Defekter Brunnen vor dem Tore

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Trockengelegt: Der Brunnen vor dem Naturfreundehaus spendet kein Wasser mehr. Daran wird sich nichts ändern.

Langen - In Zeiten leerer Kassen klopfen die Stadtoberen kommunales Inventar auf Sparpotenzial ab, wo es nur geht. Und manchmal sind es schon kleine Dinge, die im Mikrokosmos eines Wohnviertels für Gesprächsstoff und gewissen Unmut sorgen. Von Holger Borchard 

Gerne landet so etwas dann bei der Lokalzeitung, nach dem Motto: „Könnt’ Ihr mal rauskriegen, was da los ist?“ Genau so verhält es sich mit dem Brunnen, der auf dem Oberen Steinberg in unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturfreundehaus steht. Die Naturfreunde sind es, die stellvertretend für Anwohner und Spaziergänger wissen möchten: Was ist mit diesem Brunnen los? Oder besser nicht los? Denn: Wasser auf Knopfdruck speit er ja schon lange nicht mehr. „Das stört uns, denn wir kennen das noch anders“, sagt Berni Blase im Namen der Naturfreunde. Aber es kommt noch schräger aus Sicht der Naturfreunde. „Unsere Mitglieder werden immer wieder gefragt, warum wir dem Brunnen das Wasser abgestellt hätten. Dabei haben wir gar nichts damit zu tun!“

Brunnen und Grundstück gehören der Stadt, betonen die Naturfreunde. „Pflege und Sorge für die Funktionsfähigkeit obliegen den Kommunalen Betrieben. Irgendwann danach kommen auch unsere Vereinsmitglieder ins Spiel, die sich bereit erklärt haben, immer wieder mal mit Arbeitseinsätzen für Sauberkeit rund um den Brunnen zu sorgen“, fasst Blase zusammen. Dass man sie als Übeltäter hinter dem Stillstand vermute, stoße etlichen Vereinsmitgliedern inzwischen kolossal auf, betont Blase. „Das allein schon deshalb, weil gerade seitens unseres Vereins immer wieder Anrufe bei der Stadt erfolgt sind, mit der Bitte, diesen Missstand zu beheben.“ Da dies alles bislang ohne Wirkung geblieben sei, setzt Blase nun auf den Appell via Lokalpresse an die Verantwortlichen der Stadt: „Bringen Sie das Wasser des Brunnens bitte wieder zum Fließen!“

„Ganz ehrlich – das steht nicht weit oben auf der kommunalen Agenda“, macht Joachim Kolbe, in dessen Zuständigkeit als städtischer Fachbereichsleiter auch die Langener Brunnen fallen, den Naturfreunden wenig Hoffnung. „Dass der Brunnen kein Wasser mehr hergibt, hängt vor allem mit seiner Störanfälligkeit zusammen, die immer wieder Reparaturen erfordert hat“, weiß Kolbe. Die Stadt habe nun mal ein gutes Dutzend Brunnen zu unterhalten, mit Augenmerk auf „Schwergewichten“ wie Vierröhren-, Europa- oder Lutherplatzbrunnen. „Vor Jahren wurde dann die Entscheidung getroffen, auch und gerade aus finanziellen Erwägungen heraus, diesen sogenannten Bedarfsbrunnen auf dem Oberen Steinberg nicht mehr zu reparieren. Und so steht er heute noch da: wasserlos und defekt.“ Der Versuch, den Wasserspender wieder flott zu machen, werde gewiss nicht leicht, fürchtet Kolbe. „Abgesehen vom fehlenden Geld steht zu befürchten, dass jegliche Reparatur nur von kurzer Dauer sein wird – insofern stellt sich schon die Sinnfrage.“

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