Stadt will Kanal analysieren

Unwetter: Sterzbach läuft über und flutet Altstadt-Keller

Wegen starker Regenfälle kam es in Langen am Sonntag zu vollgelaufenen Kellern. In der Altstadt trat der Sterzbach über die Flurkante, weshalb das Wasser in angrenzende Häuser drang. Für die Feuerwehr war es aber vergleichsweise ruhig. Altstadtbewohner haben sich bereits an die Stadt gewandt. Der Magistrat will die Lage analysieren.
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Wegen starker Regenfälle kam es in Langen am Sonntag zu vollgelaufenen Kellern. In der Altstadt trat der Sterzbach über die Flurkante, weshalb das Wasser in angrenzende Häuser drang. Für die Feuerwehr war es aber vergleichsweise ruhig. Altstadtbewohner haben sich bereits an die Stadt gewandt.

Für Sonntagmittag waren teils kräftige Schauer und Gewitter vorhergesagt und auch in Langen gab es starke Regenfälle. Die führten dazu, dass der Sterzbach im Bereich der Altstadt über die Flurkante trat: Es kam zu überschwemmten Altstadtgassen und vollgelaufenen Kellern.

Langen –„So schlimm war es diesmal nicht. Für die, die Wasser im Keller hatten, war es natürlich nicht schön, aber für uns als Feuerwehr war es vergleichsweise ruhig“, sagt Stadtbrandinspektor Frank Stöcker. Für die Feuerwehr sei es „nicht weiter dramatisch gewesen“ – sie musste zu fünf Einsätzen ausrücken.

Zwischen etwa 14 und 16 Uhr wurden die Langener Einsatzkräfte unter anderem in die Lutherstraße, die Borngasse und die Südliche Ringstraße gerufen. Dass der Sterzbach binnen kürzester Zeit so heftig übergelaufen ist, sei natürlich besorgniserregend, sagt Stöcker. „Da muss man eine Lösung finden“, meint der Stadtbrandinspektor. Aber Langen sei vergleichsweise glimpflich davongekommen

Blitz sorgt für dauerläutende Glocke in Langen

Neben dem Auspumpen von Kellern bei den Unwettereinsätzen wurde die Feuerwehr am Sonntagnachmittag parallel noch zu zwei weiteren Hilfsdiensten gerufen: In der Frankfurter Straße mussten die Einsatzkräfte eine Person aus einem stecken gebliebenen Aufzug befreien, der wohl einen technischen Defekt hatte. Mit dem Unwetter zusammen hängt aber der zweite, etwas kuriose Einsatz: „Am Friedhof in der Trauerhalle ist der Blitz eingeschlagen und hat vermutlich dazu geführt, dass die Glocke erst mal eine Stunde dauergeläutet hat“, erklärt Stöcker. Anwohner haben dann wegen des Dauergeläuts die Feuerwehr gerufen.

Zurück zum Sterzbach: Die Überschwemmungen durch die kurzen, aber heftigen Starkregenfälle nehme man sehr ernst, sagte Stadt-Pressesprecher Markus Schaible gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Eine Anwohnerinitiative hatte sich bereits gegründet und an den Bürgermeister gewandt, sodass die Rathausspitze das Thema ganz oben auf die Agenda hob. „Wir werden jetzt versuchen, den Anwohnern zu helfen und die Lage genau analysieren“, sagte Schaible.

So sah es nach dem Unwetter in der Langener Altstadt aus. Der Magistrat will die Lage analysieren.

Der Kanal sei eigentlich generell gut ausgelegt, meint der Stadtsprecher – „allerdings nicht auf solche Starkregenereignisse“. Zudem habe man im eingefassten Teil des Sterzbachs in letzter Zeit sehr viele Algen entdecken können. „Eventuell haben die den Kanal verstopft.“

„Das Wasser kam aber nicht nur aus dem Sterzbach, das ist ein topografisches Problem“, betont Schaible. Es sei teilweise schon über den unteren Freibad-Parkplatz an der Teichstraße geflossen und an den Kleingärten in der Altstadt herausgeschossen. Vor dem Gitter am Punkt, wo der Sterzbach unterirdisch verläuft, habe sich dann Schlamm gestaut, der über alle diese Wasserwege mitgerissen wurde.

Zum einen wolle die Stadt nun – das sei aber bereits vorher geplant gewesen – dieses Gitter des Sterzbachs umbauen lassen, „damit dort nicht mehr so viel hängen bleibt.“ Zum anderen sollen das Bachbett gereinigt und die Algen untersucht werden. Die Stadt will ein Ingenieurbüro damit beauftragen, Gegenmaßnahmen zu prüfen. „Die Weiherwiese hinter der Stadtmauer ist ja ein Feuchtgebiet, also eigentlich ein natürliches Regenrückhaltebecken“, so Schaible. Die Stadt will prüfen, ob man die Wiese dahingehend modellieren kann, dass sie noch mehr Wasser aufnehmen kann, um künftig ähnliches zu verhindern.

In Kürze soll es einen Runden Tisch mit Anwohnern, Feuerwehr, Ordnungsamt und KBL geben, um die Thematik weiter zu besprechen.

Von Julia Radgen

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