Programm „Respekt Coaches“

Dreieichschule Langen und Internationaler Bund wollen Extremismus vorbeugen

Freuen sich auf die Zusammenarbeit: Schulleiterin Nicole Ott, Lehrer Andreas Habermann, IB-Mitarbeiterin Anna Fuchs (IB), stellvertretender Schulleiter Stefan Kirchmaier und IB-Chefin Hanneliese Einloft-Achenbach (von links).
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Freuen sich auf die Zusammenarbeit: Schulleiterin Nicole Ott, Lehrer Andreas Habermann, IB-Mitarbeiterin Anna Fuchs (IB), stellvertretender Schulleiter Stefan Kirchmaier und IB-Chefin Hanneliese Einloft-Achenbach (von links).

Die Dreieichschule Langen möchte gegen Radikalisierung und Extremismus vorgehen. Das Gymnasium kooperiert mit dem Internationalen Bund (IB) beim Programm „Respekt Coaches“.

Langen – Es sind große Ziele, die sich die Dreieichschule für die nächsten Jahre auf die Fahne geschrieben hat. Doch sie könnten aktueller nicht sein: menschenfeindlichen Ideologien entgegenwirken, Radikalisierung vorbeugen, Demokratieverständnis fördern. „Wir legen auf die politische Bildung sehr viel Wert“, sagt Schulleiterin Nicole Ott. „Jetzt können wir das Ganze auf noch professionellere Füße stellen.“ Denn das Gymnasium hat am Donnerstag einen Kooperationsvertrag mit dem Internationalen Bund (IB) unterzeichnet. Gemeinsam werden beide am Programm „Respekt Coaches“ teilnehmen.

Hinter dem Namen verbirgt sich ein Projekt der Jugendmigrationsdienste des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Umgesetzt wird es von Trägern vor Ort – in diesem Fall der IB. „Wir haben es immer als Bereicherung empfunden, Impulse von Außen zu bekommen“, betont Ott und verweist auf die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Café 46 der Evangelischen Kirchengemeinde.

Langen: Dreieichschule erarbeitet Konzept zur Vorbeugung von Extremismus

Wie genau sich die Dreieichschule mit dem Thema Respekt auseinandersetzen wird, muss sich noch zeigen. Das Konzept wird nun ausgearbeitet. „Es ist sehr viel denkbar“, erklärt IB-Mitarbeiterin Anna Fuchs, die das Programm „Respekt Coaches“ bereits mit der Max-Eyth- und der Heinrich-Heine-Schule in Dreieich umgesetzt hat. „Wir können individuell auf die einzelnen Klassen eingehen.“ Möglich seien etwa Seminare, Workshops, Theaterprojekte, Ausstellungen, Ausflüge, Arbeitsgemeinschaften, Diskussionsrunden oder wenn nötig auch eine individuelle Beratung. Dazu kann der IB auf eine Reihe verschiedener Bildungsträger zurückgreifen, etwa die Theaterpädagogen von Creative Change aus Offenbach, der Verein basa aus Neu-Anspach, der sich um die politische Bildung Jugendlicher kümmert, oder das Gewaltpräventionsprojekt HeRoes, ebenfalls aus Offenbach.

Rassismus, Sexismus oder Rechtsextremismus sind bislang im Alltag am Dreieichgymnasium kein wirkliches Problem gewesen, wie Schulleiterin Ott betont. Damit das auch so bleibt, soll das Programm „Respekt Coaches“ nun radikalen Tendenzen entgegenwirken. „Es ist wichtig, präventiv zu arbeiten – nicht erst, wenn etwas passiert ist“, findet Hanneliese Einloft-Achenbach, Leiterin des IB-Bildungszentrums Langen. „Wir wollen die Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisieren: Tolerieren wir uns in unserer Unterschiedlichkeit? Dürfen wir alle sein, was wir sein wollen?“

Dreieichschule Langen: Das Thema Extremismus ist präsent

Präsent ist das Thema Extremismus in der Goethestraße 6 aber sehr wohl. Andreas Habermann, Lehrer für Politik und Wirtschaft, leitet seit dem vergangenen Jahr eine 35-köpfige Arbeitsgruppe, die es sich zum Ziel gesetzt hat, dass die DSL in das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen wird. „Ungerechtigkeit triggert die Schüler, sie sind da sehr reflektiert“, hat Habermann festgestellt. Das hänge mit dem Zeitgeist zusammen, glaubt er. „George Floyd, Hanau – das ist nicht spurlos an den Schülern vorüber gegangen.“ Bei kniffligen Fragen – etwa, wie man mit radikalen Äußerungen eines Mitschülers oder mit Corona-Leugnern umgehen sollte – kämen die Lehrkräfte jedoch schnell an ihre Grenzen, betont Habermann. „Da wäre es besser, einen Experten einzuladen.“ Durch das Programm „Respekt Coaches“ wird das bald noch einfacher möglich sein. (Manuel Schubert)

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