kontamination festgestellt werden. Auch Messungen der Feuerwehr ergaben bislang keinerlei schädliche Substanzen im Zug.

Verdächtiger Mann zwischen 25 und 30 Jahren gesucht

Wie die Polizei berichet, wird der bisher unbekannte Mann, der den Zettel übergeben haben soll, als etwa 25 bis 30 Jahre alt, 1,80 Meter groß mit sportlicher schlanker Statur beschrieben. Er soll ein kantiges Gesicht mit eng zusammenstehenden Augen haben. Zur Bekleidung ist bekannt: Blaue Jeans und eine weiße Kapuzenjacke mit Karos und Dreiecken. Der Mann sprach deutsch ohne Akzent. Zeugen, die Hinweise zur Tat, oder dem Mann geben können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 069 75553111 zu melden.

Rubriklistenbild: © Strohfeldt

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare