Im Wettbewerb „Jugend gründet“

Dreieichschüler revolutionieren das Körper-Einölen

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Michael Linke und Julian Bergmann (rechts) haben gut lachen. Ihre Geschäftsidee überzeugte die Jury ein weiteres Mal.

Langen/Stuttgart - Hessens heißeste Kandidaten für den Gewinn des Wettbewerbs „Jugend gründet“ kommen von der Dreieichschule: Michael Linke und Julian Bergmann haben es mit ihrer Geschäftsidee „Solomat“ in eines von drei Zwischenfinals des bundesweiten Wettbewerbs geschafft. Von Holger Borchard 

Vorgestern schlug im Stuttgarter Porsche-Museum die große Stunde des Duos – dank einer laut Jury „herausragenden, spritzigen Präsentation mit charmantem, lebendigem Vortrag“ sicherten die Langener sich Rang eins unter den zehn konkurrierenden Schüler- und Auszubildenden-Teams. Solomat – dahinter verbirgt sich die Idee eines Automaten, der das Zeug hat, das Sonnenbad zu revolutionieren. In Größe und Form einer Umkleidekabine gleich kommend, besprüht der Solomat unbekleidete Körperteile mit Sonnenöl und lässt dabei die Badebekleidung sauber. Den Solomat auf den Markt zu bringen ist das (theoretische) Ziel des Businessplans, mit dem Bergmann und Linke seit Ende 2015 gegen vielköpfige Konkurrenz antreten. 635 Businesspläne waren bundesweit eingereicht worden; seit Februar läuft bereits die zweite Phase.

Das Zwischenfinale hätte das Dreieichschul-Tandem nicht besser schaukeln können. Abgesehen vom Inhalt imponierten den Juroren die „hohe rhetorische Präsenz und spontane Antworten, die auf guten Recherchearbeiten basierten“. Da die Begeisterung der beiden förmlich auf das Auditorium mit Experten aus Wirtschaft, Finanzwelt und Hochschule übersprang, kassierten sie Bonuspunkte für den weiteren Wettbewerb. Dieser geht nun von der Business- in die Planspielphase über: Die Teilnehmer müssen acht Geschäftsjahre ihres virtuellen Produkts simulieren, unternehmerische Entscheidungen treffen und ihr Start-up durch Höhen und Tiefen der Konjunktur führen.

Die Präsentation in Stuttgart, aus der die Langener als Sieger hervorgehen, ist eines von drei regionalen Zwischenfinals. Das erste fand Anfang März in Leipzig statt, das dritte folgt Ende des Monats in Hamburg. Auf ihrem Punktepolster können sich Bergmann und Linke keinesfalls ausruhen. Nach den maximal 1 200 Punkten, die in der Businessphase zu vergeben waren, stehen nun beim Planspiel 1 800 Zähler zu erreichen. Die zehn Gesamtbesten sehen sich am 16./17. Juni zum Bundesfinale in Wolfsburg wieder.

Was es zu gewinnen gibt? „Allein dabei zu sein, etwa hinter die Kulissen eines Unternehmens wie Porsche zu blicken und hochkarätige Persönlichkeiten aus der Wirtschaft kennenzulernen, ist für jeden Schüler und Azubi ein Gewinn“, merkt Birgit Metzbaur, Sprecherin der am Pforzheimer Steinbeis-Innovationszentrum angesiedelten Projektleitung, schmunzelnd an. Freilich lockt auch ein „grandioser“ erster Preis. Der Bundessieger darf nach Kalifornien ins Silicon Valley fliegen, um bei Start-up-Firmen hinter die Kulissen zu blicken. Die weiteren Platzierten gehen auch nicht leer aus, ihnen winken unter anderem Laptops.

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„Wagen Sie etwas, nutzen Sie Ihre Chance“ – das hat Andreas Haffner, Vorstand für Personal- und Sozialwesen bei Porsche, dem Langener Duo am Mittwoch mit auf den Weg gegeben. Er erinnerte daran, dass auch Porsche anno 1948 klein in einer Garage in Kärnten begann. Werksführungen bei Porsche und GFT Technologies – ein renommierter Spezialist für die internationale Finanzindustrie – rundeten zwei höchst gelungene Tage für Michael Linke und Julian Bergmann ab.

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