Schmorgurken als Warnung

Mit Tag der offenen Tür feiern Stadtwerke Geburtstag

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Auf dem weitläufigen Gelände der Stadtwerke sieht es gar nicht zu voll aus – dennoch kamen rund 3000 Besucher zum Tag der offenen Tür und sorgten bei den Organisatoren für überaus zufriedene Mienen.

Langen - Die Stadtwerke Langen feiern Geburtstag: Seit nunmehr 110 Jahren versorgen sie die Einwohner in Langen und Egelsbach mit Strom, Wasser, Gas und Wärme. Von Vanessa Kokoschka 

Wenn Stefan Kusch mit einer Stromstärke von einem Ampere schon eine Rindswurst zum Rauchen bringen kann, dürfte jedem klar sein, was 16 Ampere im heimischen Haushalt mit einem menschlichen Körper machen.

Zum Jubiläum öffnete das Unternehmen seine Türen und lockte mit einem großen Fest auf sein Gelände in der Weserstraße. Unter dem Motto „Ein Fest für Sie – mit Energie“ veranstalten die Stadtwerke einen Tag der offenen Tür mit Volksfest-Charakter. Denn im Innenhof geht es turbulent zu: Kinder lassen sich schminken oder toben sich im Löwenzahn-Bauwagen aus und auf einer Art Hüpfburg spielen Teams aus Vereinen und Firmen gegeneinander Volleyball. Um diese Attraktionen herum stehen verschiedene Stände mit Essen und Trinken sowie eine Bühne, auf der Musiker und Bands wie Doctor Blond oder Markus Striegl für gute Stimmung sorgen.

Das Aufgebot ist fast dasselbe wie am Tag der offenen Tür 2013 – mit einem Unterschied: Während das Fest vor fünf Jahren buchstäblich ins Wasser fiel und das Wetter die Besucher schnell vergraulte, tummeln sich diesmal schätzungsweise 3000 Gäste auf dem Gelände, meint Stadtwerke-Direktor Manfred Pusdrowski.

Besucher, die mit dem Auto zu dem Versorgungsunternehmen kommen, merken das vor allem an der Parkplatzsituation: Nur mit Glück ist noch irgendwo im angrenzenden Wohngebiet eine Parklücke frei. Doch selbst für dieses Problem haben die Stadtwerke vorgesorgt: Eine Bimmelbahn fährt Besucher jede Viertelstunde durch das Wohngebiet und über die Walther-Rathenau-Straße zur Bahnstraße und wieder zurück zum Festgelände. Unterwegs gibt es Haltestellen, an denen Besucher ein- und aussteigen können.

Neben den Spiel- und Spaß-Angeboten geht es an diesem Tag auch sehr informativ zu. Die Stadtwerke bieten eine Führung durch die Turmspitze an, in der die Gebäudetechnik untergebracht ist. Und in den Werkstätten dürfen Neugierige hinter die Kulissen blicken.

Der Original-Bauwagen aus der ZDF-Sendereihe Löwenzahn machte auf dem Stadtwerke-Areal Halt und sorgte vor allem bei den Kindern für viel Spaß.

In der Elektrowerkstatt demonstriert Stefan Kusch mit Rindswürsten und Salzgurken, wie gefährlich der Strom aus der heimischen Steckdose werden kann. Der Elektriker der Stadtwerke setzt dafür zwei Elektroden an eine Salzgurke. Es zischt, glüht und Qualm zieht auf. „Das liegt daran, dass sie ähnliche Bestandteile hat wie der Mensch: also Wasser, Salz und Mineralien“, erklärt Kusch seinem Publikum – und sagt mit Blick auf den heimischen Stromkreislauf: „Wenn da einer rein greift, endet der Unfall meist an der Dialyse.“ Ob groß oder klein: Jeder der Zuschauer ist von dem Experiment beeindruckt – und auch etwas erschrocken. Schließlich ist der vom Fachmann verwendete Strom nur ein Ampere stark. „Zu Hause haben wir 16 Ampere“, informiert er.

Stadtwerke Langen feiern Geburtstag: Bilder

Während die Besucher bei Kusch lieber Abstand halten, geht es nebenan in der Gas- und Wasserwerkstatt ran an die Arbeit. Dort können Kinder Kupferrohre zusammenpressen oder Polyethylenrohre aneinander schweißen. Auch dort macht sich der große Andrang an Besuchern bemerkbar: „Uns geht langsam das Material aus“, stellt Pusdrowski fest. „Wir mussten schon alle Reste zusammen klauben“, fügt ein Kollege hinzu. Mit solch einer großen Resonanz könne man nur zufrieden sein, findet Pusdrowski.

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