Anlaufstelle für Migranten und Helfer

Neue Koordinationsstelle für Flüchtlingsarbeit eröffnet

+
Die Drei von der Koordinationsstelle (von links): Jolanta Rutkowska, Christraud Bommer und Gesine Hana.  

Langen - Der Name ist Programm: „Miteinander“ heißt die neue Koordinationsstelle für die Flüchtlingsarbeit, die die Stadt gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt betreibt.

Sie soll sowohl Hilfe für Flüchtlinge anbieten als auch die ehrenamtlichen Integrationshelfer unterstützen, erklärt Christraud Bommer, die verantwortliche städtische Mitarbeiterin. Seit Kurzem sind Bommer und ihr Team in frisch renovierten Räumen an der Rheinstraße 29 (zwischen Tegut und dem Restaurant „Anatolia“) zu finden. „Wir bieten Helfern und Hilfsbedürftigen damit eine wichtige Anlaufstelle – mitten im Stadtzentrum, gut sichtbar, besetzt mit kompetenten Mitarbeiterinnen“, ist sich die städtische Fachdienstleiterin Martina Waidelich sicher. Im besten Fall würden durch die zentrale Lage noch mehr Leute auf die vielfältigen Aktionen der Flüchtlingshilfe aufmerksam, um sich künftig für die gute Sache einzusetzen. Hoher Bedarf bestehe weiterhin, sagt sie.

Neben den Büros für die Verwaltungsarbeit und Beratungsangebote bietet das ehemalige Ladengeschäft Platz für kleine Veranstaltungen, Besprechungen oder Workshops. Fenster und Türen zieren fröhliche Blumenmuster, die Flüchtlinge unter Anleitung der Langener Künstlerin Renate Kletzka gestaltet haben.

„Wir vermitteln Paten an Flüchtlingsfamilien, beraten, organisieren Fortbildungen für freiwillige Helfer und stellen viele kleine und große Projekte auf die Beine, die Integration fördern und zur Mitarbeit anregen sollen“, erklärt Bommer die Aufgaben der neuen Organisationseinheit. Der Fokus liege künftig auch auf der Einbindung der Geflüchteten in die ehrenamtliche Arbeit. „Viele haben das Bedürfnis, für andere da zu sein und der Gesellschaft etwas zurückzugeben“, sagt die Fachfrau für Integration. Mittel- und langfristig sind die Ziele des Projektes weiter gefasst: Durch erste Kontakte in Ehrenamt oder Minijobs soll auch der Einstieg in Beruf und Ausbildung erleichtert werden.

Innerhalb des Awo-Projektes „Miteinander Aktiv“ arbeitet Jolanta Rutkowska an Bommers Seite. Dabei geht es ebenso um die Förderung von sozialer Gemeinschaft und die Integration der Geflüchteten. Konkret kümmert sich Rutkowska zum Beispiel um Aufbau und Vernetzung unterschiedlichster freiwilliger Hilfsangebote. Vor Ort unterstützt werden die beiden Frauen von Regina Heidecke, die als Sprecherin der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer reichlich Praxiserfahrung beisteuert, und von Johana Dudichum, freiberufliche Dozentin für Deutsch als Fremdsprache, die Informationen zu Sprachkursen parat hat. Zudem im Boot ist Gesine Hana vom Jugendzentrum, die sich um Angebote für Jugendliche kümmert.

Der finanzielle Aufwand beläuft sich auf etwa 100 .000 bis 120 .000 Euro im Jahr für 1,5 Personalstellen, Miete und Sachkosten. Gefördert werden die Aktivitäten durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration. Vergangenes Jahr übernahm dieses 90 Prozent der Kosten; welcher Anteil dieses Jahr bezahlt wird, erfährt die Stadt erst, wenn im Mai der Zuschussbescheid eingeht, erklärt Waidelich. „Die Förderung ermöglicht vieles, was wir für wichtig erachten“, sagt sie.

Der Mietvertrag für die neuen Räume läuft bis Ende 2018, Aussicht auf eine Verlängerung gebe es, wenn die Förderung ebenfalls weiter zur Verfügung stehe, so Bommer.

Papst auf Lesbos: "Wir sind alle Flüchtlinge"

Alle, die sich rund um die Flüchtlingshilfe engagieren möchten, können dienstags und donnerstags von 13 bis 15 Uhr oder mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr im „Miteinander“, Rheinstraße 29, vorbeischauen. Fragen zur Mitarbeit und den einzelnen Angeboten beantwortet Christraud Bommer auch telefonisch unter s 06103 5090593 oder per E-Mail an cbommer@langen.de.

Die Ehrenamtstreffen finden auch weiterhin jeden ersten Donnerstag im Monat um 18 Uhr im Gemeindezentrum der evangelischen Johanneskirche an der Uhlandstraße 24a statt. (ble)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion