Zufrieden mit der „Aufholjagd“

Bundestagswahl in Langen: SPD hat knapp die Nase vorn

SPD und CDU liegen auch in Langen dicht beieinander.
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SPD und CDU liegen auch in Langen dicht beieinander.

Um kurz nach halb zehn am Sonntagabend sind alle Langener Wahlbezirke ausgezählt. Der Bezirk Adolf-Reichwein-Schule 2, in dem 1 350 Langenerinnen und Langener wahlberechtigt sind, hatte es bis zuletzt spannend gemacht – das Wahllokal war lange Zeit das letzte, das noch seine Zahlen melden musste.

Langen – Der hohe Briefwahlanteil zieht die Stimmauszählung wie überall in die Länge: Zwölf Briefwahlbezirke gibt es in Langen bei dieser Bundestags- und Landratswahl. Bereits über 40 Prozent der Langener hatten schon vor dem Wochenende ihre Stimme per Brief abgegeben. Gegen 20 Uhr ist erst die Hälfte der 36 Wahlbezirke ausgezählt. Doch als das vorläufige Endergebnis feststeht, ist klar: Der Bundestrend zeichnet sich auch am Zweitstimmen-Ergebnis in Langen ab.

SPD und CDU liegen dicht beieinander, doch die SPD hat auch in der Sterzbachstadt knapp die Nase vorn: Sie kommt auf 23,8 Prozent, die Christdemokraten nur auf 22. Platz drei – gar nicht so weit dahinter – sichern sich die Grünen mit 19,5 Prozent. Das bedeutet ein Plus von acht Prozent im Vergleich zur letzten Bundestagswahl. Während die FDP mit 14,3 Prozent zulegt, stürzt die AfD ab und landet bei 7,7 Prozent (2017: 12,1). Die Linke halbiert ihr Ergebnis nahezu (4,2/8,5).

Dass die SPD bei der Bundestagswahl stärkste Partei ist – auch bei den Langener Zweitstimmen – freut den SPD-Vorsitzenden Joachim Knapp. Die beinahe dreieinhalb Prozent mehr seien ein „schöner Zuwachs“. „Fast noch schöner“ ist für Knapp das gute Abschneiden von SPD-Kandidat Tuna Firat für den Wahlkreis 185. Der habe mit Björn Simon (CDU) eine „Aufholjagd“ um das Direktmandat hingelegt. Simon kann 26,4 Prozent der Langener Erststimmen auf sich vereinen, Firat 24,9. „Wer hätte das vor einem Vierteljahr gedacht?“ Im Bund würde sich der Langener SPD-Chef übrigens über eine Ampelkoalition freuen.

Beim CDU-Fraktionsvorsitzenden Christian Gött geht der Blick erst mal auf die Landratswahl, wo Christdemokrat Oliver Quilling deutlich vorne liegt. Auch dass Björn Simon in Langen die meisten Erststimmen geholt hat, freut den Langener Fraktionsvorsitzenden. Das Zweitstimmen-Ergebnis könne indes „nicht glücklich machen“. Für Gött ist es jedoch eindeutig vom Bundestrend beeinflusst: „Das ist ein klares Berlin-Wahlergebnis“. Das zeige der deutliche Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme und der Stimmenvorteil für den Landrat. „Da entscheiden die Langener Wähler ganz anders“. (Julia Radgen)

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