Blitzer wieder im Einsatz

Mit 75 Sachen durch die 30er-Zone

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Der Blitzer an der Fahrgasse fiel Mitte Dezember einem Brandanschlag zum Opfer – inzwischen „arbeitet“ er wieder.

Langen - Ein Monat Führerscheinentzug, vier Punkte und 200 Euro Bußgeld für Top-Temposünder 2012. Der Blitzer in der Fahrgasse ist wieder im Einsatz. Von Holger Borchard

Mit 97 Sachen über die Südliche Ringstraße – mit 75 Stundenkilometern durch die Tempo-30-Zone in der Dieburger Straße: Das sind „Bestleistungen“ unter den Verkehrssündern, die im vergangenen Jahr bei innerstädtischen Tempomessungen geblitzt worden sind. Generell sind 2012 die städtischen Einnahmen aus der Verkehrsüberwachung deutlich zurückgegangen.

3556 Mal blitzte es voriges Jahr auf Langener Straßen – und damit wesentlich seltener als 2011 (7443). Auch prozentual ging die Raserei zurück. Bei mobilen Messungen fiel der Anteil der Geblitzten am Gesamtverkehrsaufkommen von 14,3 Prozent (2011) auf 8,4 Prozent (2926 Fälle). Bei fest installierten Geräten sank die Zahl leicht von 0,08 Prozent auf 0,07 Prozent. Das sind 630 Raser bei ungefähr 860.000 registrierten Fahrzeugen. Fest installierte Radarfallen stehen in Langen nur an der Südlichen Ringstraße und an der Fahrgasse und haben inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad. Ihr „Wirkungsgrad“ ist deshalb im Vergleich zu den mobilen Messungen mit ihrem Überraschungsfaktor vergleichsweise gering.

Reparaturkosten für abgebrannten Blitzer: 20.000 Euro

Apropos Fahrgasse: Das von der Mörfelder Landstraße an die ehemalige B 3-Ortsdurchfahrt umgesiedelte fest installierte Radarmessgerät verrichtet seit einiger Zeit wieder seine Dienste. Zur Erinnerung: Mitte Dezember hatten ein oder mehrere Unbekannte den „Starenkasten“, der die Tempo-30-Zone in der Fahrgasse überwacht, bei Nacht mit Benzin übergossen und angezündet. Der Apparat wurde so stark beschädigt, dass eine kostspielige Reparatur fällig war: Die gut 40.000 Euro teure Kamera und das Gehäuse mussten für rund 20.000 Euro repariert werden.

„Und das, obwohl die Starenkästen bereits mit Sicherheitsglas und einer stabilen Hülle gegen Vandalismus gewappnet sind“, ärgert sich Erster Stadtrat Klaus-Dieter Schneider noch immer. „Diese Geräte sorgen dafür, dass sich die Autofahrer an die vorgegebene Geschwindigkeit halten und Langen sichere Straßen hat. Der Anschlag trifft nicht nur den Steuerzahler, sondern gibt den Rasern auch noch vermeintlich grünes Licht.“ Klarer Fall, dass die Stadt die Tat angezeigt hat – „früher oder später erwischt die Polizei diese Vandalen noch“, so Schneiders Hoffnung.

Einnahmen aus der Verkehrsüberwachung zurückgegangen

Ob man die Statistik als schlecht für den Stadtsäckel oder gut für die Verkehrssicherheit interpretiert, bleibt Geschmackssache – Fakt ist: Unter dem Strich sind 2012 die städtischen Einnahmen aus der Verkehrsüberwachung deutlich zurückgegangen: Nach 216.000 Euro im Jahr 2011 stehen nun zirka 170 000 Euro zu Buche. Den Grund sieht der Erste Stadtrat im Bau der beiden Kreisel auf der Mörfelder Landstraße und den Umzug der dortigen Radarmessanlage Richtung Altstadt. „Hinzu kamen personelle Engpässe, die dazu geführt haben, dass die mobilen Messteams voriges Jahr nur 152-mal ausrückten.“ 2011 waren es 230 Einsätze.

Für dieses Jahr ist der erste Stadtrat optimistisch: „Es wird wieder mehr Messungen geben.“ Zugleich betont er, dass die Verkehrsüberwachung der Sicherheit auf den Straßen diene und nicht den Stadtsäckel auffülle. „Die Einnahmen decken üblicherweise nicht mal die Personal- und Wartungskosten. Bußgelder ab 40 Euro aufwärts fließen mit Ausnahme des Verwaltungskostenanteils an das Land und nicht in die Stadtkasse.

Insgesamt knapp 900.000 Fahrzeuge erfasst

Den in der Dieburger Straße erwischten Raser kosteten seine 45 Sachen zu viel 200 Euro Bußgeld, vier Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. Gleiches widerfuhr dem Temposünder auf der Südlichen Ringstraße. Alles in allem waren von knapp 900.000 Fahrzeugen, die die mobilen und festen Messanlagen erfasst haben, gerade mal 0,39 Prozent zu schnell unterwegs. Die meisten Fahrer (2 420) hatten etwa zehn Stundenkilometer zu viel auf dem Tacho. Bei 889 waren es zwischen elf und 20 Kilometer mehr, 247 gaben noch kräftiger Gas. Dafür kassierten sie Bußgeldbescheide sowie Punkte in Flensburg.

Ins Visier genommen hat die Ordnungspolizei anno 2012 auch wieder die Falschparker. Die Zahl der verteilten Knöllchen sank von 12 837 auf 11 943. Ferner wurden 18 Gurtmuffel (2011: 29) sowie 26 (14) Telefonierer am Steuer erwischt.

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