Bürger-Solaranlage arbeitet seit zwölf Jahren problemlos

Sonne erfreut den Geldbeutel

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Insgesamt 91 Solarmodule erzeugen auf dem Dach des Langener Rathauses sauberen Strom. Die Fotovoltaikanlage ist vor zwölf Jahren von Bürgern finanziert worden und arbeitet seitdem störungsfrei. Die Geldgeber freuen sich bis heute über hohe Zinsen für ihre Investition.

Langen - Das Dutzend ist voll: Seit rund zwölf Jahren liefert die Solaranlage auf dem Dach des Rathauses zuverlässig „sauberen“ Strom. Finanziert wurde die Fotovoltaikanlage seinerzeit von Langener Bürgern – und die freuen sich noch heute über eine jährliche Verzinsung von 4,5 Prozent. Von Markus Schaible 

Sie ist ein kleiner Baustein bei der Energiewende: Ende 2004 wurde die Bürger-Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Rathauses montiert. Insgesamt umfasst sie eine Fläche von 150 Quadratmetern: 91 Solarmodule wurden in einem Neigungswinkel von zwölf Grad nach Süden ausgerichtet aufgestellt. „Seitdem läuft die Anlage störungsfrei“, berichtet Stadtwerke-Direktor Manfred Pusdrowski: „Sie hat uns bislang viel Freude bereitet.“ Das lokale Versorgungsunternehmen betreut das Projekt federführend. Angeschoben haben es andere: der BUND-Ortsverband Langen/Egelsbach, der Ortsverband Langen des Naturschutzbundes und die damalige Langener Agendagruppe „Energie“. Die Stadt sowie die Stadtwerke waren schnell mit im Boot. Das Versorgungsunternehmen hatte bereits auf einem Hallendach des Flugplatzes Egelsbach eine Solaranlage errichtet, die seinerzeit eine der größten in der Region war.

Finanziert wurde der Bau über eine Bürgerbeteiligung: Mit Anteilen von mindestens 500 Euro konnten sich Langener beteiligen – und das Interesse war größer als gedacht: Insgesamt gaben 38 Geldgeber 75.000 Euro, damit konnte die Anlage sogar von ursprünglich geplanten 100 auf 150 Quadratmeter vergrößert werden. Animiert haben dürfte die Bürger damals nicht nur der Naturschutz-Gedanke (bei der Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom entstehen weder Treibhausgase noch andere Schadstoffe wie Schwefeldioxid, Stickoxide oder Staub), sondern auch die attraktive Verzinsung: 4,5 Prozent waren vor zwölf Jahren schon gut – heute ist es noch besser. „Die Leute haben aus heutiger Sicht ein gutes Geschäft gemacht“, sagt Pusdrowski.

Möglich ist das durch die Förderung des Bundes über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Das garantierte seinerzeit eine auf 20 Jahre festgeschriebene Vergütung von 57 Cent pro Kilowattstunde an solar erzeugtem Strom. „Normaler“ Strom kostet dagegen derzeit etwa drei Cent pro Kilowattstunde, verdeutlicht Pusdrowski die Höhe der staatlichen Subvention. Mit ihrer Leistung von 15 Kilowatt Peak hat die Solaranlage auf dem Rathausdach in den vergangenen zwölf Jahren gut 170.000 Kilowattstunden saubere Energie erzeugt. „Wir speisen pro Jahr zirka 14 000 Kilowattstunden ins Netz ein, das entspricht in etwa dem Verbrauch von drei Vierpersonenhaushalten“, erläutert der Stadtwerkedirektor.

Energiewende: Diese Probleme sind noch zu lösen

Die Solaranlage ist wie gesagt nur ein kleines Rädchen in der Energiewende. Aber nicht das einzige, an dem der lokale Energieversorger (mit)dreht. „Wir sehen uns in diesem Bereich sehr gut aufgestellt“, sagt Pusdrowski. Vor Ort setzen die Stadtwerke vor allem auf gasbetriebene Blockheizkraftwerke und den Ausbau des Fernwärmenetzes. „Das ist zwar nicht regenerativ, aber fortschrittlich und effizient“, so Pusdrowski: „Viel mehr können wir hier nicht machen. Windräder auf dem Steinberg aufstellen geht nicht ...“

Zudem sind die Stadtwerke an größeren Anlagen beteiligt, die Sonnenlicht und Wind in Strom umwandeln. Sie besitzen Module im Solarpark Dreieich-Buchschlag, sind an der Windpark-Gesellschaft Windpool beteiligt und seit 2015 mit einem Anteil von 12,5 Prozent Mitgesellschafterin des Windparks Erksdorf der Entega AG.

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