Spielplatz als i-Tüpfelchen

Langener Sozialausschuss diskutiert Konzept für Familienzentrum samt Kita

Langen Hessen: Spielplatz als i-Tüpfelchen
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Bekommt Langen ein Familienzentrum samt Kita?

Nicht bloß eine neue Kita, sondern gleich ein Familienzentrum mit dazu – das ist im Neurott in der ehemaligen Housing-Area geplant.

Langen - Die Stadtverordneten haben aber auch Änderungswünsche zum Konzept für das rund 3 825 Quadratmeter große Grundstück an der Steubenstraße, auf dem noch das alte Heizkraftwerk und der frühere Army-Supermarkt stehen. Die immensen Kosten für das Vorhaben – rund 7,7 Millionen Euro sind veranschlagt, die Stadt setzt auf Zuschüsse – darf der Sozialausschuss erst mal ausklammern.

„Das ist ein super Projekt, weil es in dem Quartier keinen Sozialraum gibt“, betont Ingo Eberhard (Grüne). Deshalb sei es von Vorteil, gleich „mehr als eine Kita“ zu bauen. „Wir begrüßen den Vorschlag“, sagt auch Sascha Dussa (CDU). Man müsse aber dafür sorgen, dass das Projekt auch schnell vorankomme. Als „interessante Idee“ lobt der FDP-Stadtverordnete Mathias Rhiel den Vorstoß. „Die Stadtmitte ist ja doch etwas entfernt für die Bewohner des Neurotts“, betont er.

Allerdings findet Rhiel: „Es ist eine große Fläche, könnte man da nicht einen Spielplatz in das Gesamtkonzept integrieren?“ Momentan gebe es ja nur die Spielplätze der ehemaligen Housing Area. Das sei durchaus eine Überlegung wert, betont Erster Stadtrat Stefan Löbig. 

„In der Tat werden die Spielplätze da immer weniger“, sagt der Sozialdezernent. Allerdings dürfe es nicht zu einer Vermischung mit dem Kita-Außenbereich kommen. Und: Das Zentrallager für alle Kitas, das an die neue Einrichtung angedockt werden soll, nehme viel Platz ein. Momentan werden Garagen bei der Kita mittendrin genutzt, die aber bald aus allen Nähten platzen, weshalb eine Alternative hermüsse.

Das Thema Spielplätze ist dem Langener Jugendforum eine Herzensangelegenheit – ihre Verbesserung das erste konkrete politische Anliegen, dem es sich widmen will. „Das Jugendforum begrüßt diesen Vorschlag“, sagt Gremienmitglied Jonathan Bari zur Idee. Die AG Spielplätze werde sich gerne an der konkreten Planung beteiligen, wenn es so weit sei.

Ein Diskussionspunkt ist der Umfang der geplanten Kita mit Zentrallager. Sie soll fünfzügig sein und Platz für 24 U3- und 75 Ü3-Kinder bieten. Vorab hatte der Magistrat die Möglichkeit einer siebenzügigen Kita geprüft – für schlappe 800 000 Euro mehr. Warum also nicht gleich sieben Gruppen unterbringen, will Michael Kraus (UWFB) wissen. Löbig verweist darauf, dass die Personalgewinnung für eine größere Einrichtung noch schwieriger wäre. „Kleinere Kitas sind attraktiver, da haben wir meist weniger Probleme, Erzieher zu finden, ist mein Eindruck“, sagt Löbig.

Die CDU treibt die Trägerschaft der Einrichtung um: Denn die Stadt will vom Usus abweichen und die Kita selbst betreiben. Allerdings soll laut Antrag geprüft werden, ob ein freier Träger übernehmen kann. „Wir fordern, dass die Stadt sich um einen freien Träger bemüht“, sagt CDU-Mann Dussa. Sonst tue sich seine Fraktion schwer, das Projekt mitzutragen – aus Kostengründen. „Die freien Träger bezahlen wir als Stadt ja auch – die arbeiten nicht kostenlos“, argumentiert Löbig. 

Die Grüne Martina Dröll verweist darauf, dass ein freier Träger Zuschüsse sogar übernehmen könne. Ihr Fraktionskollege Eberhard argumentiert mit mehr Einfluss der Stadt: „Ein paralleles Ding funktioniert nicht gut, es sollte alles in einer Hand bleiben. Wenn sie Trägerin ist, hat die Stadt mehr mitzureden.“ Die CDU aber fordert einen Änderungsantrag: „Wir sollten prüfen, ob eine städtische oder eine freie Trägerschaft wirtschaftlicher ist“, so Dussa. Darüber empören sich die Grünen: „Kinderbetreuung ist doch nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit!“, betont Eberhard.

Schließlich beauftragt der Ausschuss den Magistrat, die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Trägerschaften aufzulisten – nicht nur in Sachen Kosten. Außerdem soll ein Prüfauftrag zu einem Spielplatz in die Vorlage aufgenommen werden.

Von Julia Radgen 

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