Sanierung ab April

Stau-Gefahr! Die Brücke ist nicht zu ersetzen

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Auf einem alten Modell der Bahnüberführung ist in der Mitte die eigentliche Brücke, die für die Sanierung angehoben wird, gut zu erkennen.

Langen - Mit der Sanierung der Brücke zwischen Südlicher Ringstraße und Mörfelder Landstraße wird ab April die wichtigste innerstädtische Verbindung zwischen Langens Ost- und Westseite gesperrt sein. Von Sina Beck 

Was das für die Bürger bedeutet, konnten diese bei der Informationsveranstaltung im Rathaus erfahren, als die Projektverantwortlichen Rede und Antwort standen. Bereits 2012 wurde die Notwendigkeit erkannt, die 50 Jahre alte Brücke über die Bahnlinie Darmstadt-Frankfurt aus Sicherheitsgründen zu sanieren. Abbrechende Betonbrocken fielen damals auf parkende Autos. Nach langer Planung ist es nun so weit: Von 7. April bis 19. Dezember 2018 sollen die Sanierungsarbeiten, in deren Zuge die Brücke um 1,50 Meter angehoben werden muss, vonstattengehen.

Dr. Franz Jenisch von der planenden Ingenieurgesellschaft Hochreither Vorndran informiert bei der Veranstaltung im Rathaus verständlich über die bevorstehenden Arbeitsschritte, die in den laufenden Bahnbetrieb integriert werden sollen. „Wir wissen, dass die Brückensanierung zu einigen Unannehmlichkeiten führen wird“, räumt Bürgermeister Frieder Gebhardt unumwunden ein. Dass die Maßnahme aus Sicherheitsgründen notwendig ist, zieht auch keiner der rund 70 anwesenden Interessierten in Zweifel.

Planer Dr. Franz Jenisch (Mitte) erläuterte zusammen mit (von links) Erstem Stadtrat Stefan Löbig, Bürgermeister Frieder Gebhardt und den Verwaltungsfachfrauen Martina Becker und Heike Gollnow alle Details zur Sanierung der Brücke über die Bahnlinie.

Die Bürger zeigen sich generell sehr verständnisvoll, vor allem, da diese umfangreiche Instandsetzung für die nächsten Jahrzehnte Ruhe versprechen soll. Aber gerade die Anwohner fürchten, im Rahmen der Arbeiten Lärmbelästigung ausgesetzt zu sein, denn die Anhebung der Brücke soll nachts zwischen 23 Uhr und 7 Uhr vorgenommen werden. Die eingesetzten Hydraulikpressen seien jedoch leise und sollen die Bürger nicht um ihren Schlaf bringen, betont Dr. Jenisch.

Schwieriger sieht die Veränderung der Verkehrsführung aus, wie Martina Becker vom städtischen Fachdienst Öffentliche Sicherheit und Ordnung bestätigt: „Natürlich können die Umfahrungslösungen die Brücke nicht ersetzen.“ Trotz weiträumig angelegter Umleitungshinweise könne nicht garantiert werden, dass der Leerwegtunnel (die Unterführung zwischen Liebig- und Paul-Ehrlich-Straße), der nur als Umfahrung für den innerörtlichen Verkehr gedacht ist, nicht auch von anderen Ortskundigen genutzt wird. Ein Durchfahrgerüst von vier Metern Höhe soll zumindest verhindern, dass verirrte Lastwagenfahrer sich verschätzen und möglicherweise dann die Unterführung blockieren oder gar beschädigen.

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Kopfzerbrechen bereitet den Bürgern auch der „ohnehin schon katastrophale Zustand“ der Liebigstraße, deren Fahrbahndecke durch die zusätzliche Belastung weiter geschädigt wird. Erster Stadtrat Stefan Löbig verspricht, dass im Anschluss an die Brückensanierung dieses Problem angegangen werde. Zusätzliche Kosten sollen dadurch nicht auf die Bürger zukommen, wie Heike Gollnow vom städtischen Fachdienst Bauwesen, Stadt- und Umweltplanung betont: „Die Finanzierung wird hauptsächlich von den Investoren des Wohngebiets Liebigstraße übernommen und zum Teil von der Stadt.“

Ehrlich beantworten die Verantwortlichen alle auch unangenehmen Fragen – selbst wenn das bedeutet, zuzugeben, dass der Bauauftrag zumindest noch nicht schriftlich vergeben wurde. Gebhardt beteuert aber, dass man streng an den Zeitplan gebunden und daher nicht mit Verzögerungen zu rechnen sei.

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