Mehr Familien brauchen mehr Plätze

Dauerbrenner Kinderbetreuung in Langen

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Symbolbild

Langen - Die prekäre Situation in der Kinderbetreuung hat sich etwas entspannt, da derzeit zumindest alle Erzieher-Planstellen besetzt sind. Aber Langen ist eine bei jungen Familien beliebte Wachstumskommune, weshalb weitere Betreuungsplätze benötigt werden. Die Verwaltung hat jetzt die Ideen bewertet, die bei einem „Kita-Fachtag“ erarbeitet wurden.

Die Anzahl an Betreuungsangeboten für Kinder in Langen steigt; in Kürze ist beispielsweise der Baubeginn für die neue Awo-Kita auf dem Gelände des DRK-Seniorenheims an der Frankfurter Straße zu erwarten. Dort sollen 99 Kinder unterkommen. Dennoch reichen die Angebote in der Stadt bei der großen Nachfrage noch nicht aus. Der städtische Fachbereich lotet deshalb alle Möglichkeiten aus, um ausreichend Betreuungsplätze anbieten zu können.

Vergangenen Herbst hatte die Verwaltung unter der Federführung des Dezernates II auf Anregung der Stadtverordnetenversammlung einen „Kita-Fachtag“ organisiert, um neue Strategien auszuloten. Eingeladen waren städtische und freie Träger von Kindertagesstätten, die Fördervereine der Grundschulen, die Kindertagespflegevermittlung, der Kreis Offenbach als Jugendhilfeträger, Vertreter der Politik sowie verschiedene Referenten. Dabei wurden zahlreiche Ideen und Lösungsansätze entwickelt.

Das Ergebnis kann sich nach den Worten von Fachbereichsleiter Constantin Strelow Castillo durchaus sehen lassen, auch wenn man etlichen Ideen auch die „Hilflosigkeit“ ansehe: „Wenn es einfach wäre, hätten wir das Problem schon lange gelöst.“ Es gebe leider nur wenige Stellen in der Stadt, „wo wir noch Entwicklungspotenzial haben“.

Dennoch hat die Verwaltung in ihrer Nachbetrachtung etliche Ansätze herausgearbeitet, die sich weiter verfolgen lassen. „Auch wenn nicht alle Anregungen kurz- oder mittelfristig realisierbar sind, bekamen wir doch einige Vorschläge präsentiert, die zumindest langfristig umsetzbar wären: etwa wie die Nutzung von Wohncontainern auf der ,grünen Wiese‘ oder die Anmietung von Räumen in leer stehenden Gebäuden. Grundbedingung ist natürlich, dass entsprechende Angebote auf dem Markt vorhanden und bezahlbar sind“, erläutert Erster Stadtrat Stefan Löbig.

Andere Empfehlungen, wie die Kooperation mit Nachbargemeinden, werden im Falle von Egelsbach mittlerweile schon erfolgreich in die Tat umgesetzt. Mit den übrigen Kommunen im Kreisgebiet sei die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet jedoch schwierig, da die Städte und Gemeinden häufig über keinerlei freie Kapazitäten in ihren Kindertagesstätten verfügen. Die Räumlichkeiten des „Treff Nord“ an der Nordendstraße werden ebenfalls bereits von der Kita Nordlicht und dem Begegnungszentrum Haltestelle gemeinsam genutzt, ohne dass die Senioren sich für ihre Kurse ein neues Domizil suchen müssten.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Da manche Anregungen nur vom Kreis Offenbach als zuständige Behörde umgesetzt werden können, forderten die Workshop-Teilnehmer die anwesenden Politiker auf, ihre Kollegen im Kreistag um Unterstützung zu bitten. So im Falle der Erweiterung der Geschwister-Scholl-Schule. Die Stadtverordnetenversammlung ist ebenfalls in der Lage zu helfen: Durch die Änderung beziehungsweise Aufstellung von Bebauungsplänen wäre es möglich, auf dem Gelände hinter dem Schwimmbad an der Teichstraße oder dem Parkplatz an der Neuen Stadthalle weitere Betreuungseinrichtungen zu bauen.

Alle Ergebnisse der Tagung werden heute Abend dem Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport vorgestellt. Dann sind die Politiker an der Reihe, sagt Strelow Castillo: „Sie müssen sich darüber klar werden, wie es weitergehen soll.“ (ble)

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