Schulleiter Zotz verlässt Dreieichschule

Ein bisschen was von Bill Gates

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Verabschiedung: Schulamtsdirektorin Susanne Meissner (links) und stellvertretende Schulleiterin Heidi Höreth-Müller geben Bernhard Zotz die besten Wünsche mit auf den Weg nach Heppenheim, wo er das Starkenburg-Gymnasium übernimmt.

Langen - Zum Abschied war Bernhard Zotz für seine Schüler noch mal der Größte: Schulfrei nach der vierten Stunde, das hörten die Kinder und Jugendlichen am Gymnasium nur zu gerne. Von Markus Schaible

Während sie sich auf den Heimweg machten, zog es Lehrer, aber auch viele andere Gäste in die alte Turnhalle der Dreieichschule – zur offiziellen Verabschiedung des Schulleiters. Alte Turnhalle – eigentlich führt diese Bezeichnung ein wenig in die Irre. Denn nach der Einweihung der „neuen“ Dreifelderhalle 2007 wurde auch der Altbau 2009 komplett saniert. Beides fiel in die Amtszeit von Bernhard Zotz, der im Februar 2005 an die Dreieichschule gekommen war. Und das waren bei Weitem nicht die einzigen Bautätigkeiten, die unter seiner Ägide stattfanden. Kein Wunder also, dass gestern auch das Wort „Bauleiter“ erklang, als es um Zotz’ Verdienste ging.

Die rückte an vorderster Stelle Leitende Schulamtsdirektorin Susanne Meissner ins rechte Licht. Ein mittlerweile komplett sechszügiges Gymnasium mit 1375 Schülern sei eine sehr große Herausforderung, die Zotz aber hervorragend gemeistert habe. Turbo-Abi G8, Pädagogische Mittagsbetreuung, Rohbau und Sanierung, kleines Budget – das seien nur einige Schlagwörter, die die Aufgaben der vergangenen Jahre umschreiben. Zotz aber könne, so erklärte Meissner in ihrer launigen Rede, auf Fähigkeiten und Wesenszüge bauen, die auch andere Persönlichkeiten des Geburtsjahrgangs haben – Bill Gates, Michel Platini, Nicolas Sarkozy, Mr. Bean, Heintje, Kevin Costner. Nur mit den Damen des Jahrgangs (Marianne Rosenberg, Nina Hagen) habe sie keine Gemeinsamkeiten feststellen können...

Es war schon gut

Da es ja keine Verabschiedung in den Ruhestand, sondern eine Dienstabschnittsverabschiedung sei, habe Zotz nun die Chance, die Frage zu beantworten: Was würde ich anders machen, wenn ich noch mal von vorne anfangen könnte? Aber da gab ihm Meissner mit auf den Weg nach Heppenheim, wo er die Leitung des Starkenburg-Gymnasiums übernimmt: „Machen Sie nicht zu viel anderes. So, wie Sie es gemacht haben, war es schon sehr gut.“

Die Dreieichschule habe in den vergangenen Jahren sehr gute und tragbare pädagogische Konzepte entwickelt, sei gut vernetzt und werde in der Öffentlichkeit überaus positiv wahrgenommen. „Sie haben ein gut funktionierendes System mit aufgebaut“, lobte Meissner: „Wir lassen ihn nicht gerne gehen. Aber das Schiff wird nicht untergehen, weil er als Kapitän die Mannschaft sehr gut auf den Abschied vorbereitet hat.“

„Die Dreieichschule muss Sie nun schon zum zweiten Mal hergeben“, betonte Landrat Oliver Quilling als Vertreter des Schulträgers (Kreis Offenbach) und spielte damit darauf an, dass Zotz bereits in den Jahren 1982 bis 1994 als Lehrer in katholischer Religion und Biologie am Langener Gymnasium tätig war. Auch Quilling lobte, dass der scheidende Schulleiter „engagiert und erfolgreich seiner gewiss nicht einfachen Arbeit nachgegangen“ sei: „Sie sehen ihren Beruf nicht als Job, sondern als Berufung.“ Dies sei mit ein Grund, warum Zotz gleichermaßen beliebt sei im Lehrerkollegium, bei Eltern und Schülern.

Lange Rednerliste

Bürgermeister, Kirchenvertreter, Kollegen, Lehrer, Eltern- und Schülervertreter – die Liste der Redner war lang bei der Verabschiedung. Humorig dabei die Worte von Heribert Gött als Vertreter der Schulleitung, der verriet, dass sich „Lehrer Zotz“ bei seinem ersten „Gastspiel“ in Langen bei seinen Schülern unbeliebt machte, weil der die Neue Deutsche Welle als „nervtötenden Primitivsound“ bezeichnete. Zudem berichtete Gött von gemeinsamen Kochabenden im Kreis der Biologielehrer, „wobei er dem Vernehmen nach auch öfters Wein zu Wasser verwandelte“.

Und in der Zeit als Schulleiter habe Zotz neben den genannten Erfolgen noch andere Spuren hinterlassen: „Sein Kampf mit dem kleinen Nachbardorf, in Fachkreisen als die Kerbborschenaffäre bekannt, dürfte in die Annalen der Schule eingehen. Der Kampf gegen Pizzakartons ist trotz Schulseelsorge und der Bildung von Beratungsteams noch nicht entschieden.“

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