Küsterin Uschi Mardeck aus Langen berichtet über Ostervorbereitungen in der Corona-Krise

Trotz Corona-Einschränkungen nicht tatenlos: Küsterin Uschi Mardeck hat am Katharina-von-Bora-Haus Tulpen und Osterglocken gepflanzt.
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Trotz Corona-Einschränkungen nicht tatenlos: Küsterin Uschi Mardeck hat am Katharina-von-Bora-Haus Tulpen und Osterglocken gepflanzt.

Das wichtigste Fest der christlichen Kirchen steht an. Aber wie gehen Verantwortliche während der Corona-Krise damit um?

Langen – „Wir machen das Beste draus“, mit dieser positiven Haltung begegnet Uschi Mardeck den Ostervorbereitungen in diesem Jahr. Doch leicht fällt ihr das ganz und gar nicht. Als Küsterin der Evangelischen Kirchengemeinde Langen hat sie ihren Arbeitsschwerpunkt im Petrus-Gemeindehaus und dem Katharina-von-Bora-Haus, wo sie auch für den wöchentlichen Mittagstisch für Senioren zuständig ist. Bei vielen großen Veranstaltungen ist sie diejenige, die plant, einkauft, kocht, bewirtet und mitfeiert. Aber dieses Jahr ist alles anders.

Viel Vorbereitung vor dem Osterfest - eigentlich

Ihr geht es wie den meisten gerade: Die Corona-Krise stellt vieles infrage und so manche Sorgen schwingen mit. Veranstaltungen, die längst zur Tradition geworden sind, finden nicht statt. Menschen, die man selbstverständlich getroffen hat, sollte man möglichst meiden. Vieles, was ansteht, fällt gerade flach. Die 72-Jährige bedauert das. „Es ist wirklich traurig, dass es dieses Jahr so ist, ich habe mich immer auf die Osterfeierlichkeiten gefreut.“

Zu den Gottesdiensten und Feiern im Petrus-Gemeindehaus in der Bahnstraße kamen in den vergangenen Jahren stets viele Menschen. Für den frühen Karfreitagmorgen gestaltet sie sonst immer die Räumlichkeiten: Nun wird das Kreuz vom Altar genommen, keine Osterkerze, keine Blumen, die Glocken schweigen. Weltweit werden Gottesdiensträume so auf den Karfreitag vorbereitet.

Uschi Mardeck über normales Ostern: „Das macht solchen Spaß“

Üblicherweise steckte sie um diese Zeit schon mitten in den Vorbereitungen. Schon einige Tage vorher kauft sie ein: Ostereier, Kräuter für die Grüne Soße, frühlingshafte Servietten und allerlei Leckereien für das gemeindliche Osterfrühstück im Anschluss an die Osternachtfeier. Zusammen mit etlichen Helferinnen und Helfern steht sie in der Küche, Tische werden liebevoll gedeckt, Wurst- und Käseplatten vorbereitet.

Am Ostermorgen versammeln sich in manchen Jahren bis zu 120 Menschen um 6 Uhr früh am Osterfeuer. Nach einer Andacht gehen alle mit Kerzen in die noch dunkle Kirche. Der Ostergottesdienst wird gefeiert und danach gibt es ein großes Osterfrühstück für alle, die bleiben wollen. Die Küsterin erinnert sich mit Freude an die zurückliegenden Osterfeiertage. Stressig fand sie es nie, alles vorzubereiten: „Das ist so eine besondere Atmosphäre, das macht solchen Spaß, also ich habe mich immer sehr gefreut, das alles zurechtzumachen.“

Grundreinigung statt Osterfeier

Uschi Mardeck findet es schade, dass sie so vieles dieses Jahr nicht machen kann und dass sie auch viele nicht trifft, die sonst immer da waren. Sie musste die 250 Ostereier abbestellen und auch Grüne Soße gibt es nicht, obwohl sie sich extra eine neue Schneidemaschine für die Kräuter gekauft hat. Das schmerzt sie.

Stattdessen nutzt sie die Zeit, um mal eine richtige Grundreinigung zu machen. Sowohl in der Bahnstraße als auch im Katharina-von-Bora-Haus bringt sie alles auf Hochglanz. Die Kaffeekannen und -maschinen werden entkalkt. Sie wischt Schränke und räumt den Keller aus. Zwei Stunden am Vormittag nimmt sie sich jeden Tag dafür Zeit. Und natürlich desinfiziert sie alle Türklinken, damit sich niemand unnötig ansteckt. Nachmittags geht sie mit ihrem Mann in den Garten, wenn das Wetter es zulässt. Dort macht sie gerade die Gartenhütte sauber. Und sie hat sich vorgenommen, in den nächsten Wochen auch einen Frühjahrsputz bei sich zuhause zu machen.

Gefeiert wird trotzt Corona-Krise

Auch die Vorbereitung auf Ostern lässt sie sich nicht nehmen. An vielen Orten hat die gebürtige Schlesierin Tulpen und Osterglocken gepflanzt: nicht nur auf ihrem Balkon, auch vor dem Katharina-von-Bora-Haus und dem Petrus-Gemeindehaus. „Ich freue mich, wenn Menschen vorbeilaufen und die Blumen sehen“, gibt sie zu. Bei sich daheim hat sie auf dem Tisch einen schönen Osterstrauß stehen und auch Deko-Gras und Ostereier dürfen nicht fehlen.

Außerdem ist sie fest entschlossen, „wenn nach Ostern alles wieder okay sein sollte, dann mache ich die Grüne Soße eben danach – wir holen das nach!“ Bis dahin sind auch viele Kräuter in ihrem Garten gewachsen, die das Traditionsgericht noch leckerer machen. Unterdessen ist sie entschlossen, das Beste aus der Situation zu machen, und hofft, dass bald wieder Normalität einkehrt. „Und Ostern feiern wir trotzdem – so gut es eben geht!“

VON LENA MOERS

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