Vorläufiges Endergebnis der Kommunalwahl

CDU hat in Langen doch die Nase vorn

Bis Dienstagnachmittag wurde in der Langener Stadthalle fleißig ausgezählt – das Bild stammt vom Wahlabend – bis das Ergebnis feststand. F: strohfeldt
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Bis Dienstagnachmittag wurde in der Langener Stadthalle fleißig ausgezählt – das Bild stammt vom Wahlabend – bis das Ergebnis feststand.

Die CDU Langen hat das Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Grünen für sich entscheiden können. Das steht nach dem vorläufigen Endergebnis der Kommunalwahl fest. Hatten die Grünen im Trendergebnis noch mit rund 1,5 Prozent der Stimmen die Nase vorn, hat sich das gedreht.

Langen – Die Christdemokraten konnten durch die kumulierten und panaschierten Stimmzettel Boden gutmachen und kommen auf 25,9 Prozent, die Grünen knapp dahinter auf 25 Prozent. Das bedeutet für die CDU zwölf Sitze in der neuen Stadtverordnetenversammlung, für die Grünen elf. Die Christdemokraten konnten acht der zehn Briefwahlbezirke für sich entscheiden. Die Grünen erzielten die meisten Stimmen in den Wahlbezirken, die im Sportzentrum Nord und in den Sporthallen der Dreieich- und Adolf-Reichwein-Schule untergebracht waren. Große Sprünge von Kandidaten gab es bei beiden Parteien nicht. Bei den Grünen ist die Reihenfolge der Kandidaten mit den meisten Wählerstimmen sogar auf den ersten acht Plätzen identisch mit der Reihenfolge auf der Liste.

Die Hoffnung, noch einen Sprung zu machen, hat sich für die SPD nur geringfügig bestätigt: Sie konnte gegenüber dem Trend 0,9 Prozent zulegen und kommt auf 15,8. Damit verlieren die Sozialdemokraten trotzdem drei Parlamentssitze und kommen nur auf sieben. Erwin Schönwälder liegt mit 4 349 Stimmen ganz vorne, er war auf Platz acht angetreten. Dann folgt Monika Hoppe (Kandidatin auf Platz zwei) vor Spitzenkandidat Joachim Knapp.

FGW-NEV und UWFB profitieren von Kumulieren und Panaschieren

Die FDP erreicht 6,4 Prozent (Trend: 6,6) und ist wieder mit drei Sitzen vertreten. Die haben weiter FDP-Chef Rolf Diefenthäler und der bisherige Fraktionsvorsitzende Christian Jaensch inne, hinzu käme Ulrich Krippner.

Die Linke erreicht 5 Prozent (Trend: 5,9), was zwei Sitze bedeutet. Im Vergleich zu 2016, als sie 4,4 Prozent erreichte, kann sie sich aber steigern. Marianne Wurm, die zuletzt als fraktionsloses Mitglied der Linken (nach Zerfall der Fraktion) im Parlament war, bekommt Verstärkung von Matthias Rohrbach.

Die FWG-NEV hat vom Kumulieren und Panaschieren profitiert: Sie steigert sich im Vergleich zum Trend um 2,5 Prozentpunkte und kommt auf 15,3. Das bedeutet: weiter sieben Sitze. Die haben sich überwiegend die vorderen Listenkandidaten gesichert. Bis auf zwei Ausnahmen: Der langjährige NEV-Vorsitzende Heinz-Georg Sehring wurde – wenig überraschend – nach vorne katapultiert, Christa Sehring hat den Sprung von Listenplatz 21 geschafft und sich den siebten Sitz der NEV gesichert. Auch die UWFB hat ihren Trend um 0,5 Prozentpunkte auf 2,8 verbessert, verliert aber deutlich im Vergleich zur letzten Wahl (4,9 Prozent). Die Unabhängige Wählervereinigung, deren Ziel mindestens ein weiterer Sitz war, büßt einen ein: Michael Kraus wird fortan allein die UWFB vertreten.

Zwei Sitze im Stadtparlament für die neue WiLa

Über zwei Sitze darf sich die neue WiLa freuen. Die von Joost Reinke gegründete Wählerinitiative steigerte sich im Vergleich zum Trend minimal auf 3,8 Prozent. Neben Reinke wird Ayse Yilmaz Platz nehmen. Sie war auf Platz drei angetreten, erhielt mit 1 636 zu 1 389 aber mehr Stimmen als der Zweitplatzierte Stefan Felber.

Übrigens: Die Geschlechterausgeglichenheit, auf die viele Parteien bei ihrer Kandidatenliste Wert legten, ist teils auch im Parlament der Fall. Paritätisch besetzt wären die Duos der Linken und WiLA, bei der SPD sind drei der künftig sieben Stadtverordneten Frauen, bei der NEV sogar vier von sieben.

So viel Briefwahl wie noch nie, aber viele Stimmen ungültig

Ein Grund, warum das Endergebnis so lange auf sich hat warten lassen, war der hohe Anteil der Briefwähler: Er war mit 67,6 Prozent so hoch wie noch nie, heißt es aus dem Langener Rathaus. Das entspricht 8  340 der insgesamt 12  337 Wähler. Bedauerlich ist aber: Ein erschreckend großer Teil der Briefwähler hat die Unterlagen gar nicht oder zu spät zur Post gebracht, sodass am Montag und Dienstag noch Unterlagen bei der Stadt eingingen, wie Sprecher Markus Schaible sagt. Denn die Anzahl der Briefwahlanträge lag deutlich über 9 000. Es wurde diesmal auch stark kumuliert und panaschiert. Fast die Hälfte der Wähler hat davon Gebrauch gemacht. „Leider mussten wir feststellen, dass viele Wähler immer noch nicht mit dem Kumulieren und Panaschieren zurechtkommen. Die Anzahl der ungültigen Stimmzettel war höher als bei anderen Wahlen“, teilt Schaible mit. Auch hätten viele Wähler Stimmen verschenkt, indem sie nur für einen einzigen oder wenige Kandidaten gestimmt haben – aber kein zusätzliches Listenkreuz gesetzt haben.

Von Julia Radgen

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