Klage der Naturschützer zurückgewiesen

Im Bannwald darf gerodet werden

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Nach der Anordnung des Sofortvollzugs durch das Regierungspräsidium hatte die Firma Sehring südlich des Waldsees bereits erste Bäume gefällt. Nun dürfen auch die restlichen 7,5 Hektar Bannwald fallen.

Langen - Im Bannwald südlich des Waldsees dürfen auf 7,5 Hektar Bäume gefällt werden. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hat eine Beschwerde des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) zurückgewiesen und der Firma Sehring damit grünes Licht für den Kiesabbau und die damit verbundenen Rodungsarbeiten gegeben. Von Markus Schaible

Der BUND hatte versucht, gegen den vom Regierungspräsidium Darmstadt angeordneten Sofortvollzug für den ersten Abbauabschnitt des insgesamt 63,7 Hektar großen Areals im besonders geschützten Bannwald vorzugehen. Ziel war, die aufschiebende Wirkung einer Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss des Landes Hessen vom 15. August 2013 wiederherzustellen. Bis über diese Klage letztinstanzlich entschieden ist, dürften Jahre vergehen. Nachdem das Verwaltungsgericht Darmstadt vor wenigen Tagen gegen den BUND entschieden hatte, waren die Naturschützer mit einer Beschwerde vor Hessens oberstes Gericht, den Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel, gezogen. Diese wiesen die Richter in Nordhessen nun zurück.

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„Einer sofortigen Umsetzung des Rahmenbetriebsplans durch die Firma Sehring stehen somit weiterhin keine rechtlichen Hindernisse entgegen“, heißt es in einer Erklärung des VGH. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs ist unanfechtbar. Beim BUND reagierte man „tief enttäuscht und geschockt“. Naturschutzreferent Thomas Norgall: „Der Beschluss des Verwaltungsgerichtshofes ist eine ganz bittere Pille.“ Die Naturschützer bleiben aber optimistisch, dass die übrige Fläche von etwa 56 Hektar Bannwald noch gerettet werden kann.

Impressionen vom Waldsee

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