Clicken, was das Zeug hält

„Dance Masters“ zeigen Tänze in hohem Tempo

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Auf die Beinarbeit kommt es an: Bei der Show „Dance Masters“ wird die Liebesgeschichte von Patrick (rechts) und Kate (links) auf die Bühne gebracht. Dazu gibt es reichlich irische Musik.

Langen - Der gläserne Vorbau erstrahlt in kräftigem Grün, die Bühne ebenso. Beides macht unmissverständlich klar, was die Zuschauer in den kommenden zwei Stunden erwartet: Die Stadthalle wird zum irischen Territorium. Die Dance Masters sind in der Stadt. Von Markus Schaible 

Irish Dance Shows wurden Mitte der 1990er Jahre populär – und sind es auch 2017 noch: In der Stadthalle sind nur wenige Plätze frei geblieben, als die ersten Klänge des irischen Dudelsacks, der Uilleann Pipes (Ellenbogen Pfeifen; er wird mit einem mittels des Ellenbogens betätigten Blasebalg mit Luft versorgt), erklingen. Und die Zuschauer sind Irland-Fans, das wird schnell klar: Bald wird mitgeklatscht, sowohl bei den Tänzern als auch bei den Stücken der dreiköpfigen Band, später sogar mitgesungen.

„Dance Masters! Best of Irish Dance“ ist primär eine Tanzshow, in der allerdings immer wieder das Trio mit Klassikern von der grünen Insel für Abwechslung sorgt. Getanzt wird eine Liebesgeschichte: Patrick liebt Kate, die allerdings mit einem anderen liiert ist. Selbst im Traum kann er sie nicht für sich gewinnen – doch diese Szenen bieten der Truppe die Gelegenheit, auch Einblicke in die Vergangenheit des irischen Tanzes (in diesem Fall 200 Jahre zurück beziehungsweise in den 1950er Jahren) zu bieten. Und am Ende, keiner hätte es bezweifelt, bekommt Patrick natürlich seine Kate ...

Über den irischen Tanz an sich müssen wohl kaum Worte verloren werden. Die Truppe bietet die Stepptänze hoch professionell dar – die Oberkörper wie gefordert immer sehr starr, sehr statisch, dafür in den Beinen umso schneller. Und wie schnell. Da wird mit den Heavy Shoes geclickt, was das Zeug hält – und manch einer im Publikum wundert sich, dass man mit den Füßen so fix sein kann.

Dass die Stadthallenbühne nicht sonderlich hoch ist und die allermeisten im Publikum somit durch die vor ihnen Sitzenden die Beine vom Knie abwärts gar nicht sehen, stört dabei nicht: Ein Kameramann am Rande der Bühne sorgt dafür, dass die flinken Füße in Großaufnahme auf einer Leinwand zu bewundern sind. Und ein paar Bilder der grandiosen irischen Landschaft gibt’s auch dazu – allerdings ziemlich unscharf.

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Aber die Zuschauer sind ja auch nicht da, um Landschaften anzuschauen. Sie wollen Stepptänzer sehen, die in atemberaubendem Tempo über die Bühne wirbeln. Und dazu Musik hören. Wobei Sänger Barry Tierney (der auch schon mal auf Platz eins der irischen Hitparade stand) zeigt, dass er genauso schnell singen kann wie die Tänzer steppen. Und der Meinung ist: „We’re from Ireland. Our english ist schlecht, aber unser Deutsch ist schlechter.“ Es reicht immerhin, dass er mit dem Publikum gemeinsam auch auf Deutsch singt – das Volkslied „The Wild Rover“, aus dem Klaus & Klaus einst „An der Nordseeküste“ gemacht haben.

Schnelligkeit legen die Tänzer übrigens auch beim Umziehen an den Tag. In zahlreichen Kostümen, die teilweise Motive historischer Vorbilder aufnehmen, sind sie zu sehen. Das Publikum honoriert das Gesamtwerk der Show mit reichlich Applaus – und so dürfen die Dance Masters auch nach dem Happy End der Liebesgeschichte noch eifrig über die Bühne clicken.

Am 11. März ist die Show in Bad Soden zu erleben. Infos: www.bestofirishdance.de

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