Von 0,0002 bis 100 Prozent

Beteiligungsbericht: Stadt Langen informiert über ihre 22 Töchter

Zu 75,2 Prozent im Besitz der Stadt: Die Stadtwerke in der Weserstraße 14.
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Zu 75,2 Prozent im Besitz der Stadt: Die Stadtwerke in der Weserstraße 14.

Er ist 60 Seiten dick, seine Bandbreite reicht von von 0,0002-prozentigen Mini-Anteilen bis hin zu hundertprozentigen Töchtern. Die neue Auflage des städtischen Beteiligungsberichts ist da.

Langen – Wie zahlreiche andere Städte und Gemeinden nutzt auch Langen die Vorteile privatrechtlicher Organisationsformen und hat daher eine Reihe von Aufgaben ausgegliedert. Über alle ihre Beteiligungen informiert die Stadt nun wieder in einem ausführlichen Papier.

Die jetzt vom Magistrat vorgestellte Auflage fasst den Stand vom 31. Dezember 2019 zusammen. Der Beteiligungsbericht stellt die mehrstufige Konzernstruktur übersichtlich dar. Wie daraus zu entnehmen, ist die Stadt aktuell an 22 Unternehmen direkt oder indirekt beteiligt, die laut Magistrat „maßgeblich zur Daseinsvorsorge beitragen“.

Der Bericht informiert anhand von Daten aus den Wirtschaftsplänen über Art und Umfang der jeweiligen Beteiligung und damit auch über deren Bedeutung. Die wirtschaftlichen Verhältnisse werden durch die Abbildung der Bilanz und einer Gewinn- und Verlust-Rechnung sichtbar. Lediglich bei einem Engagement unter fünf Prozent verzichtet der Magistrat auf eine detaillierte Darstellung.

„Durch den Bericht macht die Stadt ihre wirtschaftliche Betätigung für die Bürgerinnen und Bürger Langens und die politischen Entscheidungsträger transparent“, betont Bürgermeister Jan Werner. Ein Organigramm gibt eine Übersicht über alle Beteiligungen. Anschließend stellt der Bericht die Unternehmen im Einzelnen vor. In ihrer 100-prozentigen Tochter, der Beteiligungsmanagement Langen GmbH (BML), bündelt die Stadt ihre wichtigsten Beteiligungen: 2019 managte diese GmbH die städtischen Anteile an der Bäder- und Hallenmanagement Langen GmbH (100 Prozent), der Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH (55,6 Prozent) und an der Stadtwerke Langen GmbH (75,2 Prozent).

Diese wiederum waren zu 100 Prozent an der Stadtwerke Langen Immobilien GmbH beteiligt, außerdem zu neun Prozent an der Langener Baugenossenschaft, zu 6,6 Prozent an der Dynega Energiehandel GmbH, zu 1,2 Prozent an der Windpool GmbH & Co. KG, mit 12,5 Prozent an der Entega Windpark Erksdorf GmbH Darmstadt und mit 13,1 Prozent an der Bürger Energiegenossenschaft eG. Die Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH ist Muttergesellschaft der Pittler Berufsausbildung GmbH (100 Prozent).

Die Stadt ist außerdem zu 60 Prozent an den Abwasserreinigungsanlagen des Abwasserverbands Langen/Egelsbach/Erzhausen beteiligt. Darüber hinaus hält sie noch geringe Anteile an der Hessischen Flugplatz GmbH Egelsbach (2,54 Prozent), der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach, der Baugenossenschaft Langen eG, an der Kultur Region Frankfurt Rhein Main GmbH, an der Nassauischen Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungs GmbH, am Holzkontor Darmstadt-Dieburg AöR, der Volksbank Dreieich und der Regionalpark Rhein-Main Südwest GmbH.

Die Kommunalen Betriebe (KBL) befinden sich ebenfalls zu 100 Prozent in städtischem Besitz. Sie stellen als sogenannter Eigenbetrieb streng genommen aber keine Beteiligung dar. Die KBL sind ihrerseits zu 75 Prozent an der Abfallservice Langen Egelsbach GmbH beteiligt.

Finanziell gesehen die dicksten Brocken sind mit deutlichem Abstand die 5,7 Millionen Euro der Stadt im Stammkapital der Stadtwerke und 13 Millionen Euro bei den Kommunalen Betrieben. Doch es geht auch anders: Bei der Kultur Region Frankfurt Rhein Main beträgt der städtische Anteil lediglich 300 Euro.

Der Beteiligungsbericht wird am Donnerstag, 5. November, in der Stadtverordnetenversammlung erörtert. Anschließend liegt er im Rathaus (Fachdienst Controlling und Finanzen) sowie in der Stadtbücherei aus und kann dort eingesehen werden. Außerdem wird der Bericht auf der Homepage der Stadt veröffentlicht. (msc)

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