Personalnot an Egelsbacher Kitas

Personalnot in Egelsbacher Kitas: Elf Kinder aus Langen müssen wechseln

Die Personalsituation in Egelsbacher Kitas hat sich verschlechtert.
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Die Personalsituation in Egelsbacher Kitas hat sich verschlechtert.

Elf Kinder aus Langen kommen in eine neue Kita. Aufgrund von Personalmangel in Egelsbach müssen sie nun auf Langener Einrichtungen verteilt werden.

Langen/Egelsbach – Es war eine Win-win-Situation: In Langen gab es zu wenig freie Kita-Plätze und zu wenig Betreuungspersonal, in Egelsbach waren freie Räume in der Kita im Brühl und zudem mehr als genug Personal vorhanden. Daher hatten beide Kommunen zum 1. Januar 2019 eine besondere Form der Nachbarschaftshilfe vereinbart: Egelsbach nahm 50 Langener Kita-Kinder auf, für die Vereinbarung galt eine Mindestlaufzeit bis zum 31. Dezember 2021

Nun mussten die beiden Kommunen klären, wie es danach weitergeht. Bei den Gesprächen wurde klar, dass Egelsbach nicht alle der mittlerweile noch 47 Kinder (drei sind bereits in der Vergangenheit nach Langen gewechselt, da dort kurzfristig Plätze freigeworden waren) bis zum Schuleintritt betreuen kann. „Aufgrund der angespannten Personalsituation kann dieses Angebot an Langen nicht mehr vollumfänglich fortgesetzt werden“, erklärt Egelsbachs Bürgermeister Tobias Wilbrand (Grüne).

Corona-Pandemie sorgt für rasante Änderung der Personalsituation in Egelsbacher Kitas

Dass sich die einst so komfortable Erziehersituation rasant verändert hat, liegt in erster Linie an der Corona-Pandemie. Mehrere Erzieherinnen fallen zurzeit aus, da sie durch Schwangerschaft oder Vorerkrankung zur Risikogruppe zählen, auch ein paar Kündigungen habe es gegeben. „Umgerechnet fehlt uns gerade die Belegschaft einer kompletten Einrichtung“, verdeutlicht der Rathauschef. Ersatz zu finden ist für die Gemeinde – wie für so ziemlich jede Kommune – äußerst schwierig. „Der Markt ist leer gefegt“, so Wilbrand.

Dazu kommt die momentane strikte Trennung der Gruppen. So konnten die Kitas vor der Pandemie früh morgens oder am Nachmittag, wenn weniger Kinder vor Ort sind, die kleinen Gruppen zusammenlegen. Das ist nun nicht mehr möglich, wodurch in den Randzeiten auch mehr Personal gebraucht wird.

Daher wurde nun folgende Lösung erarbeitet: Die fünf Kinder, die bereits im Sommer dieses Jahres eingeschult werden, können in Egelsbach bleiben. Auch die 31 Kinder, die ab dem Sommer 2022 in die Schule gehen, werden weiter in den Egelsbacher Kitas betreut. „Das wäre nicht schön, wenn sie für das letzte halbe Jahr noch mal die Kita wechseln müssten“, betont Wilbrand. Die elf Kinder, die später als 2022 eingeschult werden, wechseln hingegen Ende dieses Jahres zurück nach Langen. Die neue Regelung soll in der konstituierenden Sitzung der neuen Gemeindevertretung am 22. April beraten und beschlossen werden.

Wechsel von Egelsbach nach Langen: Stadt kontaktierte Eltern der betroffenen Kita-Kinder

Die Stadt Langen hat die Eltern der elf betroffenen Kinder bereits kontaktiert. „Alle haben eine Platzzusage in Langen zum 1. Januar 2022“, teilt Pressesprecher Markus Schaible mit. Die Familien seien gebeten worden, eine Liste mit ihren präferierten Einrichtungen auszufüllen, die Kinder seien anschließend auf verschiedene Kitas verteilt worden. „Bei der Vergabe wurden die Wünsche der Eltern berücksichtigt.“ Auf die angespannte Betreuungslage habe die Änderung allerdings – mit Blick auf die ohnehin sehr lange Warteliste – keine größeren Auswirkungen: „Das verschärft die Situation jetzt nicht wesentlich“, so Schaible. Für das Angebot Egelsbachs, die 31 Kinder bis zum Sommer 2022 weiter zu betreuen, sei man aber „sehr dankbar“.

Auch in der Tränkbachgemeinde könnte es in diesem Sommer erstmals seit längerer Zeit wieder eine Warteliste geben. „Voraussichtlich werden wir von Ende Mai bis Ende August keine Neuaufnahmen machen können“, berichtet Wilbrand. „Wir haben noch freie Plätze, aber es könnte eine kleine Warteliste geben, da die Leute in ihre Wunschkita wollen.“ Der Bürgermeister geht jedoch davon aus, dass sich die Situation Anfang September nach der Einschulung wieder entspannen wird. Allerdings: „Würden wir alle Langener Kinder behalten, dann hätten wir im Winter nicht mehr genügend Plätze“, stellt Wilbrand klar. „Wir wissen nicht, wie lange uns die Corona-Situation noch begleitet, deswegen planen wir lieber mit dem Worst Case.“ (Manuel Schubert)

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