Kurs des Langener Gymnasiums nimmt an HR-Video-Wettbewerb teil

Dreieichschüler zwischen Schein und Sein

Der Unterschied zwischen Schein und Sein spielt für das Videoprojekt des Darstellendes-Spiel-Kurses nicht nur inhaltlich eine Rolle. Auch beim Drehen ergibt eine andere Perspektive ganz neue Möglichkeiten.
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Der Unterschied zwischen Schein und Sein spielt für das Videoprojekt des Darstellendes-Spiel-Kurses nicht nur inhaltlich eine Rolle. Auch beim Drehen ergibt eine andere Perspektive ganz neue Möglichkeiten.

Alljährlich schreibt der Hessische Rundfunk den Videowettbewerb „Meine Ausbildung – Du führst Regie“ aus. Auch an der Dreieichschule wird dafür gerade gedreht. Die Jugendlichen experimentieren dabei auch mit filmischen Möglichkeiten, die Wirklichkeit zu verzerren.

Langen – Langsam lässt sich Dennis von einer Metallstange in der Turnhalle der Dreieichschule hinabgleiten. Akrobatisch hängt er dort, mit dem Kopf nach unten, freiem Oberkörper und in lila-rotes Licht getaucht. Während der 17-Jährige die Stange erklimmt, um wieder und wieder an ihr herunter auf die Matte zu rutschen, beratschlagen drei seiner Mitschülerinnen, wie sie ihn am besten filmen können. Schließlich ist sich Sina sicher, dass die letzte Runde gut gelungen ist.

Sie sitzt hinter einem kleinen Turnkasten, auf dem eine Gin-Flasche steht. Davor halten Lilly und Sophie einen silbrig-glitzernden Vorhang, der den Blick auf Dennis dahinter frei lässt. Jetzt das Smartphone in den richtigen Winkel bringen, den Abstand anpassen und aufnehmen: Nun sieht es auf dem Video so aus, als rutsche Dennis direkt in den übergroßen Flaschenhals. Und so verschwindet der Dschinn in der Ginflasche.

Alles eine Frage der Perspektive: So sieht es aus als rutscht Schüler Dennis direkt in die Flasche.

Es ist eine der letzten Szenen, die der Kurs Darstellendes Spiel (DS) für sein großes Projekt drehen muss. Die Schülerinnen und Schüler nehmen zusammen mit Lehrerin Katrin Aurich am Videowettbewerb „Meine Ausbildung – Du führst Regie“ des Hessischen Rundfunks teil. Ein weiterer DS-Kurs Aurichs aus dem Abiturjahrgang hat sich ebenfalls für den Wettbewerb angemeldet. Von der Gin-Szene werden am Ende nur wenige Sekunden im fertigen Kurzfilm landen, der höchstens sieben Minuten lang sein darf. Trotzdem steckt viel Arbeit darin, was an diesem Drehtag besonders Dennis zu spüren bekommt.

In Kleingruppen haben die Schüler sich damit beschäftigt, wie ihre Zukunft nach dem Abitur aussehen könnte. „Wir zeigen bestimmte Berufe, wie wir sie uns als Kinder vorgestellt haben und wie sie in der Realität sind“, erklärt die 16-jährige Sina. In ihrer Gruppe ging es ums Prinzessin sein. Der schöne Traum von hübschen Kleidern und weißen Pferden zerplatzt im Video aber schnell, denn so ein Titel bringt auch Verpflichtungen mit sich und in der Öffentlichkeit zu stehen, kann auch Nachteile haben.

Der Wettbewerb

„Meine Ausbildung – Du führst Regie“ findet im 13. Jahr statt. Abgabetermin ist der 31. Mai, eine Jury um die Youtuberin Coldmirror kürt im Sommer die Gewinner. Es winken Geld- und Sachpreise im Wert von insgesamt 14 000 Euro.

Die Jugendlichen sind begeistert bei dem Projekt dabei. Sie haben alles so organisiert, dass sie mit wenigen Mitschülern zusammen unter Corona-Bedingungen drehen können. Das sei eine schöne Abwechslung gewesen zu dem sonstigen Homeschooling allein vor dem PC.

Ein gewisser Ehrgeiz ist auch zu spüren. Seit Februar arbeitet der Kurs neben dem eigentlichen Unterricht an seinem Video-Projekt. „Wir wollen natürlich gewinnen. Auch wenn das für mich nicht im Vordergrund steht. Ich weiß gar nicht, was der Preis ist, nur, dass unser Film im Fernsehen gezeigt werden würde“, sagt die 17-jährige Sophie und lacht. Es werden in verschiedenen Kategorien Preise verliehen – etwa für den besten Film, das beste Drehbuch oder die beste schauspielerische Leistung.

Von Theresa Ricke

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