VIELFALT IN LANGEN Schreibwettbewerb sammelt Botschaften / Plakataktion in der Stadt

Corona-Helden Danke sagen

Unter diesem Motto kann jeder seine Dankesbotschaft einreichen – ob an den Nachbarn, den Lehrer oder den Arzt.

Langen – Die vergangenen Wochen waren für viele Menschen schwer: Eltern mussten neben der Arbeit noch mit dem Nachwuchs lernen, Kinder durften nicht mit ihren Freunden spielen, Senioren in Pflegeheimen keinen oder nur eingeschränkt Besuch empfangen. VON JULIA RADGEN

Doch die schwierige Situation hat in Langen auch zu viel Solidarität geführt: Das Zeltlager-Team von St. Jakobus hat etwa einen Gabenzaun initiiert, als die Tafel geschlossen war, Vereine und Unternehmer sorgten durch Geld- und Sachspenden auch weiter dafür, dass Bedürftige mit frischen Lebensmitteln versorgt werden. Darüber hinaus gab es viele private Initiativen und Unterstützungsangebote: Das reichte von Menschen, die im Akkord Schutzmasken genäht haben bis zu jenen, die Einkaufs- und Botengänge für Angehörige von Risikogruppen und Hilfsbedürftige erledigt haben.

Jetzt, wo viele Menschen immer mehr zu ihrem Alltag zurückkehren, ruft die Partnerschaft für Demokratie „Vielfalt in Langen“ dazu auf, Danke zu sagen. Deshalb hat die durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ geförderte Partnerschaft einen Schreibwettbewerb ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Langen sagt Danke“, kann jeder seinem persönlichen „Corona-Helden“ einen Beitrag widmen. „Die Langener erhalten so Gelegenheit, Danke zu sagen: Vielleicht der engagierten Lehrerin, die engen Kontakt zu ihren Schülern gehalten hat, oder dem Pfleger, der dem pflegebedürftigen Vater auch emotional eine Stütze war?“, sagt Lea Wissel von der Koordinierungs- und Fachstelle „Vielfalt in Langen“. Trotz der gesamtgesellschaftlich angespannten Lage hätten viele Menschen in den vergangenen Wochen Hochstleistungen erbracht, andere gestützt und durch die gelebte Solidarität vieles erträglicher gemacht. „Neben vielen schlechten Nachrichten und der Zunahme von Verschwörungsmythen und Hetze im Netz konnten wir auf lokaler Ebene viel nachbarschaftliches Engagement und Solidarisierung beobachten. Viele Menschen sind zusammengeruckt,“ sagt Wissel.

Aber auch die Kassierer an der Supermarktkasse, Ärzte, Pflegekräfte oder Politiker haben in der Sterzbachstadt die Stellung gehalten und Überstunden geleistet. Nicht nur Privatpersonen, auch Institutionen dürfen Adressanten des eingereichten Dankestextes sein. „All diese kleinen und großen Bemühungen, niemanden auf der Strecke zu lassen, sollen nun zum Anlass genommen werden, diejenigen mit Danksagungen zu erreichen, die wenig Aufsehen um sich und ihr Engagement machen“, erklärt Wissel die Idee.

Die Botschaften sollen einen Satz beziehungsweise maximal 30 Wörter umfassen und können der Partnerschaft für Demokratie bis übernächste Woche auf verschiedenen Wegen übermittelt werden (mehr Infos siehe Kasten). Doch damit nicht genug: Die schönsten Einsendungen werden auf Plakate übertragen, gedruckt und überall im Stadtbild sichtbar gemacht. Denn das Ziel des Wettbewerbs und der daraus entwickelten Plakatkampagne sei es, dass die Langener miteinander über die Texte ins Gespräch kommen. „Durch die Sichtbarkeit der positiven Botschaften und die Wertschätzung im öffentlichen Raum bieten wir wieder positive Gesprächsanlässe“, betont Wissel. So trage der Wettbewerb dazu bei, das Engagement und gelebte Miteinander zu würdigen – auf dass es im besten Fall die Coronazeit überdauert.

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