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Baustellen in Langen: Speierling-Gebiet kommt voran, Baugenossenschaft legt los

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Von: Manuel Schubert

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Vier Etagen ist das am weitesten fortgeschrittene Haus des neuen Wohngebiets „Am Speierling“ bereits hoch. Für drei Viertel der 80 Eigentumswohnungen hat sich bereits ein Käufer gefunden.
Vier Etagen ist das am weitesten fortgeschrittene Haus des neuen Wohngebiets „Am Speierling“ bereits hoch. Für drei Viertel der 80 Eigentumswohnungen hat sich bereits ein Käufer gefunden. © Strohfeldt

Auf den beiden Baustellen auf dem Langener Steinberg geht es vorwärts. Beim Wohngebiet „Am Speierling“ sind drei Viertel der Wohnungen bereits verkauft.

Langen – Es klingt, als hätte jemand in der Konrad-Adenauer-Straße zwei überdimensionierte Staubsauger angeworfen. Der Lärm kommt von den beiden mächtigen roten Kränen, die sich laut summend über der Baustelle für das neue Wohngebiet „Am Speierling“ drehen. Der eine transportiert weiße Betonklötze an Ort und Stelle, der andere hebt scheinbar mühelos einen tonnenschweren Container auf das größte der vier Gebäude, die hier aus dem Boden wachsen. Der Bau zählt bereits vier Etagen, die fünfte entsteht derzeit.

Der Eindruck täuscht nicht: Es geht schnell voran, rund um den prächtigen Speierling, der dem Wohngebiet seinen Namen gibt. Der knorrige Baum, der in der winterlichen Kälte seine Blätter bereits abgeworfen hat, wird behütet von einer gut drei Meter hohen Bretterwand. „Bolza 4 ever“, hat jemand mit schwarzer Schrift darauf gekritzelt, eine Reminiszenz an den kleinen Bolzplatz, der den großen Häusern weichen musste. Neben der provisorischen Schutzvorrichtung stapeln sich rote Backsteine, grüne Plastikrohre und lange Holzbalken am Straßenrand.

Bauprojekt am Speierling in Langen: Oktober 2023 sollen Wohnungen übergeben werden

Seit Anfang des Jahres ist der Bauträger, die Firma Kleespies aus dem Spessart, am Speierling zugange. „Der Bau geht gut voran“, sagt auch Frank Alexander, Geschäftsführer der Firma Hermann Immobilien aus Bruchköbel, die für die Vermarktung der 80 hier entstehenden Eigentumswohnungen zuständig ist. „Wir sind voll im Zeitplan“, betont Alexander, „bis jetzt hatten wir zum Glück keine Lieferkettenprobleme.“ Im Oktober 2023 sollen die Wohnungen an ihre neuen Besitzer übergeben werden. Von außen kann man den Eindruck bekommen, dass dies sogar früher der Fall sein dürfte: Das erste der vier Häuser ist im Rohbau schon fast fertig. „Der Innenausbau geht dann fließend weiter“, so Alexander.

Und das Wohngebiet „Am Speierling“ scheint begehrt. Nur noch ein Viertel der 80 Immobilien ist verfügbar. 55 Wohnungen seien bereits verkauft, fünf weitere reserviert, erläutert Alexander. Die Zwei-Zimmer-Wohnungen seien schon allesamt vergriffen, Wohnungen mit drei oder vier Zimmern gebe es noch. Die meisten der Käufer kämen aus Langen, Frankfurt, Dreieich oder Neu-Isenburg. „Es gibt aber auch zwei Ausreißer: Einer stammt aus Reutlingen, ein anderer aus Alzenau“, so Alexander. „Vor allem die Penthouse-Wohnungen mit dem besten Blick waren schnell weg.“ Das günstigste Speierling-Apartment koste 294 000, das teuerste 860 000 Euro. „Der Verkaufsstand ist sehr zufriedenstellend“, findet Alexander.

Auch die Baugenossenschaft legt nun auf dem Steinberg los. Zurzeit wird die Baugrube für das erste von vier Häusern ausgehoben.
Auch die Baugenossenschaft legt nun auf dem Steinberg los. Zurzeit wird die Baugrube für das erste von vier Häusern ausgehoben. © Strohfeldt

Fuf dem Steinberg in Langen gehen die Arbeiten voran: „Jetzt geht es richtig los“

Zurück auf dem Steinberg. Der rote Kipplader piept laut, als er rückwärts auf dem Grundstück einparkt, um die Erde aufzuladen, die sich bereits meterhoch dort auftürmt. Der staubige Asphalt unter seinen Reifen zeugt davon, dass es nicht der erste Transporter ist, der an diesem Tag vorgefahren ist. Denn auch hier – auf der anderen Seite der Konrad-Adenauer-Straße und direkt gegenüber der Speierling-Baustelle – wird seit Kurzem tatkräftig gewerkelt. Die Baugenossenschaft schafft dort unter dem Slogan „Steinberg leben. Unser Zuhause.“ ein neues Quartier mit Mietwohnungen. Ein Bagger hebt derzeit die Grube für das erste von vier Häusern aus. Auch ein gelber Kran ist bereits installiert.

„Jetzt geht es richtig los“, sagt Daniela Debesai, die zuständige Bauleiterin. Bereits seit 2017 plant die Baugenossenschaft das Projekt auf der bislang zugewachsenen und ungenutzten Fläche. Im Frühjahr wurde das Gelände gerodet, zuletzt der Grundriss noch einmal minimal modifiziert: Statt ursprünglich angedachten 86 Mietwohnungen gibt es nun 84, statt zwei Gewerbeflächen nur noch eine. Spätestens in zwei Wochen sollen die Arbeiter mit dem Rohbau beginnen, so Debesai. Auch das alte Technikgebäude, das an der Ecke Konrad-Adenauer-Straße/Am Schleifweg steht, werde demnächst zurückgebaut. Künftig soll die Anlage in einem Keller der Neubauten untergebracht werden. Die Versorgung der beiden Häuser, die bereits auf dem Grundstück stehen, bleibe währenddessen aber natürlich gewährleistet, so Debesai.

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Baustelle in Langen: Neben Wohnungen auch ein Gastronomie-Betrieb geplant

Neben den vier Häusern soll auch eine familien- und seniorenfreundliche Außenanlage entstehen, verrät die Bauleiterin, unter anderem ist ein großer Spielplatz geplant. Auch werden 23 Stellplätze im Außenbereich entstehen, einer davon mit einer öffentlich zugänglichen Ladestation für E-Autos. Auch zur Gewerbefläche gibt es Neuigkeiten: „Wir sind in Verhandlungen mit einem potenziellen Betreiber“, berichtet Debesai. Ein gastronomischer Betrieb soll es werden, der sowohl Frühstück anbietet als auch Abendessen oder ein Glas Wein. Debesai spricht von einem „ausgeklügelten Konzept, das alle Tageszeiten abdeckt“.

Die Wohnungen sollen im Sommer 2023 bezugsfertig sein. Die Baugenossenschaft plant laut Debesai, sie zu einem Quadratmeterpreis von maximal zehn Euro anzubieten. (Manuel Schubert)

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