Neuer Ausländerbeirat mit vielen Ideen

Brücken bauen zwischen den Nationalitäten

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Sie sind überwiegend Neulinge in der Politik, aber überaus engagiert: Der Ausländerbeirat hat sich viel vorgenommen.

Langen - Sie sind multikulti und überaus motiviert: 13 Männer und Frauen haben im Dezember ihre Amtszeit als neuer Ausländerbeirat angetreten. Sie sind demokratisch gewählte Vertreter der rund 5500 Langener mit ausländischem Pass und fast alle neu im Geschäft.

Aus dem alten Beirat hatten sich nur zwei Personen zur Wiederwahl gestellt. Nach einer Findungsphase hat das ehrenamtliche Gremium nun erste Ideen für die zukünftige Arbeit zusammengetragen. „Wir möchten Brücken bauen zwischen den Generationen und den Nationalitäten“, sagt Senait Kifle. Die 31-jährige Sozialpädagogik-Studentin stammt aus Eritrea und bildet zusammen mit dem türkischstämmigen Burhan Yilmaz die Doppelspitze des Ausländerbeirats. Beide wurden mit der gleichen Stimmenanzahl als Vorsitzende gewählt. Neben ihnen engagieren sich Hakan Altintas, Wali Ayobi, Dejan Bilanovic, Fatih Budak, Senad Buljubasic, Petar Lacic, Emre Söke, Ali Tekin, Gülay Uysal, Richard Williams und Ayse Yilmaz in der regelmäßig tagenden Runde. Die Familien der politischen Neulinge stammen aus Afghanistan, Bosnien, Eritrea, Kroatien, Serbien, Trinidad and Tobago und der Türkei.

„Der alte Ausländerbeirat hat seine Sache gut gemacht“, lobt Senait Kifle. Aber natürlich bringe jede personelle Veränderung auch frische Impulse in die Arbeit. Kein Wunder, dass mit der fast komplett neuen Besetzung viele Ideen aufkommen. Zur Debatte steht zum Beispiel eine regelmäßige Sprechstunde, in der nicht nur Besucher mit ausländischem Pass willkommen sind. „Dort könnten konkrete Sorgen und Probleme oder auch Anregungen und Ideen angesprochen werden“, erklärt Lea Berend vom städtischen Fachdienst Migration, Jugend, Spielplätze, die den Ausländerbeirat unterstützt. Auch für Vereine oder andere Kooperationspartner in Langen könne dies eine Schnittstelle sein. Veranstaltungsort für die offene Sprechstunde könnte das Schüler- und Familienzentrum an der Hans-Kreiling-Allee sein. „Ein solches Angebot passt zu uns“, führt Burhan Yilmaz aus. Ein offenes Ohr, Toleranz und interkulturelles Verständnis habe sich die Gruppe schließlich von Beginn an auf die Fahnen geschrieben.

Weiterhin angedacht ist ein Kunstprojekt über Demokratie unter Federführung von Richard Williams, der den Ausländerbeirat damit auch optisch stärker in Langen präsentieren möchte. „Visuelle und darstellende Kunst kann durch das Zusammenspiel der verschiedenen Kulturen eine beispielhafte Entwicklung nehmen“, ist sich der 44-jährige Grafik-Designer sicher. Er empfindet politisches Engagement als Chance zur Kommunikation und damit als Basis zur Verbesserung von Integration und Lebensqualität.

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Auch in der Flüchtlingshilfe sieht der Ausländerbeirat sein künftiges Betätigungsfeld. Die meisten der 13 Frauen und Männer haben sich schon vor ihrer Kandidatur ehrenamtlich in diesem Bereich engagiert. „Natürlich berührt uns das Thema sehr“, erklärt Senait Kifle. „Momentan informieren wir uns, wie wir am besten helfen können und wo genau Kooperationsmöglichkeiten liegen.“ Bessere Ansprechpartner als die Mitglieder des Beirats gäbe es bei der Integration kaum. „Wir alle haben schließlich selbst nicht-deutsche Wurzeln und sprechen gemeinsam eine Vielzahl von Sprachen, die uns den Kontakt zu den Flüchtlingen erleichtern.“ Ganz wichtig sei aber, „dass wir natürlich auch für die da sind, die schon vor der Flüchtlingswelle kamen und somit schon lange hier leben“, sagt Senait Kifle.

Seit 1991 gibt es einen Ausländerbeirat in Langen. Er hat die Aufgabe, die Interessen der ausländischen Einwohner zu vertreten und nimmt eine beratende Funktion gegenüber den politischen Gremien der Kommune ein. Darüber hinaus besitzt der Beirat ein Anhörungs- und Vorschlagsrecht. Wer Fragen zur Arbeit oder den Plänen des Ausländerbeirats hat, kann diese per E-Mail (auslaenderbeirat@langen.de) loswerden.

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