Theatergruppe SpielWerk

Theater-AG zeigt Theaterversion von Funkes "Herr der Diebe"

Die viele Arbeit hat sich gelohnt: Die Theatergruppe SpielWerk, die sich aus Kindern und Jugendlichen aller Jahrgänge der Dreieichschule zusammensetzt, überzeugt mit ihrer Version des Jugendbuchklassikers „Herr der Diebe“.

Die Theater-AG SpielWerk der Dreieichschule hat sich der Theaterversion von Cornelia Funkes Jugendroman „Herr der Diebe“ angenommen.

Langen – Es ist ein Buchklassiker, den die Theater-AG SpielWerk der Dreieichschule da am Freitagabend auf die Bühne der Stadthalle bringt: Dieses Jahr nehmen sich die Mitwirkenden unter der Leitung von Katrin Aurich der Theaterversion von Cornelia Funkes Jugendroman „Herr der Diebe“ an. Und wie bereits in den Jahren zuvor bietet die Stadthallenbühne den perfekten Ort für die Vorführung der Gruppe, bei der Kinder und Jugendliche aller Jahrgangsstufen mitwirken. Die Inszenierungen des SpielWerks sind mittlerweile fester Bestandteil des städtischen Kinder-Theater-Programms.

Ohne große Effekthascherei kommt die Aufführung am Freitagabend in der Stadthalle aus. Fotos: Strohfeldt

Diesmal erleben die Zuschauer beim Stück „Herr der Diebe“ die Geschichte des Geschwisterpaars Prosper (Vivien Lippert, Ellen Schiller) und Bo (Jonas Hoffmann), das nach dem Tod der Eltern nach Venedig flüchtet, um seiner Tante Esther (Tamara Jonientz) und Onkel Max Hartlieb (Noah Stehle) zu entkommen. Die beiden haben das Sorgerecht für Bo beantragt, Prosper jedoch wollen sie in ein Waisenhaus stecken. Die Hartliebs kommen jedoch schnell dahinter, dass sich die Kinder in Venedig aufhalten, und engagieren einen Privatdetektiv (Robin Passon), um sie zu finden.

Prosper und Bo haben sich in der Zwischenzeit einer Bande junger Diebe angeschlossen, die von Scipio (Aurelia Betz, Emilia Karres, Frederik Duffner) angeführt wird, der unter dem Namen „Der Herr der Diebe“ bekannt ist. Die Kinder verhökern Diebesgut beim Gauner Barbarossa (Fynn Wagner) und bekommen Geld dafür. Als sie einen Großauftrag für den mysteriösen Conte (Frederik Duffner) erledigen sollen, kommen sie hinter ein Geheimnis: In Venedig gibt es ein magisches Karussell, das Kinder zu Erwachsenen und Erwachsene wieder zu Kindern werden lässt. Die Kids machen sich auf die Suche nach dem Karussell. Denn Scipio und Prosper wünschen sich nichts sehnlicher, als endlich erwachsen zu werden und für sich selbst sorgen zu können.

Die Aufführung des SpielWerks kommt ohne große Effekthascherei aus. Neben Bühnenbild und Lichtspiel werden einige Szenen mit Musik untermalt, doch insgesamt steht eindeutig die spielerische Leistung im Vordergrund. Viel mehr braucht das Stück „Herr der Diebe“ auch nicht – denn die Geschichte lebt von ihren Charakteren. Die Jüngsten der Diebesbande verschmelzen mit im Gleichklang gesprochenen Texten zu einer entzückenden homogenen Gruppe, die zum Lachen einlädt. Barbarossa bringt genügend Slapstick auf die Bühne und auch die harschen, egoistischen Hartliebs kommen ironisch und ulkig daher. Demgegenüber stehen die Protagonisten, die die emotionale Seite des Stücks mit schauspielerischer Routine und einer herausragenden Leistung in Szene setzen.

Cornelia Funkes Geschichte lebt von der Elternferne, der Traurigkeit verwaister Kinder und deren Willen, auf eigene Faust etwas aus ihrem Leben zu machen. Das SpielWerk hat sich dahingehend (mal wieder) ein Stück ausgesucht, das im einen Moment unterhält – und im anderen zum Nachdenken anregt.

Das Stück endet mit der Ehrung dreier besonderer Mitwirkender: Fynn Wagner verließ die Dreieichschule zum Ende des vergangenen Schuljahrs und beendet somit auch seine Theaterkarriere an der DSL. Ebenso wie seine beiden Schauspielkollegen Robin Passon und Frederik Duffner kann er auf eine lange Zeit in der Theater-AG zurückblicken. Passon und Duffner hingegen machen in diesem Schuljahr Abitur, womit auch für sie die Realisierung von „Herr der Diebe“ ihr letztes Projekt im SpielWerk war. Sie wirkten bereits seit ihrer Anfangszeit an der DSL in diversen Projekten mit, sind auch musikalisch in den Musicalaufführungen aktiv gewesen. Katrin Aurich und auch die Schüler sind sichtlich gerührt von der Verabschiedung. Bei so vielen Nachwuchstalenten, die ihr Können bei der diesjährigen Aufführung gezeigt haben, steht trotz des Abgangs von drei Mitspielern auch künftig professionell anmutenden Aufführungen des SpielWerks nichts im Wege.

Von Julia Lotz

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare