Einer, der mit gutem Beispiel voranfährt

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Radeln ist gesund und hält jung. Im Stadtgebiet ist Jochen Kühl so gut wie immer auf zwei Rädern unterwegs. Zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes nach Wiesbaden fährt er heute freilich mit dem Auto – einem Hybrid-Modell.

Langen ‐ Der Mann ist ständig in Bewegung – für sich und andere. Jochen Kühl wird heute mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Von Frank Mahn

Wenn man Jochen Kühl in der Stadt sieht, ist er fast immer mit dem Rad unterwegs. Der Leiter der Bewegungs-Initiative für Langens Kinder fährt mit gutem Beispiel voran. Das Engagement des 67-Jährigen für den Nachwuchs ist ein Grund, warum der gebürtige Magdeburger von Ministerpräsident Volker Bouffier mit dem Bundesverdienstkreuz belohnt wird. Darüber hinaus hat sich der Langener auf vielfältige Weise ehrenamtliche Meriten um das Gemeinwohl erworben.

Der Tag der deutschen Einheit, der am Sonntag auch in Langen mit einem Fest gefeiert wurde, ist für Jochen Kühl von ganz besonderer Bedeutung. 14 Tage vor dem Mauerbau floh der damals 18-Jährige in den Westen. Er kam zunächst bei Verwandten in Braunschweig unter, später studierte er in Göttingen, Freiburg und Hamburg Jura. Und überall spielte er Basketball – die Sportart, die den früheren Jugendnationalspieler der DDR durch sein ganzes Leben begleitet.

Nach dem Examen wollte Kühl eigentlich als Jurist im Strafvollzug arbeiten, engagierte sich bereits in einem Verein, der sich um die Resozialisierung von Häftlingen kümmerte. Doch es kam anders: Der Deutsche Sportbund suchte einen Justiziar – der Traumjob. „Da konnte ich Arbeit und Sport verbinden.“ Später übernahm er auch noch den Posten des Geschäftsführers.

Von 1975 bis 2008 Abteilungsleiter der "Giraffen"

Mit seiner Frau Anne, die er während des Studiums in Freiburg kennengelernt hatte, zog es Kühl Anfang der siebziger Jahre ins Rhein-Main-Gebiet. Darmstadt sollte es sein, aber durch die Nähe zu Langen waren schnell Kontakte zur Basketball-„Familie“ des TVL geknüpft. „Der Verein war damals schon eine Hausnummer im Basketball und bekannt in der Szene. Wir wurden sehr herzlich aufgenommen“, erzählt Kühl.

Es dauerte nicht lange, bis er Jugendtrainer war. Von 1975 bis 2008 lenkte er ununterbrochen als Abteilungsleiter die Geschicke der „Giraffen“. Damit der Talentfluss in Langen und Umgebung nicht versiegt, „erfand“ Kühl das Modell des Basketball-Teilzeit-Internats.

Den Hessischen Basketballverband führte Kühl von 1984 bis 1992. Er war zudem maßgeblich an der Gründung des Sportmedizinischen Instituts Frankfurt beteiligt, dessen Präsident er seit 1997 ist. Im 2004 aus der Taufe gehobenen Sportförderverein Langen ist der Vater von zwei erwachsenen Kindern der „Motor“ der Bewegungs-Initiative.

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