Fraktionen streiten über Erweiterungsfläche für Langener Gymnasium

Dreieichschul-Ausbau: „Den Stadtgarten kriegt ihr nicht!“

Vielleicht keine Augenweide, aber schützenswert: So argumentieren die Fraktionen, die keine Flächen des Stadtgartens für die Dreieichschul-Erweiterung opfern wollen. Die CDU schließt das als Ultima Ratio nicht aus.
+
Vielleicht keine Augenweide, aber schützenswert: So argumentieren die Fraktionen, die keine Flächen des Stadtgartens für die Dreieichschul-Erweiterung opfern wollen. Die CDU schließt das als Ultima Ratio nicht aus.

Drei Änderungsanträge, zwei Lager und im Grunde eine klare Zielsetzung sind Basis der Diskussion um die Erweiterung der Dreieichschule. Denn im Stadtparlament herrscht Einigkeit, dass das Langener Gymnasium dringend mehr Platz benötigt – nur wo ist die Frage. Denn CDU, FDP und der fraktionslose Michael Kraus (UWFB) sind gewillt, notfalls Flächen des Stadtgartens dafür zu opfern, SPD, Grüne und FWG-NEV – unterstützt von den Mini-Fraktionen von WiLa und Linke – wollen das keinesfalls.

Langen - Die „seltene Allianz“ von Grünen, SPD und NEV, wie es im Stadtparlament am Donnerstagabend spöttisch heißt, hatte einen gemeinsamen Antrag eingebracht, der vier Punkte vorsieht. Die ersten beiden – dass für die Raumnot an der DSL eine Lösung gefunden werden muss und der Magistrat dem für die Schulplanung verantwortlichen Kreis helfen soll – sind unumstritten und werden vom Parlament einstimmig angenommen. Nicht so aber, dass der Zugriff auf den Stadtgarten ausdrücklich ausgeschlossen werden soll und der Magistrat darüber nicht mit der Kreisverwaltung verhandeln und bereits gegebene Zusagen zurücknehmen soll.

Jens Duffner (Grüne) argumentiert, dass es auf dem Schulgelände selbst Erweiterungsmöglichkeiten gebe. Zudem könnten andere Langener Schulstandorte oder auch Egelsbach einbezogen werden. „Wir sind nicht Herr des Verfahrens, aber wir wollen verhindern, dass der Kreis die einfachste Lösung – mit Flächen des Stadtgartens – wählt“, erklärt Duffner.

Der Blick nach Egelsbach ist auch die Stoßrichtung des Änderungsantrags der WiLa: Sie schlägt vor, die Planung einer weiterführenden Schule mit Egelsbach als interkommunale Zusammenarbeit voranzutreiben. „Die Schullandschaft muss sich verändern, es kann nicht alles auf Langen ausgerichtet bleiben“, so Joost Reinke.

CDU Langen: Nichtzustimmen sendet fatales Signal an den Kreis

Die CDU hat mit der FDP und Michael Kraus (fraktionslos, UWFB) einen eigenen Änderungsantrag eingebracht. Knackpunkt des Textes: Kapazitätserweiterungen sollen am Standort der DSL vorgenommen werden, nicht in anderen Kreiskommunen. Christian Gött (CDU) sieht das als Bekenntnis zum Schulstandort Langen und ist „fassungslos“ über die Einstellung „Den Stadtgarten kriegt ihr nicht!“ der anderen Parlamentarier, die das mit Klatschen und Gröhlen bekräftigen. „Sie werden das später den Eltern erklären müssen!“, warnt Gött. Diese Beschlusslage sende ein fatales Signal an den Kreis. Auch Christian Jaensch (FDP) meint, der Landrat werde schauen, welche Kommunen Flächen haben und ausbauwillig sind – dann ziehe Langen den Kürzeren. „Wenn der letzte Ausweg ein Stück Stadtgarten ist, dann muss das eben sein“, so Jaensch.

Claudia Trippel (NEV) und Joachim Knapp (SPD) betonen einhellig, der Antrag sei keine Ablehnung des Schulstandorts Langen oder eine Entscheidung gegen die Dreieichschule, aber der Stadtgarten sei schürzenwert. Überdies mute man Egelsbacher Schülern jeden Tag zu, nach Langen zu kommen. „Warum nicht andersrum?“, fragt Knapp. Hierzu meldet sich auch Cornelius Miller vom Jugendforum zu Wort und sagt, solche Schülerströme seien gang und gäbe. Auch das Jugendforum wolle den Stadtgarten erhalten.

Am Ende der emotionalen Diskussion werden die streitbaren Punkte des Ursprungantrags – den Stadtgarten als Baufläche auszuschließen – mehrheitlich angenommen – gegen die Stimmen von CDU, FDP und Kraus. Für die beiden Änderungsanträge stimmen nur jeweils die Antragsteller selbst.

Von Julia Radgen

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare