CDU, FWG und FDP tragen Gebhardts Hoffnung zu Grabe

Langen - Stadthalle/Rathaus: Trio hält Pläne für überzogen

(fm) Diese Hoffnung kann Bürgermeister Frieder Gebhardt wohl begraben. Mit Blick auf die Umgestaltung des Bereichs zwischen Rathaus und Stadthalle bleiben CDU, FWG und FDP bei ihrer Meinung. Das untermauern die drei Fraktionen in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Die Pläne des Architekturbüros, die SPD, Grüne und Gebhardt favorisieren, halten sie für überzogen.

Der Rathauschef hatte in seiner Neujahrsansprache die Hoffnung formuliert, doch noch eine Mehrheit für eine „wirkliche Umgestaltung“ zu finden (wir berichteten). Darunter versteht er: eine Verkehrsberuhigung der Südlichen Ringstraße durch eine Reduzierung der Fahrbahnbreite, die optische Anpassung des Rathausvorplatzes an den neuen Vorplatz der Stadthalle und die Verlegung der Parkplätze hinters Rathaus.

Berthold Matyschok (CDU), Rita Poppenhäger (FWG) und Dieter Bahr (FDP) haben eine andere Sicht der Dinge. Weil Stadthalle und Rathaus völlig unterschiedliche Funktionen haben, sei es wenig sinnvoll, die beiden Gebäude „zwanghaft zu einem Ensemble zusammenzuführen“. Ein Rathaus sei ein Dienstleistungsbetrieb, der mit dem Auto gut erreichbar sein müsse. Der geplante „repräsentative“ Platz hätte nach Ansicht des Trios keine Funktion. „Hier ist kein städtischer Mittelpunkt, kein historischer Marktplatz, nicht einmal ein Café würde zum Verweilen einladen. Im Übrigen kann es nicht das Ziel sein, Aktivitäten, die derzeit auf der Bahnstraße oder dem Jahnplatz stattfinden, vor das Rathaus zu verlagern, da dies zu einer weiteren Schwächung der Stadtmitte führen würde.“

Die Dreier-Runde hat eigene Vorstellungen vom Umfeld des Verwaltungsbaus: „Unser Rathaus braucht ansprechend gestaltete und gut erreichbare Parkplätze, zumal wir mit der Zulassungsstelle zusätzlich zu den üblichen städtischen Dienstleistungen einen ausgesprochen automobilintensiven Service anbieten“, sagt Matyschok stellvertretend. Eine Andienung über die Wolfsgartenstraße, zu Lasten der Anwohner, könne niemand ernsthaft wollen.

Für sein Pendant auf FWG-Seite, Rita Poppenhäger, ist das Thema ein rotes Tuch. „Wir nehmen dieses Jahr in allen möglichen Bereichen Millionenbeträge in die Hand, als hätte Langen den Lotto-Jackpot geknackt. Neben den städtebaulichen Investitionen wie Stadthalle, Bahnstraße, Nord end oder Berliner Allee werden im Bereich der Kinderbetreuung 14 neue Stellen geschaffen, von weiteren Stellen ist bereits die Rede. Warum das Heil der Stadt nun in einem extravaganten Umbau des Straßenbereichs vor zwei öffentlichen Einrichtungen liegen soll, die von ihren Aufgaben her nichts miteinander zu tun haben, können wir nicht nachvollziehen.“

Für FDP-Fraktionschef Dieter Bahr „funktioniert“ die Südliche Ringstraße. „Weshalb soll sie künstlich verengt und zusätzlich mit Bushaltestellen auf der Fahrbahn ausgestattet werden, die wie ein Flaschenhals wirken und damit riskante Überholmanöver auslösen?“

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