Übergangsgalerie „Zeitgeist“

Das Beste aus dem Leerstand gemacht

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Sie mag’s abstrakt, er rockig: Brigitte Grausam-Tynan und ihr Mann Gareth Tynan gehören zu den 22 Künstlern, die die leer stehenden Räume des Musik Luley mit Kunst bespielen.

Langen - Friseur, Lebensmittelladen, Bankfiliale, Antiquitätenhändler und zuletzt das Musikgeschäft Luley: Das Gebäude am Lutherplatz 5-7 hat schon verschiedene Gewerbe beherbergt. Von Vanessa Kokoschka 

Nun geht das „Räumchen-wechsel-dich“ weiter: Denn übergangsweise ist die Kunstgalerie „Zeitgeist“ im Laden eingezogen.

Die 182 Quadratmeter dienen nun vorübergehend als Ausstellungsfläche für Ölgemälde, Acrylbilder, Aquarelle, Collagen, Sprays, Skulpturen oder Fotografien. 22 Künstler präsentieren seit der Eröffnungsfeier am Mittwochabend dort ihre Werke. 16 von ihnen gehören dem Zusammenschluss „Art People“ an, der in der Stadt besonders durch ihre Art-Promenade bekannt ist. Die restlichen sechs Künstler sind Freunde der Gruppe und wurden dazu geladen.

Für Bürgermeister Frieder Gebhardt ist die Übergangslösung eine Traumkombination. Nicht nur, dass die Künstlerszene in Langen gefördert werde. ,,Wenig Leerstand sorgt auch für eine gute Nachbarschaft“, sagt Gebhardt. Davon ist auch Brigitte Grausam-Tynan überzeugt. Die Künstlerin der Art People ist begeistert von der Idee, mit Kunst den Leerstand zu kaschieren. ,,Ich bin froh, dass die Kunst in Oberlinden Schule gemacht hat“, sagt Grausam-Tynan. Zuvor sei es schwierig gewesen, leer stehende Ladenflächen für Kunst temporär zu nutzen.

Grausam-Tynan und ihr Mann Gareth Tynan stellen als einzige Fotografen in „Zeitgeist“ aus. Die Werke des Ehepaars könnten dabei unterschiedlicher nicht sein. ,,Und das, obwohl wir lange Zeit mit der gleichen Ausrüstung fotografiert haben“, sagt Tynan und lacht. Denn während er Künstler und Konzerte fotografiert, fokussiert sich seine Ehefrau auf abstrakte Fotografie. Eine herab schwebende Feder in ihren kleinsten Details oder strahlende Lichter-Konstellationen zu Bildtiteln wie „Goldregen“ oder „Sommernacht“ können sich Interessierte von nun an in der Galerie ansehen. ,,Ich fotografiere so, wie ich gerne malen würde“, beschreibt Grausam-Tynan ihre Kunst.

Malen wiederum ist das Stichwort für Irma Stella Velasco Serrano. Die Kolumbianerin fällt in der Ausstellung durch ihre farbenfrohen Werke aus dem Pointillismus auf. Mit winzigen, einzelnen Punkten kreiert Velasco Serrano ein ganzes Gemälde: Mit Öl auf Leinwand hängen nun zwei Tiger oder verspielte Ornamente an den Wänden. ,,Für mich ist das pure Entspannung“, schwärmt Velasco Serrano. Schon als Kind habe sie gerne gemalt und ihre Leidenschaft als Erwachsene professionalisiert.

Die Galerie „Zeitgeist“ ist noch bis Ende August zu besichtigen – vorausgesetzt, es findet sich früher kein neuer Mieter.

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