Ein Abend für die Ewigkeit

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Rockige Preisträger in ungewohntem Outfit: Marcel Schweer, Fabi Fink, Dominik Westphal, Moritz Maier und Patrik Westphal sind Crayfish. Fürs Konzert schmissen sich die Jungs natürlich in Jeans.

Langen ‐ Live-Auftritte bergen immer das Risiko in sich, dass etwas schief läuft. Beim Crayfish-Konzert anlässlich der Verleihung des Kulturellen Förderpreises der Stadt Langen am Samstag in der Stadthalle trat nach einer halben Stunde aber gleich der Worst Case ein. Von Jenny Bieniek

„Sowas hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt“, resümiert Gitarrist Moritz Maier. „Wir waren ja auf so ziemlich alles vorbereitet und hätten neben fünf Gitarren noch 100 Ersatzsaiten parat gehabt, aber das ausgerechnet der Verstärker durchschmort, das war wirklich bitter.“ Doch gerade in solchen Situationen zahlt sich Bühnenerfahrung aus.

Improvisation war angesagt. Sänger Fabi Fink reagierte sofort und zog kurzerhand die erst für den späteren Abend geplante Akustik-Version von „Cruelty City“ vor. Dank der spontanen Hilfe eines Besuchers konnte die Bühnenshow kurz darauf mit neuem Verstärker weitergehen.

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Crayfish in der Stadthalle

Cool und mit einer unübersehbaren Bühnenroutine rockten Crayfish stilecht in Lederjacken und Röhrenjeans die aufwändig gestaltete Bühne und bewiesen einmal mehr, dass sie ihre Instrumente beherrschen und ihre Stimmen harmonieren. Die Westphal-Brüder strapazierten ihre Saiten, Moritz Maier wirbelte über die Bühne, Marcel Schweer gab am Schlagzeug alles. Kurz vorher hatte das Quintett die mit 1500 Euro dotierte Auszeichnung von Bürgermeister Frieder Gebhardt überreicht bekommen.

In ungewohnt festlicher Garderobe lauschten sie ihrer Laudatio. „Der Kulturelle Förderpreis unserer Stadt ist eine gewichtige Auszeichnung, den heute fünf begabte und sowohl national als auch international erfolgreiche Musiker entgegennehmen“, lobte Gebhardt. „Der Name Crayfish steht nicht nur am Sterzbach für mitreißende Rockmusik und wir sind stolz, dass ihr trotz der Verlockungen des kommerziellen Musikgeschäfts euren eigenen Stil bewahrt habt.“

Wer solche Fans hat, muss sich um seine Zukunft keine Sorgen machen. So ein Leben als Rock’n’Roller hat eben viele schöne Seiten.

Die Dankesrede der Preisträger fiel kurz aus, nach dem obligatorischem Pressefoto ging es schnell auf die Bühne. Das Publikum ist an diesem Abend auffallend heterogen. Zuhörer jeden Alters haben den Weg in die Stadthalle gefunden, um Crayfish die Ehre zu erweisen. Während die Jüngeren den Platz direkt vor der Bühne einnehmen, begnügen sich die Älteren mit den Plätzen an den Stehtischen im Hintergrund. Im Laufe des Konzerts finden sich immer mehr „Rock am Sterzbach“-Besucher ein, die zunächst noch zögernd den Saal betreten, sich kurz darauf aber von den Klängen mitreißen lassen.

Alrun Dürr ist mit Enkelin Lena (17) und weiteren Familienmitgliedern extra aus Ulm zum Konzert angereist und sichtlich begeistert: „Das Konzert ist klasse und ich freue mich, dass Junge, Mittlere und Alte da sind. Ich fühle mich hier nicht so alt, wie ich im Vorfeld befürchtet hatte“, lacht die 65-jährige und ist voll des Lobes für die Jungs, die schon an der Seite von Musikgrößen wie Sunrise Avenue gespielt haben und deren aktuelle Single „Broken Bridge“ bundesweit im Radio gespielt wird.

Aufwändige Bühnenshow mit Lichteffekten

„Wir fühlen uns natürlich geehrt und freuen uns, dass das, was wir machen, auch anerkannt wird“, ist sich die Band einig, die seit 2001 zusammen Musik macht und als Schülerband an der Dreieichschule ihren Anfang nahm. „Da steckt schließlich 'ne Menge Arbeit drin und das Geld hilft uns wirklich sehr, denn so eine Albumaufnahme ist eine kostspielige Sache.“ Der enorme Arbeits- und Organisationsaufwand im Vorfeld hat sich gelohnt, denn mit dem rund eineinhalbstündigen Konzert haben sich die Jungs gleich mehrere Träume erfüllt: Neben einer aufwändigen Bühnenshow mit Lichteffekten, Bühnengästen und kleiner Nebenbühne gab es zur Feier des Tages eine Zugabenummer mit Unterstützung eines Streicherquintetts.

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