Geben & Nehmen als Feldversuch

Einstein-Schüler platzieren Giveboxen im Stadtgebiet

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Fünf Boxen dieser Machart warten über das ganze Stadtgebiet verteilt darauf, von Langenern mit ausrangierten Dingen befüllt zu werden. Urheber und Paten der Aktion sind Einstein-Schüler.

Langen - Was gut ist, darf man kopieren – die Vorlage kommt aus der Hauptstadt: Das simple wie gütige Prinzip „Teilen und schenken“ haben Albert-Einstein-Schüler in ein Nachbarschaftsprojekt im Stadtgebiet umgemünzt.

Die kleine, aber feine Idee stammt aus Berlin und schickt sich derzeit an, die Welt zu erobern. Die Rede ist von Tauschbörsen Marke Eigenbau. Ihr Sinn: Wer sich von Besitz trennen will, deponiert diesen an einem Ort, an dem andere ihn zum Mitnehmen vorfinden – nennen wir diese Plattformen Schenkstation oder auch Givebox.

Eben diesem Prinzip entsprungen sind fünf bunte Holzkisten, die die Schüler der Albert-Einstein-Schule über das Langener Stadtgebiet verteilt haben. Die Mädchen und Jungen der Oberlindener Gesamtschule haben ihre Schenkstationen „AES-Givebox“ genannt. Entstanden sind die Kisten als Projektarbeit unter Anleitung der Lehrerinnen Marlies Lindner und Uta Lenhardt. Unterstützt wurde die Schule von der städtischen Umweltberatung. Deren Mitarbeiterinnen lag im Zuge der Aktion der Unterrichtsaspekt von Umwelt und Ressourcenerhalt über die Weitergabe von Dingen am Herzen.

Nun hoffen die Schüler, dass möglichst viele Bürger sich auf den Gedankengang einlassen und nicht zuletzt ein Auge auf den pfleglichen Umgang mit den Boxen haben werden. Die einen geben, die anderen dürfen nehmen – wem etwas gefällt, der nimmt es mit. „Ob Bücher, Spielzeug, Pullis, Kuscheltiere oder Werkzeug: Der Auswahl sind keine Grenzen gesetzt“, formulieren die Einstein-Schüler in ihren „Beipackzetteln“ an den Boxen.

Kostbares Gut: Aktionen sollen mehr Blutspender locken

Zahlreiche deutsche Städte haben die Geben-Idee schon übernommen, darunter auch Offenbach und Frankfurt. Der vor Jahren in der Romorantin-Anlage aufgestellte Bücherschrank darf als Langener Vorreitermodell gelten, funktioniert er doch nach dem gleichen Prinzip – und das bestens. Die Giveboxen sind an folgenden Stellen zu finden:

  • vor dem Buchladen am Lutherplatz
  • am Jugendcafé 46 der evangelischen Kirchengemeinde und der Dreieichschule in der Bahnstraße 46.
  • an der Ecke Berliner Allee/Humperdinckstraße gegenüber der Albert-Schweitzer-Grundschule.
  • im Eingangsbereich der Stadtbücherei im Stadthallenkomplex an der Südlichen Ringstraße 77
  • auf dem Spielplatz Birkenwäldchen (Eingang Walter-Rietig-Straße).

Die Einstein-Schüler haben die bunten Tauschkästen gestaltet und beschriftet und wollen diese natürlich als Paten weiterhin pflegen. Sie wollen einerseits verhindern, dass die Behälter vermüllen und andererseits dafür sorgen, dass die Geschenke nicht länger als zwei Wochen in den Kästen liegen. Denn nur so lässt sich regelmäßig Platz für neue Gaben schaffen und davon lebt der Tauschhandel. (hob)

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