Logistikers Traum

Deutsche Flugsicherung - Grundsteinlegung für neues Zentrum in Langen 

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Bewährter Standort: Wo bis zum Sommer das 1971 errichtete alte DFS-Logistikzentrum stand, wird nun bis zum Jahr 2021 der Neubau hochgezogen.

Wo bis zum Sommer das 1971 errichtete alte DFS-Logistikzentrum stand, wird nun bis zum Jahr 2021 der Neubau hochgezogen. Die Offenbach Post berichtet.

Langen – „Wir wollen heute einen neuen Abschnitt in der Geschichte der Flugsicherung am Standort Langen einläuten. “ Aus diesen Worten von Ralf Bertsch, Leiter des Bereichs Systeme und Infrastruktur-Dienste bei der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH, ist herauszuhören: Hinter der Grundsteinlegung gestern Nachmittag verbirgt sich deutlich mehr, als bei dem Begriff Logistikzentrum zu erwarten wäre. Denn mit dem Versand von Päckchen und Paketen, wie er am gestrigen Black Friday in anderen Logistikzentren einen Jahreshöhepunkt erreichte, hat das neue Gebäude, das auf dem DFS-Campus entsteht, so gar nichts zu tun.

Systeme der Flugsicherung sind langlebig

Die Systeme der Flugsicherung, insbesondere Radar- und Navigationsanlagen, sind langlebig. Und sie müssen für die Sicherheit im Luftverkehr jederzeit zuverlässig arbeiten. Um dies über viele Jahre zu gewährleisten, ist die langfristige und schnelle Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Verbrauchsmaterialien unverzichtbar. „Das können wir nur mit einer effektiven und zentralen Logistik leisten“, sagt Bertsch. Umso wichtiger sei es, dieser Logistik ein angemessenes Zuhause zu schaffen, damit diese Rolle nachhaltig sichergestellt wird.

Die DFS hält für ihre technischen Systeme mehr als drei Millionen Bau- und Ersatzteile vor, die derzeit an zwei nahegelegenen Standorten gelagert werden. Der rund 24 Millionen Euro teure Neubau ermöglicht künftig dank modernster Lagertechnik die Verfügbarkeit aller Komponenten an einem Standort.

Zeitdokument: Eine gestrige Ausgabe unserer Zeitung hat Ralf Bertsch, Leiter des Bereichs Systeme und Infrastruktur-Dienste bei der DFS, mit in die Zeitkapsel gelegt, die in den Grundstein des neuen Logistikzentrums eingemauert wurde.

„Die DFS pflegt eine ausgesprochen nachhaltige Strategie im Umgang mit ihrer technischen Infrastruktur. Hier wird Technik auch noch repariert und nicht weggeworfen“, macht Bertsch den Gästen der Grundsteinlegung klar, warum das Geld für den Neubau aus Sicht der DFS gut angelegt ist. Daran werde auch eine eventuell rückläufige Entwicklung des Flugverkehrs angesichts des Klimawandels (für die es aktuell aber keine Anzeichen gebe) nichts ändern. „Selbst ein Verkehrsrückgang von zehn Prozent würde wahrscheinlich sehr wenig an der Bereitstellung der flugsicherungstechnischen Infrastruktur ändern“, so Bertsch.

Vorgängergebäude der DFS-Logistik aus dem Jahr 1971 war ältestes Bauwerk der Flugsicherung in Langen

Das Vorgängergebäude der DFS-Logistik aus dem Jahr 1971 war das älteste Bauwerk der Flugsicherung in Langen und somit Vorreiter für den DFS-Campus. Ein Artikel von Klaus Göbel über die Geschichte der im Sommer abgerissenen Halle aus unserer Zeitung liegt nun ebenso in der „Bulle“ (Zeitkapsel), die in den Grundstein eingemauert wurde, wie unsere gestrige Ausgabe sowie etliche Dokumente über die DFS.

Der Entscheidung für das neue Logistikzentrum war eine eingehende Prüfung möglicher Alternativen, etwa eine Kernsanierung des alten Gebäudes oder ein Standortwechsel, vorausgegangen. Dabei habe sich der Abriss und Neubau des Logistikgebäudes auf derselben Fläche sowohl wirtschaftlich als auch strategisch als die beste Vorgehensweise herausgestellt, erläutert Bertsch. Für die Unterbringung der Logistik in die Interimsstandorte mussten im vergangenen Jahr mehr als 1 000 Paletten umgezogen werden.

„Weil wir alles an einem Standort haben“

Wenn das Gebäude 2021 eröffnet werde, sei seine Abteilung flexibler, „weil wir alles an einem Standort haben“, betont Hansjörg Hanika, Leiter des Bereichs SIS Logistik. Davon würden sowohl die DFS selbst als auch ihre Kunden profitieren. „Wir sichern und gewährleisten den Support über die gesamte Systemlaufzeit“, unterstreicht Hanika. Positiv sei auch, dass „wir wieder die Möglichkeit haben, enger mit unseren Kollegen in Kontakt zu stehen – nicht nur beim gemeinsamen Mittagessen in der Kantine am Campus.“

Als „Mosaikstein unserer Air Traffic City“ bezeichnet Bürgermeister Frieder Gebhardt das Neubauprojekt. Und er freut sich: „Mit dem Bau bekennt sich die DFS einmal mehr zum Standort Langen.“ Die Stadt könne sich seit 45 Jahren mit dem Unternehmen, das über weltweites Renommee verfüge, schmücken: „Die Flugsicherung zählt zu den Leuchttürmen in unserer Stadt.“

von Markus Schaible

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