Blues-Trip unter Volldampf

Langen - Nicht viele hessische Gemeinden verfügen über eine so lebendige Jazzszene wie die Stadt Langen. Bereits seit 40 Jahren organisiert die örtliche Jazzinitiative Konzerte, die auf ein begeistertes Publikum treffen. Von Sebastian Krämer 

So kürzlich, als vor ausverkauftem Haus mit Abi Wallenstein (Gesang und Gitarre), Torsten Zwingenberger (Schlagzeug), Georg Schroeter (Klavier) sowie Marc Breitfelder (Mundharmonika) ein hochklassiges Quartett in der Ölmühle steht.
Die norddeutsche Bluesformation um den 72-jährigen Frontmann und Sänger Wallenstein hat neben klassischen Bluestiteln eine Eisenbahnfahrt quer durch Amerika mitgebracht. Und Zwingenberger nimmt die vollauf begeisterten Langener mit auf eine perkussive Reise, die ihn bei seiner Solonummer auch durch den Urwald führt. Dank bemerkenswerter Klangeffekte und fehlender Klimaanlage hat das Auditorium stellenweise wirklich den Eindruck, sich auf einem Tropentrip zu befinden.

Für die aufgeheizte Stimmung ist auch das tanzfreudige Publikum verantwortlich, das es bei vielen Titeln nicht auf den Bänken hält. Angesichts der Turboklaviersoli, mit denen Schroeter über Bobby Troups „Route 66“ rast, ist dies auch wenig verwunderlich.

Als der stimmlich leider etwas angeschlagene Wallenstein dann sogar zum Mitsingen einlädt, erreicht die Stimmung während des dreistündigen Konzerts ihren Höhepunkt. Dabei versteht es der in Jerusalem geborene „Vater der Hamburger Bluesszene“ meisterhaft, die Zuhörer mit seiner charakteristischen Stimme mitzunehmen. Keine Zeile kommt kühl oder distanziert rüber; er hat sich wie die Bandkollegen dem Blues verschrieben.

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Ergebnis: Trotz zweier Zugaben müssen die Veranstalter kurz vor Mitternacht Musik aus der Konserve aufdrehen, um den tosenden Beifall abreißen zu lassen.

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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