Corrado Di Benedetto diskutiert mit Schülern

Wieder feuriger für EU werben

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Lehrer Stefan Trier (links), die Sprecherin des politischen Salons, Celine Kirschner, sowie Marcel Bau und Julian Obermeier (rechts) vom Leitungsteam des Projekts „Europe – Our future“ begrüßen Corrado Di Benedetto an der Dreieichschule.

Langen - Europa muss an die Schulen herangetragen werden – so lautete Ausgangspunkt und zugleich Fazit des EU-Projekttages an der Dreieichschule. Die Leistungskurse Englisch sowie Politik und Wirtschaft empfingen Landtagsabgeordneten Corrado Di Benedetto (SPD).

Dem Abgeordneten schlägt an diesem Nachmittag ein politisches Interesse entgegen, das er an einer Schule so wohl nicht erwartet hat: „Was hier geleistet wird, sollte für viele andere Schulen als Vorbild dienen“, bemerkt er denn auch sichtlich beeindruckt. Di Benedetto folgte der Einladung an die Dreieichschule, um mit Leistungskursschülern über Europas Zukunft zu diskutieren. Den EU-Projekttag gibt es seit 2007 – durch Diskussionen mit Parlamentariern und Politikern von Landes-, Bundes- und europäischer Ebene sollen Schüler für Europa sensibilisiert werden.

Die Themen, die sich die Dreieichschüler für die Diskussion überlegt haben, umfassen die Problematik des aufkommenden Rechtspopulismus in der EU, die hohe Jugendarbeitslosigkeit und die oftmals kritisierte Asylpolitik. Es wird aufmerksam zugehört, als Di Benedetto von seinen Erfahrungen erzählt und sich für mehr Integration ausspricht: „Ich träume davon, irgendwann in einem Europa mit einer europäischen Regierung zu leben.“ Gleichzeitig betont er, dass dieser Traum nur Stück für Stück zu realisieren sei. „Wir spüren die Ecken und Kanten von Europa in den letzten Jahren immer deutlicher.“ Durch die gefährliche wirtschaftliche Situation und der wachsenden Schere zwischen Arm und Reich werde der Rechtspopulismus in ganz Europa begünstigt. Deshalb sei es wichtig anzupacken, Defizite wie die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen und die europäischen Bürger mit mehr „Feuer und Leidenschaft“ aufzuklären.

Kritische Fragen der Schüler

Die Schüler lassen es sich nicht nehmen, kritisch einzuhaken, etwa: „Warum ist von den Parteien keine klare Abgrenzung zu den rechtspopulistischen Aussagen gegenüber der EU zu hören?“ Di Benedetto muss in diesem Punkt widersprechen: „Ich denke, die Mehrheit der demokratischen Parteien in Deutschland steht für die Weiterführung des Integrationsprozesses ein, wobei es da natürlich verschiedene Abstufungen gibt.“ Er ist sich jedoch sicher, dass die Europa-Wahl am 25. Mai entscheidet, ob eben jener Integrationsprozess ins Stocken gerät. Deshalb sei es wichtig, dass möglichst viele Bürger ihre Stimme abgeben – vor allem auch, so Di Benedetto, weil sich die Politik, die in der EU gemacht werde, in den Gemeinden widerspiegele.

Genau so sehen das auch die Schüler des Englisch-Leistungskurses, die mit ihrem Projekt „Celebrate Europe! – Wir sind Europa“ (www.facebook.com/CelebrateEurope) den Bürgern die Vorteile der EU näherbringen möchten. In einer Feedback-Runde richten die Schüler schließlich ihre Wünsche an den Landtagsabgeordneten. Dabei wird deutlich, dass vor allem die Jugend – Europas Zukunft – von der europäischen Idee begeistert werden müsse, wobei die Politik in der Verantwortung stehe, mit den Schulen zu kooperieren. Und dafür, sind sich alle einig, sei solch eine Veranstaltung im Rahmen des EU-Projekttages auf jeden Fall ein guter Anfang.

(cor)

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