Inspiriert von der Partnerstadt

Bauboom an der Elisabeth-Selbert-Allee in Langen

Familienfreundlich und mit kleinen Quartiersplätzen sollen die Neubauten daherkommen, die Grafik liefert eine Vorstellung.

Langen - Benannt ist das Aranda-Quartier, das an der Elisabeth-Selbert-Allee entsteht, nach Langens spanischer Partnerstadt. Bis 2020 werden dort Häuser für 280 Menschen gebaut. Im Herbst soll es mit dem ersten Abschnitt losgehen. Von Julia Radgen 

Epple-Geschäftsführer Thomas Kirsch und Verkaufsleiterin Sabine Scheltwort gaben an der Selbert-Allee im Beisein von Bürgermeister Frieder Gebhardt (rechts) und Erstem Stadtrat Stefan Löbig (links) den Startschuss. Im Hintergrund sind das Areal des ersten Bauabschnitts sowie die Märkte an der Winkelwiese zu sehen.

Im Langener Nordend wird weiter kräftig gebaut: Nach den jüngst fertiggestellten Langener Terrassen und den gegenüberliegend entstehenden Reihenhäusern – beide Projekte entwickelt Bonava – fällt jetzt der Startschuss für das nächste Bauprojekt an der Elisabeth-Selbert-Allee. Auf gut 13.000 Quadratmetern Wohnfläche auf dem östlichen Teil des Areals – bis zu den Einkaufsmärkten an der Winkelwiese – entstehen mit dem Aranda-Quartier sechs Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 30 Wohnungen sowie 82 Reihenhäuser.

Bauherr ist die Emag, eine Tochtergesellschaft der Mainzer Aufbaugesellschaft und des Heidelberger Wohnimmobilienprojektentwicklers Epple. Das Unternehmen ist in der Stadt nicht unbekannt: Auch für 14 Reihenhäuser in der Elisabethenstraße sowie die Randbebauung des Platzes der Deutschen Einheit zeichnete Epple verantwortlich. Bei den neuen Häusern verfolgt der Bauträger ein besonderes Konzept: Nicht nur im Namen, auch optisch soll sich die spanische Partnerstadt Aranda de Duero, die in der Weinregion Ribera del Duero liegt, im neuen Quartier und Platz widerspiegeln.

Das Büro Florian Krieger Architektur und Städtebau aus Darmstadt hat das Farbkonzept der Häuser an die Fassadenfarben der nordspanischen Kleinstadt angelehnt. Mediterrane Sand- und Brauntöne sollen an die Steinbauten in Aranda de Duero erinnern. Für die architektonischen Formen haben die Planer ebenfalls Inspiration in Spanien gesucht.

„Es soll ein Quartier für alle Generationen sein“, sagt Epple-Geschäftsführer Thomas Kirsch. Deshalb kombiniere man verschiedene Haustypen mit vier bis fünf Zimmern; in den Mehrfamilienhäusern sind Drei-Zimmer-Wohnungen untergebracht. Die Eigentumswohnungen werden 80 bis 125 Quadratmeter groß sein, die Häuser bei 107 Quadratmetern beginnen. „Wir wollen, dass es erschwinglich ist“, betont Kirsch.

Weil die insgesamt fünf Baufelder direkt an der B 486 liegen, muss – wie an den anderen Baufeldern an der Nordumgehung – ein Lärmschutzwall errichtet werden. „Es war ursprünglich als Gewerbegebiet vorgesehen und hat deshalb eine schwierige Randlage“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt.

Als solches wurde es aber nicht genutzt, zuvor beherbergte das Areal Gärten und die Jukifarm, die bekanntlich in den Grüngürtel zwischen Margaretenstraße und Nordumgehung umziehen musste.

Die Arbeiten zum Lärmschutzwall, der sich dann von der Hans-Kreiling-Allee bis zu den Einkaufsmärkten zieht, sind schon in vollem Gange, berichtet Kirsch. Der Wall soll bepflanzt werden, sodass er schön grün ist, bis alle Häuser stehen. Die sollen je zwei bis drei Geschosse hoch sein und durch ihre Anordnung kleine Plätze und Höfe bilden. Jedes Haus habe zudem einen Garten. Gerade Familien komme entgegen, dass das Quartier autofrei werde, betont Kirsch. Es soll eine Erschließungsstraße am Lärmschutzwall geben. „Entlang dieser Straße wird auch geparkt, sodass es im Wohngebiet selbst keinen Autoverkehr gibt“, erklärt er.

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Los geht es mit den Arbeiten im ersten Bauabschnitt, der sich von den Einkaufsmärkten bis zu dem künftigen Aranda-del-Duero-Platz in der Mitte des 21.000 Quadratmeter großen Grundstücks erstreckt. Wie der Platz gestaltet wird, ist noch relativ offen (siehe Kasten). Insgesamt investiert Epple 50 Millionen Euro in das Bauvorhaben. Am Sonntag, 1. Juli, können Interessierte ab 10 Uhr das Areal unter die Lupe nehmen und Bagger fahren.

Der Vorsitzende des Fördererkreises für europäische Partnerschaften, Fritz-Jürgen Becker, begrüßt die Idee: „Es hat eine lange Tradition, dass in Langen Straßen, Anlagen und Plätze nach unseren Partnerstädten benannt werden. Daher freut es uns umso mehr, dass jetzt auch unserer jüngsten ,Schwester’ Aranda de Duero diese Ehre zuteilwird“. Und Bürgermeister Frieder Gebhardt verspricht: „Aranda wird eingeladen, wenn’s fertig ist.“ 2020 soll das der Fall sein. Bei den anderen Partnerstädten Romorantin und Tarsus habe man das bei der Einweihung der gleichnamigen Anlagen versäumt, gibt Gebhardt zu.

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