Geschlechterverhältnis in Langen beinahe ausgeglichen

Verwaltung beschäftigt mehr Frauen in Führungspositionen

Rund die Hälfte der Führungskräfte bei der Stadt Langen sind weiblich: Ein Teil von ihnen versammelte sich mit Bürgermeister Jan Werner zum
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Rund die Hälfte der Führungskräfte bei der Stadt Langen sind weiblich: Ein Teil von ihnen versammelte sich mit Bürgermeister Jan Werner zum

Eine größere Ausgeglichenheit zwischen den Geschlechtern ist in der Langener Stadtverwaltung ein großes Thema. Nun legt die Stadt Zahlen vor, wie es um den Frauenanteil steht. Laut dem Zwischenbericht zum Frauenförder- und Gleichstellungsplan 2018 bis 2023 ist die Stadt dabei auf einem guten Weg.

Langen – Der Zwischenbericht, der den Zeitraum Januar 2018 bis Dezember 2020 beleuchtet – zählte die Verwaltung zum Stichtag 31. Dezember 2020 572 Beschäftigte – 434 Frauen und 138 Männer. Das entspricht einer Verteilung von 76 zu 24 Prozent. Ein Grund: Der Bereich Soziales und Kinderbetreuung, in dem überwiegend Frauen arbeiten.

Aber: Obwohl die „Frauenquote“ in der Kommunalverwaltung traditionell hoch ist, herrscht bei Führungspositionen Nachholbedarf. Immerhin lag in der Kernverwaltung aber zum Jahresende 2020 der Frauenanteil bei Führungskräften bei 49 Prozent. 2017 waren es mit nur 34 Prozent deutlich weniger.

Die prozentuale Verteilung weiblich/männlich ist gegenüber Ende 2017 in Bezug auf die Gesamtzahl der Beschäftigten bei der Stadt etwa gleich. Das Bild bei den 39 Führungskräften ist nun nahezu ausgeglichen: 19 Frauen und 20 Männer haben in der Kernverwaltung Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben. Zum Jahreswechsel 2017/18 waren es nur 14 Frauen, aber 27 Männer (bei 41 Führungskräften). Damals lagen von vier Fachbereichsleitungen drei in Männerhand, mittlerweile herrscht Gleichstand. Die gesamte Stadtverwaltung verzeichnet 66 Beschäftigte mit Führungs- oder Leitungsaufgaben (2017: 65), davon 42 Frauen (35) und 24 Männer (30) – ohne Bürgermeister und Ersten Stadtrat.

Langen will Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter fördern

„Der Bericht zeigt, dass Frauenförderung im Rathaus großgeschrieben wird“, betont Bürgermeister Jan Werner. „Gleichzeitig muss ich herausstellen, dass bei uns Frauen nicht wegen eines Plans mit Führungsaufgaben betraut werden, sondern weil sie hoch kompetente Kolleginnen sind.“ Wichtig um das zu ermöglichen, ist die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf – zum Beispiel durch gleitende Arbeitszeit, Telearbeitsplätze und Teilzeitmodelle. So arbeiteten mit Stichtag 31. Dezember 2020 47 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit, sechs Prozent mehr als 2017. Aber: Der größte Teil ist mit 242 weiblich. 28 Männer in Teilzeit bedeuten zehn Prozent – ein Anstieg von einem Prozent gegenüber 2017. „Der Wiedereinstieg in den Beruf mit geringem Arbeitszeitvolumen ist eine wichtige Maßnahme, die Frauen genügend Flexibilität ermöglicht, um Familie und Beruf verbinden zu können“, sagt die interne Frauenbeauftragte der Verwaltung, Claudia Brücher.

Frauenförderung betreibt die Stadtverwaltung auch beim Nachwuchs: In Ausbildungsberufen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, wurden sie bei gleicher Eignung mindestens zur Hälfte berücksichtigt. Ein Ausreißer ist der technische Bereich, in dem es an entsprechenden Bewerbungen mangelte. Alles in allem kommt der Zwischenbericht zum Förderplan aber zu einem positiven Fazit: „Die Ziele sind weitestgehend erfüllt.“  (jrd)

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